11. Februar 2018

Kickers Offenbach - SV Elversberg 3:0

Schon erschreckend lange habe ich an dieser Stelle nicht mehr über den OFC geschrieben. Der letzte Blogeintrag stammt tatsächlich vom September vergangenen Jahres. Das liegt zum einen natürlich daran, dass die Kickers seit mehr als zwei Monaten kein Pflichtspiel mehr bestritten haben. Zum anderen ist es dem Umstand geschuldet, dass ich in dieser Saison ein wenig bei der Pressearbeit aushelfe und darum auch ganz ohne Blog schon relativ häufig über den OFC schreibe.

Doch der offizielle Auftakt ins neue Fußballjahr soll natürlich auch hier nicht unbeachtet bleiben. Die Begegnung des Dritten gegen den Fünften der Regionalliga Südwest konnte getrost in die Kategorie "Spitzenspiel" eingeordnet werden, für beide Teams ging es an diesem Sonntag um eine ganze Menge.

Die Gäste aus Elversberg haben sich nach einem desaströsen Saisonstart mit drei Punkten und nur einem Treffer aus den ersten fünf Spieltagen beharrlich in die obere Tabellenregion gekämpft. Zudem hat sich der amtierende Meister bei seinen Gastspielen auf Biebers Höhen zu einer Art "schwarzen Bestie" für die Kickers entwickelt, die gegen die "Elv" keines ihrer bisherigen acht Heimspiele gewinnen konnten. Fünf Unentschieden waren bislang das höchste der Gefühle.

Für den OFC ging es seinerseits darum, nicht nur endlich den ersten Heimsieg gegen die Saarländer zu feiern, sondern vor allem den Sprung zurück auf den zweiten Tabellenplatz zu schaffen. Zwar hatte Waldhof Mannheim vor diesem Sonntag bereits zwei Spiele mehr ausgetragen als die Kickers, doch ist es immer ein beruhigendes Gefühl, auf einem der beiden vorderen Plätze zu stehen, die am Saisonende zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga berechtigen. Und die liegen für die Kickers nach dem bisherigen Saisonverlauf in absolut greifbarer Nähe.

Bevor endlich der Anpfiff ertönte, gab es heute noch ein besonderes kulturelles Rahmenprogramm. Mit Wir sind rot, wir sind weiß wurde erstmals die neue "OFC-Hymne" abgespielt, die sich für meine Ohren irgendwo im Niemandsland zwischen Schlaflied und Schunkelmusik bewegt. Aber das ist natürlich Geschmacksache, mir gefallen Forever OFC und ganz besonders Wir sind Offenbach jedenfalls deutlich besser.

Jetzt aber endlich zum Fußball. Mit Akgöz, Dähn, Göcer, Lovrić, Theodosiadis und Treske fehlten beim OFC gleich sechs verletzte Spieler. In der Anfangsphase zeigte Elversberg, warum das Team am vergangenen Wochenende den souveränen Tabellenführer Saarbrücken in Bedrängnis bringen konnte. Die Gäste hatten zunächst mehr vom Spiel, doch nach und nach kämpften sich die Kickers in die Partie.

Welche eindrucksvolle Vorstellung uns aber im zweiten Durchgang erwarten sollte, hätte zumindest ich in der Halbzeitpause noch nicht für möglich gehalten. Der OFC spielte jetzt aggressiv nach vorn, bereits in der 48. Minute trifft Serkan Firat, der ein Zuspiel von Niklas Hecht-Zirpel aus kurzer Entfernung zum 1:0 verwertet.

Die Kickers sind jetzt am Drücker, drängen vehement auf den zweiten Treffer. Der fällt nur zehn Minuten später, als Benjamin Kirchhoff im Fünfmeterraum einen Freistoß von Dren Hodja zum 2:0 in die Maschen verlängert. Damit war der Drops im Prinzip gelutscht, denn die Gäste fanden nicht mehr zurück ins Spiel. Das Sahnehäubchen auf eine bärenstarke Vorstellung der Kickers setzte in der Schlussminute Ko Sawada, der per Kopf den dritten Offenbacher Treffer an diesem Nachmittag erzielte. Zurecht wurde er von Stadionsprecher Olaf Kruse als "Kopfballungeheuer" gefeiert.

Alles in allem ein Auftritt, der Mut für den Endspurt um Platz 2 macht. In der Verfassung der zweiten Halbzeit kann der OFC in jedem Fall bis zum Schluss vorne mitmischen.

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Kickers Offenbach - SV Elversberg 3:0
Sonntag, 11. Februar 2018, 14 Uhr
Sparda-Bank-Hessen-Stadion, 5.056 Zuschauer

Torschützen: 1:0 Firat (48.), 2:0 Kirchhoff (58.), 3:0 Sawada (90.)

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