3. April 2017

Clássico bringt keine Vorentscheidung

Wie schon im Vorjahr ist das Titelrennen in Portugal auch in dieser Saison ungemein spannend. Stritten sich die Adler aus Lissabon in der vergangenen Spielzeit mit dem Lokalrivalen Sporting bis zur letzten Minute um den Titel, ist diesmal wieder der FC Porto der ärgste Widersacher.

Acht Spieltage vor dem Saisonende trennte die beiden Erzrivalen ein Punkt, entsprechend groß war die Spannung, mit der die Partie am Samstagabend im restlos ausverkauften Estádio da Luz erwartet wurde.

Doch zuvor war Entspannung angesagt, denn das fast schon sommerliche Wetter lockte am Vormittag nicht nur uns aus der Hauptstadt zu einem Strandspaziergang an der Küste von Estoril. Zurück in Lissabon, blieb bei einem ausgiebigen Mittagessen noch immer genügend Zeit, die Chancen der beiden Teams ausführlich zu bewerten.

Klar war, dass Benfica in diesem Kalenderjahr noch kein einziges überzeugendes Spiel gezeigt hat, während die Formkurve der Nordportugiesen zuletzt anstieg. Keine idealen Voraussetzungen also für die Adler, bereits im direkten Duell gegen Porto die Weichen in Richtung des historischen vierten Titelgewinns in Folge zu stellen.

Aller bösen Vorahnungen zum Trotz startete die Elf von Trainer Rui Vitória eindrucksvoll, ging bereits in der Anfangsphase durch einen von Jonas verwandelten Foulelfmeter in Führung und bestimmte auch danach das Geschehen. Erst in der Mitte des ersten Durchgangs fand der FC Porto besser ins Spiel, ohne dabei aber zu großen Torchancen zu kommen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte zahlte Benfica dann aber den Preis dafür, den Nordportugiesen zunehmend die Initiative überlassen zu haben. Ausgerechnet Maxi Pereira, der vor seinem Wechsel nach Porto 2015 acht Jahre das Trikot der Adler getragen hatte, erzielte fünf Minuten nach Wiederanpfiff den Ausgleich.

Benfica übernahm jetzt wieder die Initiative und belagerte phasenweise regelrecht den Strafraum von Gästetorhüter Iker Casillas. Jonas und Mitroglou vergaben zwei hundertprozentige Möglichkeiten, so dass bis zum Ende bei dem für die Gäste schmeichelhaften Unentschieden blieb.

Bezeichnend für den Spielverlauf, dass die Spieler des FC Porto das Ergebnis nach dem Schlusspfiff feierten, während die Jungs um Kapitän Luisão mit hängenden Köpfen vom Rasen schlichen. Auch uns hatte das Ergebnis ein wenig die Laune verdorben, denn Benfica hatte einfach zu gute Möglichkeiten ungenutzt gelassen. So endete unser nach Abendspielen inzwischen zur Tradition gewordenes Mitternachtsmahl im Kreise einiger beinharter Benfiquistas ungewohnt früh. Schon kurz vor drei Uhr morgens verliessen wir das Lokal, während es sonst auch schon mal deutlich später werden kann.

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SL Benfica - FC Porto 1:1
Samstag, 1. April 2017, 20.30 Uhr
Estádio da Luz, 64.036 Zuschauer
Torschütze: 1:0 Jonas (7. FE), 1:1 Maxi (50.)


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