2. Dezember 2016

Bilder für die Ewigkeit

Mitten im Herzen von Lissabon liegt in der Rua Jardim do Regedor die ehemalige Geschäftsstelle von Benfica. Das im 19. Jahrhundert ursprünglich als Wohnhaus errichtete Gebäude beherbergte von 1918 bis 1928 den Bristol Club, seinerzeit einer der angesagtesten Nachtklubs der portugiesischen Kapitale.

Nachdem Benfica das Eckhaus 1933 übernommen hatte, diente es bis Anfang der 2000er-Jahre als Geschäftsstelle und Treffpunkt der Mitglieder.

Doch mit dem Umzug ins neue Estádio da Luz teilte die verlassene Geschäftsstelle das Schicksal vieler historischer Gebäude im Stadtzentrum. Es stand leer und bröckelte langsam vor sich hin. 2016 dann die Wende zum Guten: Unter Federführung der vereinseigenen Stiftung Fundação Benfica wurde das Gebäude restauriert und wird jetzt unter anderem für temporäre Ausstellungen genutzt, die selbst im riesigen Klubmuseum am Stadion keinen Platz mehr finden.

Den Anfang machte in diesem Sommer eine Ausstellung mit Arbeiten von Roland Oliveira. Der 2007 verstorbene Fotoreporter begleitete Benfica über fünf Jahrzehnte hinweg für die Vereinszeitung O Benfica und dokumentierte in dieser Zeit das Klubleben wie kein zweiter.

In der Ausstellung wurden einzigartige Zeitdokumente aus den Jahren 1955 bis 1962 gezeigt. Zu sehen waren natürlich die so erfolgreichen Fußballhelden jener Tage sowie die Bauarbeiten zum ursprünglichen Estádio da Luz, das seinerzeit noch vor den Toren der Stadt lag. Daneben aber auch Aufnahmen unzähliger anderer Sportarten bis hin zu Ausflügen, die Benfica für Motorradfahrer veranstaltete, oder die ebenso kuriose wie kurzlebige Disziplin Fahrradhockey.

Bis in seine letzten Lebensjahre blieb Roland Oliveira dem Verein verbunden. Erst im Frühjahr 2003 beendete ein Unglücksfall seine Arbeit als Fotograf. Als Oliveira wieder einmal vom gegenüber des Stadions gelegenen Einkaufszentrum Colombo Aufnahmen von den Bauarbeiten am neuen Stadion machte, stürzte der inzwischen 83-Jährige von einem Mäuerchen und konnte danach nie mehr eine Kamera in die Hand nehmen.









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