1. September 2016

Rafa Silva wechselt zu Benfica

Einer der großen Transfercoups dieses Sommers wurde in letzter Minute doch noch vollzogen: Der portugiesische Nationalspieler Rafa Silva wechselt von Sporting Braga zu Benfica. Damit geht ein monatelanges Tauziehen um die Verpflichtung des Offensivmanns zu Ende, um den sich auch der FC Porto, Sporting Lissabon und Zenit St. Petersburg intensiv bemüht hatten.

Ein komplizierter Deal, denn die Transferrechte lagen nicht allein bei den Nordportugiesen, sondern zu Teilen auch beim umstrittenen Spielerberater António Araújo und Zweitligist Feirense.

Für die Dienste des 23-jährigen zahlt Benfica jetzt eine Ablöse von insgesamt 17,6 Millionen Euro. Mit im Transferpaket enthalten ist zusätzlich der ablösefreie Wechsel von Rui Fonte, der bereits in der vergangenen Saison auf Leihbasis in Braga spielte. Der Marktwert des Stürmers wird auf zwei Millionen Euro taxiert. Zudem wird der Flügelspieler Oscar Benitéz - der erst Anfang Juli für 3,3 Millionen von Benfica verpflichtet wurde - für eine Spielzeit nach Nordportugal ausgeliehen.

Rafa Silva wird damit zum mit Abstand teuersten Transfer aller Zeiten unter portugiesischen Vereinen. Bisheriger Rekordhalter war João Moutinho, der 2010 für elf Millionen von Sporting Lissabon zu FC Porto wechselte.

Bei den Adlern unterschreibt der Nationalspieler einen Fünfjahresvertrag und wird künftig 2,5 Millionen brutto im Jahr verdienen. Damit bleibt er unter den Verdienstmöglichkeiten, die ihn in St. Petersburg erwartet hätten, denn der russische Pokalsieger hatte mit einem Jahressalär von 3,5 Millionen gelockt. Glück für Benfica, dass der Mittelfeldmann nicht in der russischen Premier Liga spielen wollte.

Der nur 1,70 Meter große Rechtsfuß wechselte zur Saison 2013/14 für eine Ablöse von 150.000 Euro vom Zweitligisten Feirense zu Sporting Braga. Für die Nordportugiesen trat er in 128 Pflichtspielen an und erzielte dabei 26 Treffer. In der vergangenen Spielzeit erreichte er mit seinem Klub das Viertelfinale der Europa League und wurde in der Liga vierter.

Mit der portugiesischen U21 wurde er 2015 Vize-Europameister und stand im Aufgebot von Fernando Santos für die EURO 2016, bei der er allerdings nur eine Minute zum Einsatz kam.


Luisão bleibt bei Benfica


Der mittlerweile 35-jährige Mannschaftskapitän Luisão bleibt Benfica ein weiteres Jahr erhalten, obwohl der Wechsel des Innenverteidigers zu den Wolverhampton Wanderers aus der englischen Championship zwischenzeitlich von der Presse bereits als fix vermeldet wurde.

Mit einem Jahresnetto von 1,5 Millionen Euro gehört Luisão zu den am besten bezahlten Spielern im Kader der Adler. Der Brasilianer hat noch einen Vertrag bis zum Saisonende und wird seine Karriere jetzt wohl im Estádio da Luz beenden.

Dass Benfica den verdienten Spieler trotz seines noch laufenden Vertrags ablösefrei ziehen lassen wollte, war ein deutlicher Hinweis, dass man dem Wechsel des zuletzt verletzungsanfälligen Innenverteidigers keine Steine in den Weg legen wollten.

Mit 477 Pflichtbegegnungen ist Luisão der dienstälteste Spieler in den Reihen von Benfica. Seit seinem Wechsel von Cruzeiro Belo Horizonte im Jahr 2003 wurde er mit Benfica fünfmal Meister, gewann je zweimal den Pokal und den Supercup. Siebenmal nahm er den Ligapokal in Empfang und erreichte 2013 und 2014 das Endspiel der UEFA Europa League.

Doch in der vergangenen Spielzeit war Luisão vom Pech verfolgt. Gleich zweimal brach er sich den linken Arm und verpasste somit den Großteil einer Saison, die für Benfica mit dem dritten Titelgewinn in Folge und dem Einzug ins Viertelfinale der Champions League endete. Jardel, Victor Lindelöf und in Ausnahmefällen Lisandro López bildeten die zuverlässige Innenverteidigung, die in 34 Ligaspielen nur 22 Gegentreffer zuließ.

Dass Luisão zum Saisonauftakt in Tondela in der Startelf stand, war daher eher der Verletzung von Jardel geschuldet. Gleichwohl war der bislang letzte Auftritt des Kapitäns nur von kurzer Dauer, nach 26 Minuten musste er angeschlagen den Platz verlassen. Die Erkenntnis, nur schwerlich wieder einen Stammplatz in der Innenverteidigung zu erobern - die noch dazu durch die Verpflichtung des erst 18-jährigen Kroaten Branimir Kalaica über eine weitere Alternative verfügt - dürfte Luisãos Wechselgelüste zusätzlich beflügelt haben.


Taarabt bleibt ein Problem


Benfica erhalten bleibt auch Adel Taarabt. Der 27-jährige Außenstürmer wechselte im vergangenen Sommer noch auf Wunsch des damaligen Trainers Jorge Jesus ablösefrei vom AC Mailand nach Lissabon. Nachdem der Marokkaner zum Trainingsauftakt mit acht Kilo Übergewicht erschienen war, hatte er beim neuen Coach Rui Vitória einen schweren Stand und spielte in der vergangenen Saison lediglich siebenmal für Benfica B in der zweiten Liga. Sein Marktwert sank in dieser Zeit von zehn auf nur noch 1,5 Millionen Euro.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich Benfica nur zu gerne von dem als ebenso begnadet wie schwierig geltenden Spieler getrennt hätte, der mit einem Jahressalär von 2,3 Millionen Euro fürstlich entlohnt wird. Ein von der Münchener Presse bereits als vollzogen gemeldeter Wechsel zum TSV 1860 München scheiterte Anfang Juli unter nicht näher geklärten Umständen. Dass Taarabt als exzellenter Kenner des Lissabonner Nachtlebens gilt, dürfte neben seinem hohen Gehalt die Suche nach einem neuen Klub zusätzlich erschwert haben.


Mehdi Carcela geht nach Granada


Ein weiterer Marokkaner verläßt dagegen Benfica. Linksaußen Mehdi Carcela hat einen Vierjahresvertrag beim FC Granada unterschrieben. Die Ablöse beträgt vier Millionen Euro, die Adler behalten 25 Prozent der künftigen Transferrechte.

Der 27-jährige war im vergangenen Sommer für 2,5 Millionen von Standard Lüttich nach Lissabon gewechselt. In 29 Pflichtspielen für Benfica erzielte Carcela drei Treffer.


Djuricic nach einem Monat zurück


Geplatzt ist die Ausleihe des serbischen Nationalspielers Filip Djuricic an Sampdoria Genua. Nach nur einem Monat im Kader der Italiener bat der 24-Jährige um die Auflösung seines Vertrags.

Grund für das abrupte Ende der Leihe soll ein Gespräch zwischen Djuricic und Sampdoria-Trainer Marco Giampaolo gewesen sein. Darin habe Giampaolo dem Flügelspieler mitgeteilt, nicht in dessen Verpflichtung einbezogen gewesen zu sein. Der Coach habe Djuiricic zudem nur wenig Hoffnung gemacht, regelmäßig für Sampdoria aufzulaufen.

Der Serbe mit dem Spitznamen "Cruyff des Balkans" wechselte 2013 für sieben Millionen vom SC Heerenveen zu Benfica, konnte sich dort aber nie durchsetzen. Djuricic wurde nacheinander an den FSV Mainz 05, den FC Southampton und RSC Anderlecht ausgeliehen, steht bei den Adlern aber noch bis Juni 2018 unter Vertrag.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen