13. August 2016

Neuzugänge treffen vor Minuskulisse

Jetzt rollt der Ball also wieder auf dem Bieberer Berg. Zuletzt ging es hier am 14. Mai um Ligapunkte, das ist immerhin drei Monate her. Das Heimspiel gegen Astoria Walldorf versprach zudem eine echte Standortbestimmung, nachdem der Auftritt in Worms vor einer Woche wegen der zwei Platzverweise nur wenig aussagekräftig war.

Passend zur derzeitigen Großwetterlage beim OFC hingen gestern Abend dunkle Wolken am Himmel über Offenbach. Doch Freitagabend ist bekanntlich Kickerszeit, das hat sich auch bei den Neuzugängen im Kader des OFC herumgesprochen. Mit Gaul, Sawada, Firat und Neofytos standen immerhin vier von Beginn an auf dem Feld.

Unter Flutlicht gingen die Jungs die Sache trotz der vielen Ausfälle optimistisch an und erarbeiteten sich im ersten Durchgang ein klares optisches Übergewicht, ohne dabei zu vielen Chancen zu kommen. Höhepunkt einer mit Höhepunkten nicht überreich gesegneten ersten Halbzeit war ohne Frage das Tor von Ko Sawada nach 35 Minuten. Der erste Treffer des Japaners im Trikot der Kickers stimmte die Gemüter zur Halbzeitpause relativ optimistisch.

Zehn Minuten waren in der zweiten Hälfte gespielt, da gab es einen Dämpfer für den OFC. Beim Ausgleichstor der Gäste ließ sich die Offenbacher Abwehr schlicht und ergreifend überlaufen. Ein Treffer, der wenig Wirkung zeigte, denn wie schon am vergangenen Freitag in Worms zeigten die Kickers Moral und bearbeiteten unverdrossen Ball und Gegner. Der Lohn für diese Mühen folgte nur acht Minuten später, als Firat den Walldörfer Keeper mit einem Distanzschuss aus halblinker Position alt aussehen ließ und die Kickers erneut in Führung brachte.

Kurz darauf wurde Matthew Taylor eingewechselt, der erst am Tag zuvor einen Jahresvertrag beim OFC unterschrieben hatte. Auf der Tribüne machten wir uns Gedanken über die körperliche Verfassung des doch recht stämmig wirkenden 34-jährigen und stellten lustige Vergleiche mit dem im Verhältnis fast schon fragilen Ko Sawada an. Doch fünf Minuten vor dem Ende schauten wir dann beschämt auf unsere Schuhspitzen. Cool und abgezockt erzielte der Oldie von der Strafraumgrenze den dritten Offenbacher Treffer an diesem Abend.

Doch noch immer war nicht die Zeit um durchzuatmen, denn eine Minute vor dem Ende der regulären Spielzeit fiel der Anschlusstreffer der Gäste, die jetzt einschließlich Torhüter alles nach vorne warfen und für fünf spannende Schlussminuten sorgten, in denen die Kickers den knappen Vorsprung über die Zeit brachten. Nach einer vor allem im zweiten Durchgang guten und unterhaltsamen Partie verbuchen die Kickers den ersten Dreier der Saison und stehen jetzt bei minus fünf Punkten.

Minuskulisse auf dem Bieberer Berg


Schade eigentlich, dass nur 4.216 Zuschauer die Begegnung im Stadion miterlebten. Doch all die Querelen der vergangenen Monate und die kräftige Erhöhung der Eintrittspreise haben Spuren hinterlassen, die gestern beim Blick auf die spärlich besetzten Ränge nicht mehr zu übersehen waren. Sieht man einmal vom Spiel gegen den FC Homburg mit der gesperrten Waldemar-Klein-Tribüne ab, war dies die schlechteste Besucherzahl, seit der OFC in der Regionalliga Südwest spielt. Zumindest beim vorläufigen Insolvenzverwalter sollten spätestens jetzt die Alarmglocken schrillen.

Weiter geht es bereits am kommenden Mittwoch in Völklingen, wenn der OFC im Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken auf einen Aufstiegskandidaten trifft.

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Kickers Offenbach - FC-Astoria Walldorf 3:2
Freitag, 12. August 2016, 19.30 Uhr
Sparda-Bank-Hessen-Stadion, 4.216 Zuschauer

Torschützen: 1:0 Sawada (35.), 1:1 Groß (55.), 2:1 Firat (66.), 3:1 Taylor (85.), 3:2 Carl (89.)

Kommentare:

  1. Wie immer ein sehr guter Beitrag. Eine sehr gute Offensive bescherte uns den Sieg. Die Defensive war leider nicht so stabil, was wahrscheinlich noch an den ausgefallenen Stammkräften lag.

    Die Zuschauerzahl war allerdings sehr traurig anzusehen, ich habe allerdings in den sozialen Medien und den Foren gelesen, dass es hier einen Fehler gab und die Dauerkarten nicht mitgezählt wurden. Weißt du genaueres?

    Rot Weiße Grüße
    Christian von Blog Zwo

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  2. Das Gerücht geisterte einige Tage durchs Internet, ist aber trotzdem falsch. Grundsätzlich werden alle verkauften DK als Stadionbesucher gezählt. Deshalb gab es auch zum Ende der letzten Saison manchmal unrealistisch hohe Besucherzahlen. Viele DK-Inhaber waren eben nicht im Stadion.

    Die verkauften Tageskarten werden zu den DK dazugezählt und fertig ist die Zuschauerzahl. Gescannt wird am Eingang lediglich um zu verhindern, dass ein Ticket oder eine DK zweimal benutzt wird. Mit einer Zählung hat das nichts zu tun.

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