10. April 2016

Kickers Offenbach - SV Waldhof 0:4



Laues Frühlingswetter und dazu das Spitzenspiel der Regionalliga Südwest. Mehr kann man eigentlich nicht von einem Sonntagnachmittag verlangen. Doch bereits 90 Minuten vor dem Spielbeginn die erste schlechte Nachricht des Nachmittags: Der Stand der Offebacher Worscht Designer an der Aschaffenburger Straße war verwaist, statt knuspriger Rindswurst hieß es also erst einmal Schlange stehen im Sparda-Bank-Hessen-Stadion, um den vernehmlich knurrenden Magen zu besänftigen.

Trotz dieser widrigen Umstände verging die Zeit bis zum Anpfiff wie im Fluge, alle freuten sich auf die Begegnung des Tabellenvierten gegen den Spitzenreiter. Die alles entscheidende Frage lautete dabei natürlich, ob es dem OFC gelingen würde, seine Erfolgsserie auch gegen den alten Rivalen aus Mannheim fortzusetzen und den Abstand auf die potentiellen Aufstiegsränge weiter zu verkürzen.

Machen wir es kurz: Die Antwort lautete nein. Gegen eine abgeklärt und routiniert auftretende Mannschaft des SV Waldhof hatten die Kickers am Ende nicht den Hauch einer Chance. Im ersten Durchgang hielt der OFC zwar noch mit, hatte nach einer halben Stunde sogar die erste große Tormöglichkeit der Partie, kam aber zu häufig den berühmten Schritt zu spät. Die Halbzeitführung der Gäste, die deutlich zielstrebiger nach vorne spielten, ging deshalb in Ordnung.

Spätestens nachdem Jan-Hendrik Marx in der 53. Minute zum zweiten Mal gelb gesehen hatte, war eigentlich klar, wer heute als Sieger vom Feld gehen würde. Eine Überzeugung, die offenbar die große Mehrheit der Kickers-Anhänger teilte, denn trotz der Rekordkulisse von 11.399 Zuschauern wurde es auf Biebers Höhen zunehmend leiser. In der letzten Viertelstunde kam es dann knüppeldick für den OFC, der von den Gästen binnen vier Minuten nach allen Regeln der Kunst abgeschossen wurde.

Nimmt man die 90 Minuten gegen Waldhof als Standortbestimmung, kommt man nicht um die Erkenntnis herum, dass es in dieser Spielzeit für die Spitzenränge wohl einfach nicht reicht. Die teilweise vom Ergebnis her eindrucksvollen Siege in diesem Kalenderjahr gelangen allesamt gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte, schon gegen besser auftretende Gegner wie Steinbach oder Elversberg langte es auf dem Bieberer Berg jeweils nur zu einem Unentschieden.

Am kommenden Sonntag wartet in Hoffenheim gleich der nächste dicke Brocken auf die Kickers, denn die TSG 1899 hat derzeit einen richtig guten Lauf. Aus den letzten acht Spielen holte der Tabellenfünfte stolze 20 von 24 möglichen Punkten. Die Partie im Dietmar-Hopp-Stadion findet in dieser Saison ohne mich statt, am Dienstag fliege ich nach Lissabon, um wieder mal ein wenig Champions-League-Luft zu schnuppern.

Zum Schluss noch einige persönliche Worte, denn heute war leider auch das letzte Spiel von Mara Dittrich als Mitarbeiterin von Kickers Offenbach. Sicher bin ich nicht der Einzige, der Mara künftig auf dem Bieberer Berg sehr vermissen wird. Mir bleibt der Trost, dass wir während ihrer Zeit beim OFC Freunde geworden sind. Diese Freundschaft wird auch in Zukunft bestand haben, und das ist letzten Endes wichtiger als jeder Fußballverein dieser Welt.

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Kickers Offenbach - SV Waldhof Mannheim 0:4
Sonntag, 10. April 2016, 14 Uhr
Sparda-Bank-Hessen-Stadion, 11.399 Zuschauer

Mannschaftsaufstellung: Daniel Endres, Jan-Hendrik Marx, Dennis Schulte, Alexandros Theodosiadis, Marco Rapp, Matthias Schwarz, Maik Vetter, Dren Hodja (46. Christos Stoilas), Niko Dobros (57. Robin Scheu), Markus Müller (46. Steven von der Burg)

Torschützen: 0:1 Förster (39.), 0:2 Mombongo Dues (74.), 0:3 Korte (76.), 0:4 Sommer (78.)

Gelb-rote Karte: Marx (53.)

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