13. März 2016

Wormatia Worms - Kickers Offenbach 1:2

Freitags Aalen, samstags Worms. Nach einem spontanen Ausflug zur Partie zwischen dem VfR Aalen und Dynamo Dresden stand einen Tag später die Auswärtsbegegnung der Kickers mit der kürzesten Anreise in dieser Saison auf dem Programm.

Immerhin 250 Kilometer liegen zwischen Offenbach und Aalen, doch eine ordentliches Stück Weg für eine Partie in der 3. Liga.

Zur Belohnung gab es am Freitagabend ein in mancherlei Hinsicht kurioses Spiel zu sehen, bei dem zwar drei Treffer fielen, das aber dennoch torlos endete, weil Schiedsrichter Storks sowohl die beiden Aalener Tore im ersten Durchgang wie auch den Treffer der Dresdener in der zweiten Halbzeit annulierte.

Einzigartig auch die Präsentation der Eckbälle, die in Aalen von  markerschütternden Elefantentrompeten begleitet werden. Zu verdanken ist dieses bizarre "Trööröö" einer örtlichen Waschstraße, die in der Scholz-Arena die Ecken sponsert und einen Elefanten im Logo führt. Ein eisiger Wind erinnerte uns jedoch ziemlich unsanft daran, dass wir uns keineswegs in Afrika, sondern immer noch auf der Ostalb befanden. So kalt blies der Wind über die unüberdachte Gästetribüne, dass ich nicht einmal Lust auf die eigentlich obligatorische Stadionwurst verspürte.

Dafür konnten wir uns wieder einmal davon überzeugen, wie souverän "unser" Giuliano Modica beim Tabellenführer der 3. Liga seinen Mann steht. In dieser Form wird er auch für die Zweite Bundesliga eine echte Bereicherung sein. Etwa 2.000 mitgereiste Dynamo-Fans sorgten zudem mit einer beeindruckenden Choreografie vor dem Anpfiff und einem gewaltigen Konfettiregen zum Beginn der zweiten Hälfte für gute Laune im Gästesektor.

Tags darauf bedeuteten die 78 Kilometer bis Worms nur eine geringe Hürde, um den zweiten Auftritt der Kickers im Jahr 2016 in der Fremde zu erleben. Gleich nach der Ankunft erwartete uns eine Enttäuschung, denn die Polizei hatte die in der EWR-Arena sonst übliche Weinschorle ebenso wie alle übrigen alkoholischen Getränke von der Karte gestrichen. Ansonsten kam uns die Erfahrung vom Vorabend zugute, denn auch in der Nibelungenstadt pfiff ein frostiger Wind, dem wir warm eingepackt tapfer trotzten.

Auf dem nagelneuen Hybridrasen im alten Wormatia-Stadion, das ich bereits vor zwei Jahren ausführlich fotografiert habe, konnte sich der OFC glücklich schätzen, nicht gleich in der Anfangsphase in Rückstand zu geraten. Die stürmischen Gastgeber setzten die Kickers von Beginn an mächtig unter Druck und vergaben in der ersten halben Stunde drei hochkarätige Chancen. So löste das Offenbacher Führungstor in der 29. Minute durch einen wunderschönen Distanzschuss von Alexandros Theodosiadis unter den mitgereisten Kickers-Fans zunächst eher ungläubiges Staunen als echte Euphorie aus.

War der Treffer von Theodosiadis eigentlich schon allein das Eintrittsgeld wert, folgte im zweiten Durchgang noch ein weiterer Höhepunkt, denn Markus Müller erhöhte an seiner alter Wirkungsstätte in der 71. Minute auf 0:2 für den OFC. Wohl niemand hatte den Treffer so sehr verdient wie "Mü", der trotz seiner langen Torflaute seit dem 13. September nie die Flinte ins Korn geworfen hat.

Doch auch mit ihrem zweiten Treffer waren die Kickers noch nicht endgültig auf die Siegerstraße eingebogen, denn zehn Minuten vor dem Spielende kamen die Hausherren nach einem Foulelfmeter doch noch zum Anschlusstreffer. Dass dieser erst im Nachschuss glückte, war bezeichnend für die Abschlußschwäche der Wormser an diesem Nachmittag, die ein gutes Stück dazu beigetragen hat, dass die Kickers die Heimreise mit drei Zählern im Gepäck antreten konnten.

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Wormatia Worms - Kickers Offenbach 1:2
Samstag, 12. März 2016, 14 Uhr
EWR-Arena, 1.542 Zuschauer

Mannschaftsaufstellung: Daniel Endres - Jan-Hendrik Marx, Stefano Maier, Thomas Franke, Alexandros Theodosiadis, Marco Rapp, Matthias Schwarz (36. Dren Hodja), Maik Vetter, Martin Röser (58. Marcel Gebers), Niko Dobros, (79. Robin Scheu), Markus Müller

Torschützen: 0:1 Theodosiadis (29.), 0:2 Müller (72.), 1:2 Treske (81.)




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