24. März 2016

SV Spielberg - Kickers Offenbach 1:5

Keine Frage, es ist alles andere als fanfreundlich, ein Fußballspiel an einem Mittwochnachmittag um 16.30 Uhr auszutragen. Um so schöner, wenn man es sich trotzdem einrichten konnte, den OFC auch bei dieser Begegnung in der Fremde zu begleiten.

Das Stadion am Talberg in Spielberg war für unsere kleine Reisegruppe bislang unerforschtes Terrain, das wir natürlich für uns entdecken wollten.

Groß war deshalb die Vorfreude an diesem Spieltag, der bereits um 12 Uhr mittags mit einer kleinen Mahlzeit im Markthaus begann. Zwei Stunden später brachen wir in Richtung des keine 3.000 Einwohner zählenden, südlich von Karlsruhe gelegenen Örtchens auf. Unterwegs kreisten die Gedanken natürlich schon um die Spielstätte. Würde uns eine ähnlich charmante Atmosphäre wie in Bahlingen erwarten, oder doch eher ein nüchternes Bentonambiente à la Zweibrücken?

Keine zehn Kilometer von unserem Reiseziel entfernt - wir konnten den Bratwurstduft schon förmlich riechen - kroch plötzlich dichter weißer Rauch unter der Motorhaube unseres Autos hervor. Kurz vor einem Tunnel fuhren wir an den Straßenrand und begutachteten mit von wenig Fachkenntnissen getrübten Blicken das Missgeschick. Auch ohne Expertenwissen war ziemlich schnell klar: Das sah nicht gut aus.

Als nach einer guten Stunde Wartezeit der ADAC eintraf, genügte dem gelben Engel ein kurzer Blick, um resigniert den Kopf zu schütteln. An eine Weiterfahrt war nicht zu denken. Etwa zu der Zeit, als in Spielberg der Anpfiff ertönte, wurde unser sonst so treues Reisemobil auf den Abschleppwagen gehievt und in die Werkstatt nach Karlsruhe transportiert.

Dort zeigte man sich zwar gebührend betroffen von unserem harten Schicksal. Allein, Formalitäten sind Formalitäten, und so mussten zunächst die Personalien aufgenommen, der Schadensbericht erstellt und anschließend der Vertrag für den Mietwagen ausgefüllt werden.

Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit saßen wir dann glücklich in einem nagelneuen Opel Astra und machten uns mit quietschenden Reifen auf die verbleibende Strecke nach Spielberg, auch wenn unser Tatendrang vom einsetzenden Feierabendverkehr mehrmals ausgebremst wurde.

Genau acht Minuten vor dem Schlusspfiff erreichten wir das Stadion am Talberg, denn just in dem Moment, in dem wir am Ziel all unserer Wünsche am gestrigen Mittwoch ankamen, verkündete der Stadionsprecher das 1:4 durch Markus Müller. Da unsere Mägen inzwischen bedrohliche Geräusche von sich gaben und wir zudem kurz vor der völligen Dehydration standen, machten wir uns schnurstracks auf den Weg zum Stadionimbiss. Ob die Bratwurst tatsächlich so gut war, wie sie mir in jenem Moment erschien, vermag ich nur schwer zu beurteilen. Jedenfalls freuten wir uns zufrieden kauend mit einem frisch gezapften Bier in der Hand über das fünfte Kickerstor des Nachmittags.

Ankommen, Bratwurst essen, Bier trinken, Tor bejubeln, Heimfahrt. Der Aufenthalt in Spielberg war zwar sehr kurz, aber auch ausgesprochen effektiv. Trotzdem war es natürlich ein wenig schade, denn das Stadion am Talberg machte durchaus den Eindruck, als hätten wir hier einen richtig netten Nachmittag verbringen können.

So blieb auf der Rückfahrt die Freude über den klaren Sieg, mit dem die Kickers zum unangefochtenen Tabellenführer der Rückrunde avancierten. Da zudem Elversberg und auch Waldhof Federn gelassen haben, gibt das Betrachten der Tabelle plötzlich wieder Anlass zu wilden Rechenspielen. Für meinen Teil bin ich zwar nach wie vor skeptisch, ob es für den OFC in dieser Spielzeit tatsächlich noch zur erneuten Teilnahme an den Aufstiegsspielen reichen wird. Sollte aber am Ostermontag ein Sieg gegen die SV Elversberg gelingen, nehme auch ich den Rechenschieber zur Hand.

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SV Spielberg - Kickers Offenbach 1:5
Mittwoch, 23. März 2016, 16.30 Uhr
Stadion am Talberg, 1.100 Zuschauer

Mannschaftsaufstellung: Daniel Endres - Jan-Hendrik Marx, Stefano Maier, Thomas Franke, Alexandros Theodosiadis, Marco Rapp (46. Marcel Gebers), Robin Scheu, Maik Vetter, Dren Hodja (66. Markus Müller), Niko Dobros (86. Julian Dudda), Benjamin Pintol

Torschützen: 0:1 Hodja (7.), 0:2 Maier (32.), 0:3 Pintol (40.), 1:3 Malsam (73.), 1:4 Müller (82.), 1:5 Vetter (90.)












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