19. Februar 2016

Sporting - Bayer Leverkusen 0:1

Im letzten Teil der Lissabon-Trilogie stand gestern Abend die Europa League auf dem Programm. Zum zweiten Mal innerhalb von 15 Monaten durfte ich die Werkself in Lissabon sehen, diesmal bei Sporting, dem großen Lokalrivalen von Benfica.

Es braucht schon einen sehr guten Grund, damit ich das Estádio José Alvalade betrete, eine Partie von Bayer ist natürlich ein solcher. Schließlich besuche ich ja auch eine Arena nördlich des Mains, um die Farbenstädter spielen zu sehen.

Nach vielen regnerischen Tagen zeigte sich das Wetter gestern zum Abschied von seiner besten Seite. Die lusitanische Sonne strahle vom tiefblauen Winterhimmel, zur Stärkung gab es vor der Begegnung eine ausgesprochen üppige Platte mit allerlei leckerem Meeresgetier. Dann wurde es auch schon Zeit, mit der Metro zum Stadion zu fahren.

Unter Menschen, die sich nicht zu Sporting bekennen, ist das Estádio José Alvalade auch als größtes WC von Lissabon bekannt. Aus gutem Grund, denn die 2003 zur EM erbaute Spielstätte kommt in einem sehr eigenwilligen Gewand daher. Sowohl die Außenfassade als auch das Stadioninnere sind mit reichlich psychedelischen Kacheln in wildem Farbmix dekoriert. Viele zeigen im Hintergrund einen grünen Löwen, das Wappentier von Sporting. Auf einen Selbstversuch, welche Wirkungen ein längeres Betrachten der Kacheln hervorrufen könnte, habe ich vorsichtshalber verzichtet. Abgerundet wird das heitere Kunterbunt von Schalensitzen in unterschiedlichen Farben, die den eher mäßigen Zuschauerzuspruch im weiten Rund raffiniert kaschieren.

Die Sicht aufs Spielfeld wurde leider getrübt von einem engmaschigen Fangnetz, dass die Freude am überzeugenden Auftritt der Werkself schon ein wenig trübte. Von Spielbeginn an übernahm Bayer die Initiative und kam bereits in der Anfangsphase zu guten Chancen. Der Führungstreffer durch Karim Bellarabi nach 26 Minuten war die logische Konsequenz einer starken Vorstellung der Mannschaft von Roger Schmidt.

Auch im zweiten Durchgang bestimmte Bayer das Geschehen, der Tabellenführer der portugiesischen Liga kam zu keiner nennenswerten Torgelegenheit. Das änderte sich auch nicht mit der Einwechslung von Islam Slimani, dem mit aktuell 18 Ligatreffern besten Torschützen von Sporting. Am Ende wies die Statistik 12:2 Torschüsse zu Gunsten der Werkself aus, die sich mit dem diesem Auswärtssieg in Lissabon eine hervorragende Ausgangslage für das Rückspiel am kommenden Donnerstag verschafft hat.

Apropos Rückspiel: Zurück in Offenbach erwartete mich heute eine ausgesprochen nette Überraschung in Form einer E-Mail. Als Dankeschön für die Unterstützung in Portugal lädt Bayer 04 alle mitgereisten Fans mitsamt einer Begleitperson kostenlos zur Partie gegen Sporting in die BayArena ein. Eine ganz starke Aktion, für die ich an dieser Stelle schon mal vielen Dank sagen möchte.

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Sporting Clube de Portugal - Bayer 04 Leverkusen 0:1
Donnerstag, 18. Februar 2016, 20 Uhr
Estádio José Alvalade,  26.201 Zuschauer

Torschütze: 0:1 Bellarabi (26.)










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