2. Dezember 2015

Kickers Offenbach - Hessen Kassel 2:1

Gleich mit einer ganzen Reihe von Attributen ließ sich die Begegnung gestern gegen Hessen Kassel belegen.

Das letzte Heimspiel der Kickers im Kalenderjahr 2015, das uns so viele große Momente beschert hat.

Die 100. Partie mit Trainer Rico Schmitt an der Seitenlinie. Eine Zahl, die beileibe nicht jeder Übungsleiter in Offenbach erreicht.

Das erste Spiel unter Helmut Spahn als Präsidenten des OFC. Ihm und seinen Präsidiumskollegen, die am Montag vergangener Woche mit überwältigenden Mehrheit ins Amt gewählt wurden, kann ich an dieser Stelle nur eine glückliche Hand wünschen. Sollte es Spahn & Co. gelingen, sich auf die drängenden Probleme des Vereins zu konzentrieren anstatt sich auf Nebenkriegsschauplätzen zu tummeln, wäre bereits eine ganze Menge gewonnen.

Zum letzten Mal in diesem Jahr erstrahlte also gestern das Flutlicht auf Biebers Höhen und lockte nochmals 5.113 Zuschauer ins Stadion. Angesichts des Leistungsabfalls der vergangenen Wochen sowie der Fernsehübertragung des allseits beliebten Senders Sport1 eine beachtliche Zahl, die Mut für das neue Jahr macht.

Die Ausgangslage war allseits bekannt. Durch die teilweise doch sehr überraschenden Ergebnisse vom Wochenende bot sich dem OFC die Chance, mit drei Punkten gegen den alten Rivalen aus Nordhessen wieder auf Tuchfühlung mit den Spitzenplätzen der Regionalliga zu gehen.

Entsprechend couragiert gingen die Jungs in den rot-weißen Trikots die Sache an und kamen gleich in der ersten Viertelstunde zu guten Gelegenheiten. Es entwickelte sich eine rasante und hart umkämpfte Partie, die angesichts der Platzverhältnisse vor allem vom OFC auf erstaunlich hohem technischen Niveau geführt wurde.

Um so größer war die Ernüchterung nach dem Führungstreffer der Gäste in der 18. Minute, bei dem unser Keeper Daniel Endres zum wiederholten Mal in dieser Saison keine glückliche Figur machte. Zwar fiel das Tor nicht gerade aus heiterem Himmel, denn Hessen Kassel war der erwartet starke Gegner. Trotzdem hatten die Kickers zu diesem Zeitpunkt das Heft des Handelns in der Hand und lagen eigentlich unverdient hinten.

Es spricht für die Moral unserer Mannschaft, dass sie nach diesem neuerlichen Rückschlag nicht die Köpfe hängen ließ. Bereits sechs Minuten nach dem Rückstand tankte sich Martin Röser am Strafraum der Gäste durch und verwertete eine Flanke von Sascha Korb zum mehr als verdienten Ausgleich. Fast wäre der OFC noch vor der Pause in Führung gegangen, doch Markus Müller scheiterte kurz vor dem Halbzeitpfiff knapp.

Im zweiten Durchgang boten die Kickers dann die beste Leistung seit vielen Wochen. Auf dem schweren Geläuf wurde buchstäblich um jeden Meter geackert, phasenweise kam Kassel jetzt kaum noch aus der eigenen Hälfte. Nach drei weiteren nur knapp verpassten Chancen war es schließlich Benjamin Pintol vorbehalten, 15 Minuten vor dem Ende per Kopf den erlösenden Führungstreffer zu erzielen, der Auftakt zu einer dramatischen Schlussphase war.

Der OFC gab sich nicht mit der knappen Führung zufrieden und drängte mit Macht auf den alles entscheidenden dritten Treffer. Kurz vor dem Ende der Partie stürmte Markus Müller alleine in Richtung Gästetor und wurde vom KSV-Keeper Kevin Rauhut mit einer Notbremse zu Fall gebracht. Der Schiedsrichter gab Elfmeter und zeigte dem Schlussmann die rote Karte. Da die Nordhessen ihr Wechselkontingent bereits erschöpft hatten, musste sich mit Tobias Damm ein Feldspieler das Torwarttrikot überstreifen.

Den fälligen Elfmeter drosch Benjamin Pintol über den Kasten und vergab damit die goldene Gelegenheit, den Deckel endgültig zuzumachen. Das war gleich doppelt bitter, denn Markus Müller hätte nach einer wirklich beeindruckenden kämpferischen Leistung mehr als jeder andere einen Treffer verdient gehabt. Doch auch so ließen sich die Kickers die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und brachten den knappen Vorsprung über die fünfminütige Nachspielzeit.

Nach diesem hart erkämpften Erfolg gegen einen starken Gegner steht der OFC auf Rang fünf, der Rückstand auf die Tabellenspitze beträgt nur noch neun Punkte. Sollte es jetzt noch gelingen, am kommenden Samstag aus Homburg den eine oder anderen Zähler mitzunehmen, wäre dies der perfekte Abschluss eines Herbstes, in dem die Kickers wahrlich nicht vom Glück verfolgt wurden.

Der Bieberer Berg versinkt nun im Winterschlaf. Natürlich wird eine Auszeit der Mannschaft, den Betreuern und auch den Fans gut tun. Doch drei Monate Winterpause sind eine absurd lange Zeit. Erst am 5. März 2016 - in 95 Tagen - wird auf Biebers Höhen gegen den TSV Steinbach wieder Fußball gespielt.

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Kickers Offenbach - Hessen Kassel 2:1
Dienstag, 1. Dezember 2015, 20.15 Uhr
Sparda-Bank-Hessen-Stadion, 5.113 Zuschauer

Mannschaftsaufstellung: Daniel Endres - Maik Vetter, Thorsten Franke (42. Julian Dudda), Stefano Maier, Sascha Korb - Klaus Gjasula, Marcel Gebers - Martin Röser (91. Alexandros Theodosiadis), Benjamin Pintol, Niko Dobros (84. Robin Scheu) – Markus Müller

Torschützen: 0:1 Feigenspan (18.), 1:1 Röser (24.), 2:1 Pintol (75.)

Besondere Vorkommnisse: Pintol verschießt Foulelfmeter (89.)

Rote Karte: Rauhut (87.)


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