17. Oktober 2015

Kickers Offenbach - SpVgg Neckarelz 0:0

Fünf Tage nach dem historischen Sixpack in Trier stand der Bieberer Berg heute ganz im Zeichen der Vergangenheitsbewältigung. Bereits auf der Pressekonferenz am Donnerstag hatte Klaus Gjasula angekündigt, man wolle mit einer veränderten Körpersprache und den eigenen Fans im Rücken die SpVgg Neckarelz aus dem Stadion schießen. Markus Müller und Marcel Gebers teilten auf Facebook mit, alles für einen Heimsieg zu geben.

Dabei hätte es nicht all dieser markigen Worte bedurft um zur Erkenntnis zu gelangen, dass ein souveräner Auftritt gegen den Tabellensechzehnten aus Neckarelz einiges dazu beitragen könnte, die besorgten Gemüter rund um den Waldemar-Klein-Platz zu beruhigen.

Jedenfalls herrschte vor der Begegnung auf Biebers Höhen seltene Einigkeit darüber, dass alles andere als drei Punkte an diesem nasskalten Herbsttag wohl eine Weichenstellung in die falsche Richtung bedeuten würde.

Doch leider ließ unsere Mannschaft den vielen Worten unter der Woche heute auf dem Platz keine entsprechenden Taten folgen. Sie knüpfte vielmehr nahtlos an die Darbietung von Trier an und agierte ideenlos, ohne Durchschlagskraft und vermittelte leider auch über weite Strecken der Begegnung eine gewisse Gleichgültigkeit.

Bester Mann bei den Kickers war bis zur 77. Minute Alexander Sebald, der für unseren verletzten Kapitän Daniel Endres zwischen den Pfosten stand und bis dahin mehrere hochkarätige Torgelegenheiten der Gäste vereitelt hatte. Nach einem vermeintlichen Handspiel außerhalb des Strafraums, das ich von meinem Platz aus schlichtweg nicht bewerten konnte, sah er die rote Karte und musste durch den U21-Keeper Patrick Rühl ersetzt werden.

Auf Seiten des OFC gab es während der gesamten Partie eine einzige Chance durch Markus Müller in der Schlussphase der ersten Hälfte zu bestaunen. Am Ende konnten sich die erneut in Unterzahl spielenden Kickers wie schon im letzten Heimspiel gegen Hoffenheim glücklich schätzen, zumindest einen Punkt gerettet zu haben, denn die Gäste ließen kurz vor dem Schlusspfiff noch eine Gelegenheit liegen, die in jedem anderen Fußballspiel ein sicherer Treffer gewesen wäre.

So bleibt als Erkenntnis aus diesem ungemütlichen Nachmittag, dass der OFC in dieser Verfassung eigentlich nichts in der Spitzengruppe der Regionalliga zu suchen hat, auch wenn der Rückstand auf den zweiten Tabellenplatz lediglich vier Punkte beträgt, weil Saarbrücken und Elversberg derzeit ebenfalls schwächeln. Tatsache bleibt, dass die Kickers in dieser Saison nur sehr selten wirklich überzeugen können, zuletzt vor drei Wochen in Mannheim. Davor und danach gab es aber nur wenige Ansatzpunkte, um Hoffnung auf bessere Zeiten zu schöpfen.

Bleibt als letzter Trost die Erkenntnis, dass sich die Dinge gerade im Fußball manchmal sehr schnell ändern, eine einzige Partie kann schon den Wendepunkt zum Besseren bedeuten. Die nächste Chance hierfür bietet sich den Jungs von Rico Schmitt am kommenden Freitag bei Astoria Walldorf. Meine Vorfreude auf diese Begegnung hält sich derzeit aber doch in sehr engen Grenzen.

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Kickers Offenbach - SpVgg Neckarelz 0:0
Samstag, 17. Oktober 2015, 14 Uhr
Sparda-Bank-Hessen-Stadion, 5.020 Zuschauer

Mannschaftsaufstellung: Alexander Sebald - Stefano Maier, Marcel Gebers, Julian Dudda, Alexandros Theodosiadis - Klaus Gjasula, Kristian Maslanka (79. Patrick Rühl) - Robin Scheu (64. Steven von der Burg), Benjamin Pintol, Nikolaos Dobros (46. Devann Yao) - Markus Müller

Rote Karte: Alexander Sebald (77.)

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