12. September 2015

Bayer Leverkusen - Darmstadt 98 0:1

Es gibt viele attraktive Wege der Freizeitgestaltung an einem Samstag im September, wenn der OFC erst Tags darauf in Elversberg antritt. Zu ihnen gehört ein Besuch bei unseren Freunden in der Farbenstadt. Das dachte sich auch der Kickers-Fan-Club "Rot-Weiße Brut" und organisierte einen Busausflug zur Werkself, die an diesem Nachmittag einen Gegner aus dem Südhessischen erwartete, der noch vor nicht all zu langer Zeit gemeinsam mit uns in der 3. Liga gegen den Ball getreten hat.

Sehr zeitig um 10 Uhr morgens ging es in Richtung Leverkusen, und das aus gutem Grund, denn vor der Begegnung des 4. Bundesligaspieltags sollte genügend Zeit für einen Besuch im Stadioneck12 bleiben, einer kleinen, vom Dachverband der Bayer-Fans betriebenen Kneipe in Rufweite der BayArena. Hier warteten auf die geneigten Fußballfreunde aus Leverkusen und Offenbach neben der spätsommerlichen Sonne auch kaltes Kölsch und eine ausgesprochen schmackhafte Thüringer Bratwurst. Dass wir damit auch schon den Höhepunkt des Tages absolviert hatten, war uns zu diesem Zeitpunkt glücklicher Weise noch nicht bewusst.

Die BayArena selbst hatte ich zuletzt im März 1994 von innen gesehen, damals hieß die Heimstätte der Werkself noch Ulrich-Haberland-Stadion. Wer dort heute Appetit auf Speis und Trank verspürt, braucht zunächst eine Bezahlkarte, für die zehn Euro Pfand zu hinterlegen sind. Auch sonst begleitet den modernen Schlachtenbummler viel Technik bei seinem Besuch in der Arena. Das WiFi ist "free", ab 13.30 Uhr vermittelt eine Live-App Infos und Statistiken rund um die Partie, an den Cateringständen wird nicht nur das kulinarische Angebot, sondern auch das Spielgeschehen  auf hochauflösenden Bildschirmen gezeigt.

Von innen betrachtet kann man die BayArena durchaus als Schmuckkästchen bezeichnen. Besonders die filigrane Dachkonstruktion hat es mir angetan, auch wenn eine Reisegefährtin mit viel Sinn für Ästhetik nicht ganz zu unrecht anmerkte, dass das ovale Netz eigentlich mehr an ein Leichtathletikstadion als an einen Fußballplatz erinnert. In der Nordkurve hinter dem Tor wurde Platz für einige wenige Stehstufen geschaffen, die eine Stunde vor Spielbeginn bereits gut gefüllt waren. Vor dem Anpfiff wurden die etwa 250 angereisten Fußballfreunde aus Offenbach eigens von der Stadionsprecherin begrüßt, und dann nahm das Elend schließlich seinen Lauf.

Bereits nach acht Minuten gingen die Gäste in Führung, in der Folge entwickelte sich eine Partie auf sehr übersichtlichem Niveau. Besonders auf den Schultern der Bayer-Profis lastete die Tatsache, heute vor anspruchsvollen Gästen aus der Lederstadt aufspielen zu müssen, ganz offensichtlich tonnenschwer. Daran änderte sich auch im zweiten Durchgang nur wenig, selbst wenn die Werkself jetzt ein ganz klein Wenig kämpferischer agierte und in der letzten halben Stunde zudem der mexikanische Stareinkauf Chicharito auf dem Platz stand. Am Ende feierten die Hainer ihren ersten Sieg in der Bundesliga und wir machten uns den einen oder anderen Gedanken darüber, ob wir tatsächlich das lustvollste Freizeitvergnügen für diesen Samstag gewählt hatten.

Da war es um so tröstlicher, dass sich die Heimfahrt durch einen gewaltigen Stau auf der A3 bis 23 Uhr hinzog und wir noch ausreichend Gelegenheit zum geselligen Beisammensein in fröhlicher Runde mit vielen heiteren Liedern hatten. Früher oder später werden wir eben alle vom Bus abgeholt.

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Bayer Leverkusen - Darmstadt 98 0:1
Samstag, 12. September 2015, 15.30 Uhr
BayArena, 29.396 Zuschauer

Torschütze: 0:1 Sulu (8.)


















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