25. Juli 2015

FSV Frankfurt - RB Leipzig 0:1

Eine Woche bevor es auch für den OFC endlich wieder um Ligapunkte geht, bot der freie Samstag nach dem Spiel gegen Mallorca und vor dem Kickerstag die Gelegenheit, noch schnell ein wenig Zweitligaluft zu schnuppern.

Zum Saisonauftakt versprach die Begegnung zwischen dem FSV Frankfurt und RB Leipzig gleich aus mehreren Gründen einiges an Spannung.

Auf der einen Seite haben die Gastgeber nach dem in letzter Minute verhinderten Abstieg ihre Mannschaft komplett umgekrempelt und starten mit 14 Neuverpflichtungen in ihre achte Spielzeit im Unterhaus der Bundesliga. Auf der anderen Seite natürlich das mit 15,6 Millionen aufgefrischte Team aus Leipzig, das allein schon angesichts dieser für die Ligaverhältnisse eigentlich unvorstellbaren Summe zum Aufstieg verdammt ist.

Davon, dass die Sachsen für einen nicht unerheblichen Teil der Fußballfreunde in unserer Republik quasi die Personifizierung Luzifers in Gestalt eines Rasenballsportvereins sind, war heute in Bornheim nichts zu spüren. Jedenfalls gab es nirgends Anzeichen jener organisierten Empörung, die den Leipziger andernorts so oft zuteil wird.

Vor dem Anpfiff freute sich der Bornheimer Anhang statt dessen auf langen Bierbänken oberhalb der Stehtribüne über den frischen Wind, der die brütende Hitze der vergangenen Wochen vertrieben hat. Ein Ambiente, das man als Offenbacher mit einem zumindest leichten Anflug von Neid miterlebt, fehlen doch in unserem Stadion genau diese Orte der Geselligkeit und stillen Einkehr. Den Literbecher (!) Licher gibt es hier für 7,80 Euro, für die schmackhafte Rindswurst sind 3,20 Euro fällig. Stolze Preise, aber irgendwie muss wohl auch der FSV zu Geld kommen, schließlich kostet der unüberdachte Stehplatz am Bornheimer Hang gerade einmal 10 Euro.

Auch im Volksbank Stadion gibt es übrigens eine Ultrà-Gruppe, die kurioserweise auf der rechten Seite der Haupttribüne zuhause ist. Mit drei Fahnen schafft es die vielleicht 50 Mann starke Truppe von dort aus problemlos, den Zuschauern in der Kurve des Block O die Sicht auf einen Teil des Spielfelds zu nehmen, was am heutigen Samstag aber nicht unbedingt die ganz große Katastrophe war.

Denn die Gäste aus Leipzig dominierten zwar von Beginn an Ball und Gegner, kamen aber in der ersten Hälfte zu keiner Torgelegenheit. Der FSV lauerte seinerseits auf Konter und vergab in der 17. Minute eine mehr als hundertprozentige Chance, als gleich drei Angreifer einem einzigen Verteidiger gegenüberstanden.

Zehn Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als die Rasenballsportler ihre erste Möglichkeit nach einem Abwehrschnitzer der Hausherren prompt zum Führungstreffer nutzten. In der Folge beschränkte sich das Team von Trainer Rangnick auf reine Ergebnisverwaltung und konnte sich am Ende glücklich schätzen, die drei Punkte aus der verbotenen Stadt mitzunehmen, denn der FSV erarbeitete sich noch zwei hochkarätige Gelegenheiten und traf kurz vor dem Ende nur den Pfosten.

Unter dem Strich ein glücklicher Gästesieg in einer Begegnung auf übersichtlichem Niveau, wie man sie relativ häufig zu Beginn einer Spielzeit zu sehen bekommt. Aus einem Wiedersehen mit Denis Mangafic wurde übrigens nichts, unser ehemaliger Leistungsträger saß heute nicht einmal auf der Bank.

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FSV Frankfurt - RB Leipzig 0:1
Sonntag, 25. Juli 2015, 15.30 Uhr
Frankfurter Volksbank Stadion, 7.021 Zuschauer

Torschütze: 0:1 Sabitzer (55.)








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