9. Mai 2015

Kickers Offenbach - Eintracht Trier 1:0

Kickers Offenbach ist jetzt auch ganz offiziell Meister der Regionalliga Südwest. Mit der Pokalübergabe nach der Begegnung am heutigen Samstag wurde besiegelt, was bereits seit zwei Wochen feststand. Ein Titel, über den noch keine rechte Freude aufkommen mag, fehlt ihm bis auf weiteres doch die Krönung, der Aufstieg. Bis Ende Mai bedeutet diese Meisterschaft nicht mehr, als einen weiteren Pokal in den Vitrinen der Kickers.

Natürlich ist das ungerecht, denn dieser Pokal symbolisiert eine wahrlich meisterliche Saison. 76 von 96 möglichen Punkten hat unsere Mannschaft bislang errungen. Ein Blick auf das Torverhältnis belegt dabei einmal mehr, dass man mit der Offensive zwar Spiele, mit der Defensive aber Meisterschaften gewinnt. Denn mit 52 erzielten Treffern stellt der OFC nur den viertbesten Angriff, lediglich 19 Gegentreffer in 32 Spielen bedeuten aber die mit Abstand stabilste Abwehr der Liga.

Bevor sich aber am 27. und 31. Mai das Schicksal einer meisterlichen Saison entscheidet, war heute im zweiten von vier bedeutungslosen Ligaspielen Eintracht Trier zu Gast auf Biebers Höhen. Ein Spiel, bei dem es einmal mehr galt, "die Spannung aufrecht zu erhalten". Nun war ich mir nicht sicher, ob dies überhaupt möglich ist. Denn allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz, wissen die Jungs auf dem Rasen natürlich, dass es um nichts mehr geht. Wer will da im Zweifelsfall eine Verletzung oder gar eine Sperre riskieren? So dachte ich mir das im Verlauf des Spiels, nur um in der Nachspielzeit eines besseren belehrt zu werden.

Eine steife Brise wehte über die Ränge des Bieberer Bergs, vielleicht deshalb war der Block 3 so luftig besetzt, dass sich einige Fans dafür entschieden, die Partie ganz entspannt im Sitzen zu verfolgen. Doch der OFC tat im ersten Durchgang einiges, um das geneigte Publikum wieder auf die Beine zu bringen. Der Führungstreffer von Giuliano Modica nach einer Viertelstunde war Ausdruck der Offenbacher Überlegenheit, die Gäste von der Mosel betraten in der ersten halben Stunde kein einziges Mal den gegnerischen Strafraum und erweckten den Eindruck, ihr Pulver samt und sonders beim 2:6-Auswärtssieg in Hoffenheim verschossen zu haben. Der knappe Vorsprung der Kickers zur Pause war verdient und hätte durchaus höher ausfallen können.

In der zweiten Hälfte wurde die Begegnung ausgeglichener. Trier nahm jetzt aktiver am Spielgeschehen teil, es entwickelte sich ein munteres Hin und Her, bei dem der OFC aber nach wie vor die größeren Spielanteile und besseren Torchancen hatte. Die wichtigste Szene der Partie ereignete sich dann aber in der Nachspielzeit, als sich eigentlich alle mit dem knappen, aber hoch verdienten Sieg der Kickers abgefunden hatten und sich innerlich bereits auf die Pokalübergabe einstimmten. Alle, bis auf Christian Cappek, der nach einem rüden Foul im Mittelfeld die Nerven verlor, seinem Gegenspieler im wahrsten Sinne des Wortes an die Gurgel ging und dafür praktisch mit dem Schlußpfiff vom Platz gestellt wurde.

Bei allem Verständnis für unseren Angreifer hat er sich und seiner Mannschaft damit natürlich einen Bärendienst erwiesen. Sollte die Sperre mehr als zwei Spiele betragen, fehlt unser Topstürmer wenigstens im ersten Relegationsspiel. Zumindest mir verdarb die rote Karte ein wenig die Freude an der Meisterfeier, auch wenn es natürlich schön war, allen, die zu diesem Titel beigetragen haben, nochmals gebühend zu applaudieren.

Somit heißt es in den kommenden Tagen nicht nur Schlangestehen für die Eintrittskarten zum Relegationsspiel, sondern auch auf das Verbandsurteil über Christian Cappek zu warten. Hoffen wir das Beste.

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Kickers Offenbach - Eintracht Trier 1:0
Samstag, 9. Mai 2015, 14 Uhr
Sparda-Bank-Hessen-Stadion, 5.728 Zuschauer

Mannschaftsaufsstellung: Daniel Endres, Kevin Wittke, Giuliano Modica, Stefano Maier, Sascha Korb, Klaus Gjasula, Martin Röser (75. Jan Biggel), Fabian Bäcker (64. Benjamin Pintol), Matthias Schwarz, Christian Cappek, Markus Müller (64. Steven von der Burg)

Torschütze: 1:0 Modica (16.)
Platzverweis: Cappek (93.)



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