16. Mai 2015

Kickers Offenbach - 1899 Hoffenheim II 3:2

Das letzte Heimspiel der Saison ist stets ein willkommener Anlaß für rührselige Gedanken über die zu Ende gehende Spielzeit. Nun ist die letzte Begegnung auf dem Bieberer Berg in der Regionalliga Südwest gottlob nicht die letzte Partie der Offenbacher Kickers vor eigenem Publikum. Am Sonntag in zwei Wochen gibt es einen Nachschlag, und zwar einen sehr ordentlichen.

So konnte ich mich heute ganz auf das Hier und Jetzt konzentrieren: Würde die Maisonne die Wolken besiegen, oder wäre es doch ratsam, ein wärmendes Sweatshirt überzuziehen? Rechtfertigt der nahende Abschied des Caterers Kegelmann den Verzehr einer letzten Feuerwurst? Und natürlich, würde es den Kickers gelingen, ihre meisterliche Serie ohne Heimniederlage auch gegen das drittbeste Auswärtsteam der Liga zu behaupten?

Wie man sieht, stellt selbst eine vermeintlich bedeutungslose Partie nicht nur die Spieler sondern auch mich als Fan immer wieder vor neue, spannende Herausforderungen. Angesichts dieser drängenden Fragen war es jedenfalls gut, dass die Sentimentalitäten erst in 15 Tagen an der Reihe sind.

Ganz unsentimental gingen auch die Akteure auf dem Rasen die Sache an. Gerade 45 Sekunden waren gespielt, da donnerte Benjamin Pintol den Ball an den rechten Pfosten des Gästetors. Nur drei Minuten später ging Hoffenheim in Führung, nachdem die Abwehr der Kickers ihr Geburtstagskind Daniel Endres einen Moment lang im Stich ließ.

Doch den Meister brachte das nicht aus dem Konzept. Nach zehn Minuten erzielte Martin Röser den Ausgleich und stellte damit unter Beweis, dass der OFC auch ohne sein Traumduo Cappek/Müller zum Torerfolg kommen kann. Bis zum Pausenpfiff bekamen die 5.469 Fans eine abwechslungsreiche Partie zu sehen, auch wenn Torchancen dabei Mangelware blieben. Die Kraichgauer gehören sicher zu den besseren Gästemannschaften, die sich in dieser Saison auf dem Bieberer Berg vorstellten, das Unentschieden nach 45 Minuten ging in Ordnung.

Im zweiten Durchgang fanden die Kickers zunächst nicht zu ihrem Spiel. In der 54. Minute gingen die Gäste zum zweiten Mal an diesem Nachmittag durch einen Konter in Führung. Kurz darauf wechselte Rico Schmitt dann Markus Müller ein, der sofort frischen Wind in den bis dahin ziemlich lauen Offenbacher Sturm brachte. Sein Doppelpack in der 67. und 80. Minute sorgte dafür, dass der OFC seine fast makellose Heimspielweste behielt.

Respekt vor dieser Energieleistung unserer Mannschaft, die das Spiel gegen wirklich starke  Gäste noch drehte und keine Anzeichen mangelnder Motivation erkennen ließ. Angesichts dieser feinen Leistung möchte ich den Mantel des Schweigens über einen Strafstoß legen, den Klaus Gjasula kurz vor dem Ende kläglich vergab. Nachdem der Gelbe Klaus bereits in Homburg vom Elfmeterpunkt aus scheiterte, sollte bei nächster Gelegenheit ein anderer Spieler die Verantwortung übernehmen.

Zum Abschluß der Liga reisen die Kickers am kommenden Samstag nach Kassel, vier Tage später geht es dann zum ersten der beiden Aufstiegsspiele in Richtung Osten. Vielleicht steht unser Gegner ja bereits morgen fest. Der MDR überträgt die Begegnungen von Magdeburg und Zwickau jedenfalls ab 14 Uhr als Live-Konferenz.

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Kickers Offenbach - 1899 Hoffenheim II 3:2
Samstag, 16. Mai 2015, 14 Uhr
Sparda-Bank-Hessen-Stadion, 5.469 Zuschauer

Mannschaftsaufsstellung: Daniel Endres, Klaus Gjasula, Giuliano Modica, Matthias Schwarz (84. Jan Biggel), Benjamin Pintol, Fabian Bäcker (70. Gabriel Gallus), Martin Röser, Steven von der Burg (59. Markus Müller), Dennis Schulte, Sascha Korb, Denis Mangafic

Torschützen: 0:1 Krempicki (4.), 1:1 Röser (10.), 1:2 Trumner (56.), 2:2 Müller (67.), 3:2 Müller (80.)

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