2. Mai 2015

1. FC Kaiserslautern II - Kickers Offenbach 2:0

Mit dem vorletzten Auswärtsspiel der Kickers in der Regionalliga Südwest stand heute gleichzeitig das erste von vier Freundschaftsspielen bis zur Relegation auf dem Programm. Entsprechend gelöst war die Stimmung während der kurzen Fahrt nach Kaiserslautern. Einzig die Frage, ob die eindrucksvollen Serien der Kickers ohne Niederlage und Gegentore halten würden, beschäftigten unserere kleinen Reisegruppe. Ansonsten hatten wir unterwegs genügend Muse, uns an den üppig blühenden Rapsfeldern am Wegesrand zu erfreuen.

Schon oft habe ich hier im Blog vom Charme der Regionalliga geschwärmt. Dass es auch anders geht, beweist der Ausflug in die Pfalz. Zwar konnten wir, anders als bei Spielen der "großen" roten Teufel üblich, mit dem Auto bis zum Stadion hinauffahren. Doch der Betzenberg wirkte vor den dunklen Wolken am Himmel über Kaiserslautern wie eine Trutzburg, die man nicht wirklich gerne betreten möchte. Unter den Rängen der Osttribüne gibt es Karlsberg-Bier zum stolzen Preis von 3,95 Euro, und auch die Stadionwurst wollte nicht nur der besten Pressesprecherin von allen so überhaupt nicht schmecken.

Das legendäre Fritz-Walter-Stadion glich an diesem Nachmittag einer Geisterkulisse. 49.780 Zuschauer passen ins weite Rund, in dem sich heute 1.020 Fans verloren, davon wahrscheinlich 900 im Gästeblock. Die Anzeigentafeln hatte man erst gar nicht eingeschaltet, vor dem Anpfiff dröhnte "Atemlos" und ähnliches Liedgut in einer Lautstärke über die leeren Ränge hinweg, die jedes Gespräch unterband. Gespenstisch, sich vor solch einer Kulisse ein Fußballspiel anzusehen. 

In der ersten Halbzeit kontrollierte der OFC zwar weitgehend das Geschehen, die besseren Torchancen hatten jedoch die Gastgeber. Während die Jungs von Rico Schmitt in der Offensive etwas uninspiriert wirkten, erzielten die Hausherren praktisch mit dem Pausenpfiff die Führung.

In der zweiten Hälfte lief für die Kickers bis auf einen Fernschuß von Martin Röser auf das leere Tor nur noch wenig zusammen. Kaiserslautern hätte den Vorsprung schon früher ausbauen können, wartete damit aber wiederum bis zur Schlußminute.

Gleich zwei Serien fanden also am heutigen Nachmittag in der Pfalz ein Ende: Nach 29 Spielen und 784 Minuten ohne Gegentor kassieren die Kickers zwei Treffer und eine Niederlage. Welch ein Glück, dass man als Meister der Regionalliga Südwest all dies gelassen zur Kenntnis nehmen kann.

So folgte der eigentliche Höhepunkt des Tages dann erst bei der Rückkehr nach Offenbach, als uns der Hessische Rundfunk eine Sternstunde der Fernsehgeschichte bescherte. Während einer hastig am Hockenheimring durchgeführten Auslosung der Relegationsspiele wurde vor laufenden Kameras verkündet, dass der OFC gegen den Meister der Regionalliga Bayern antritt. Wenig später berichtigte Kickers Offenbach auf seiner Facebook-Seite den Sender: Der OFC tritt am 27. Mai beim Meister der Regionalliga Nordost an, am 31. Mai findet das Rückspiel auf dem Bieberer Berg statt. Alles nicht so einfach, immerhin waren ja auch vier Loskugeln im Topf. Da kann man schon mal durcheinander kommen.

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1. FC Kaiserslautern II - Kickers Offenbach 2:0
Samstag, 2. Mai 2015, 14 Uhr
Fritz-Walter-Stadion, 1.020 Zuschauer

Mannschaftsaufsstellung: Daniel Endres, Klaus Gjasula (46. Martin Röser), Giuliano Modica, Matthias Schwarz (75. Steven von der Burg), Benjamin Pintol, Fabian Bäcker (62. Kevin Wittke), Christian Cappek, Stefano Maier, Sascha Korb, Denis Mangafic, Markus Müller

Torschützen: 1:0 Deville (45.), 2:0 Müller (90.)












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