11. März 2015

Vorschau: FC Astoria Walldorf

Zwei Tage noch, dann reist die Kickers-Karawane zum ersten Auswärtsspiel des Jahres nach Walldorf. Gerade einmal 107 Kilometer sind es von Offenbach bis in den beschaulichen Ort mit seinen 15.000 Einwohnern.

Doch auch wenn die Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis nicht zu den großen Metropolen der Republik zählt, ist ihr Name durchaus klangvoll. Astoria Walldorf, Waldorf Astoria, da war doch was? So dreht sich die heutige Vorschau dann auch mehr um Hotels, Salat und Software als um das runde Leder.

Nicht erst seitdem der Softwaregigant SAP im Jahr 1977 nach Walldorf zog, ist das badische Städtchen weltweit ein Begriff. Schuld daran trägt in erster Linie Johann Jakob Astor, der im späten 18. Jahrhundert von Walldorf in die Vereinigten Staaten auswanderte.

Dort, genauer gesagt in New York City, begründeten seine Nachfahren William Waldorf Astor und John Jacob Astor 1897 das Hotel Waldorf-Astoria, das durch die Emigration zwar ein "l" eingebüßt hat, aber binnen kurzer Zeit zum Synonym für Luxusherbergen schlechthin werden sollte. Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier der legendäre Waldorfsalat kreiert, der bis heute zu den Klassikern der gehobenen Küche gehört.

Zu Beginn der 1930er Jahre musste das ursprüngliche Hotelgebäude dem Empire State Building weichen, doch bereits 1931 wurde das neue, 42-stöckige Waldorf-Astoria in der 301 Park Avenue eröffnet, wo es bis heute den Reichen und Schönen dieser Welt als standesgemäße Unterkunft dient.

Auch heute noch hat der Name Astor in Walldorf einige Bedeutung. Die in die USA ausgewanderte Familie blieb ihrer badischen Heimat verbunden und spendete beträchtliche Summen, aus denen unter anderem das Astorhaus finanziert wurde, das mittlerweile hauptsächlich als Museum genutzt wird. Nicht zuletzt durch die Ansiedlung von SAP und weiterer Unternehmen der Softwarebranche zählt Walldorf inzwischen zu den reichsten Städten in Europa.

Was hat das nun alles mit der Regionalliga Südwest zu tun? Der ursprünglich 1908 als SG Walldorf-Astoria gegründete Fußballverein ist erst 1995 durch eine Fusion als FC Astoria Walldorf entstanden. Leider konnte ich keine Quellen zur Gründungsgeschichte des Stammvereins finden, jedoch liegt aufgrund des Namens die Vermutung nahe, dass die Familie Astor auch hier eine wichtige Rolle spielte.

Ähnlich wie die SG Sonnenhof Großaspach kann Astoria Walldorf mit einem kerngesunden wirtschaftlichen Umfeld im Rücken optimistisch in die Zukunft blicken. Nach der vergangenen Spielzeit gelang den Walldorfern als Meister der Oberliga Baden-Württemberg erstmals der Aufstieg in die Viertklassigkeit. Als aktueller Tabellensiebter sind die Badener der mit weitem Abstand beste Aufsteiger in der Liga. Der OFC konnte das bislang einzige Pflichtspiel der beiden Vereine im August des vergangenen Jahres mit 1:0 für sich entscheiden.

Das klubeigene, 2006 fertig gestellte FC-Astoria-Stadion verfügt über 4.000 Plätze und einen eigenen VIP-Bereich. Bislang verfolgten in der ersten Regionalligasaison der Vereinsgeschichte im Schnitt 684 Fans die Heimspiele. 1.220 Zuschauer bei der Begegnung mit dem SV Waldhof Ende November 2014 bedeuteten den bisherigen Rekordbesuch. Mal sehen, ob diese Marke am Freitagabend übertroffen wird.

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FC Astoria Walldorf - Kickers Offenbach
Freitag, 13. März 2015, 19.30 Uhr
FC-Astoria-Stadion

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