8. März 2015

Kickers Offenbach - SC Freiburg ll 2:1

Nach dem großen Pokalabend am Mittwoch hat uns der Ligaalltag wieder, und das ist irgendwie auch gut so. Noch etwas schüchtern schien die Vorfrühlingssonne an diesem Sonntagnachmittag auf die Waldemar-Klein-Tribüne, als ich eine Viertelstunde vor Spielbeginn mit einem Kaltgetränk in der Hand ganz entspannt meinen Platz einnahm.

Der OFC startete hingegen überhaupt nicht schüchtern ins erste Punktspiel des Jahres 2015. Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, da brannte es erstmals lichterloh im Strafraum der Gäste, doch Pintol vergibt aus kurzer Entfernung die erste Chance der Kickers an diesem Nachmittag. In der Folge erinnert die Dramaturgie stark an die Begegnung vor vier Tagen. Der OFC bestimmt das Geschehen, kommt aber nur selten wirklich zwingend vor das Tor der Breisgauer. Diese haben nach einer halben Stunde ihre einzige Torgelegenheit in der ersten Hälfte, können das Spiel danach aber etwas ausgeglichener gestalten.

Auch im zweiten Durchgang bleiben die Kickers weiter am Drücker, Müller und Cappek scheitern in aussichtsreicher Position. Spätestens nach 70 Minuten fühlten sich die meisten der 6.624 Zuschauer dann wohl endgültig per Zeitmaschine in die Ereignisse des vergangenen Mittwochs zurückversetzt. Maik Vetter bringt im Strafraum einen Freiburger zu Fall, Gabriele verwandelt den fälligen Foulelfmeter zum Führungstreffer der Gäste.

Danach will dem zwar weiter tapfer kämpfenden OFC zunächst nichts mehr gelingen, innerlich bereitete ich mich schon auf die erste Heimniederlage der Saison vor. Zehn Minuten vor dem Ende dann der Auftakt für eine furiose Schlussphase auf Biebers Höhen. Zunächst kracht der Ball gegen den Pfosten des Freiburger Gehäuses, wenig später erzielt Christian Cappek den erlösenden Ausgleich für den OFC.

Und die Kickers wollen jetzt mehr, geben sich nicht mit dem Unentschieden zufrieden. Zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit gelingt Markus Müller tatsächlich noch das Siegestor für die Kickers. Wer Müllers anschließenden Torjubel vor der Waldemar-Klein-Tribüne erlebte, konnte sehr deutlich spüren, was unserem Stürmer dieser Treffer bedeutet hat.

Zwar fuhr Kickers Offenbach am heutigen Sonntag Achterbahn mit den Gefühlen seiner Fans, sichert sich aber in fast letzter Minute drei Punkte, die für den weiteren Verlauf der Saison richtungsweisend sein können. Wer solche Spiele noch dreht, kann auf die eigene Stärke vertrauen. Nach 22 Spieltagen hat der OFC jetzt schon stolze 52 Punkte auf der Habenseite, in der vergangenen Spielzeit gab es 50 Punkte aus allen 34 Partien.

Zum Abschluß noch ein Wort zu Christian Cappek. Dass der Mann mit dem farbenfrohen linken Arm ein großes Kämpferherz besitzt, ist nichts Neues. Auch heute rannte er wieder unermüdlich das Spielfeld rauf und runter. Inzwischen kommen zu seiner Einsatzbereitschaft aber auch technische Qualitäten und eine Spielübersicht, die ich ihm so nie zugetraut hätte. Christian hat für mich heute sein bislang bestes Spiel im Trikot der Kickers abgeliefert, es hat unglaublich Spaß gemacht, ihm beim Fußballspielen zuzusehen.

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Kickers Offenbach - SC Freiburg ll 2:1
Sonntag, 8. März 2015, 14 Uhr
Sparda-Bank-Hessen-Stadion, 6.624 Zuschauer

Mannschaftsaufsstellung: Daniel Endres, Maik Vetter (77. Sascha Korb), Marcel Wilke, Stefano Maier, Denis Mangafic, Klaus Gjasula, Fabian Bäcker (77. Steven von der Burg), Matthias Schwarz, Benjamin Pintol (63. Martin Röser), Christian Cappek, Markus Müller

Torschützen: 0:1 Gabriele (70. FE), 1:1 Cappek (81.), 2:1 Müller (88.)

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