23. Februar 2015

FSV Frankfurt - 1. FC Kaiserslautern 2:0

Es ist eine kleine Ewigkeit her, seit ich zuletzt ein Fußballspiel am Bornheimer Hang gesehen habe. Ende der 1970er Jahre war das, seinerzeit traten der OFC und der Fußballsportverein gemeinsam in der Zweiten Liga Süd an.

Während es die Kickers inzwischen in die Regionalliga verschlagen hat, behauptet sich der FSV seit immerhin sieben Spielzeiten in Folge im Unterhaus der Bundesliga.

Eine beachtliche Leistung, vor allem wenn man bedenkt, dass man in Bornheim ob des geringen Zuschauerzuspruchs auch keine all zu großen finanziellen Sprünge machen kann.

Dass am gestrigen Sonntag stolze 10.153 Zuschauer die Partie verfolgten, lag dann auch zu einem guten Teil an den Gästen aus Kaiserslautern, die etwa 6.000 Fans mitgebracht hatten. Schon beim Umsteigen an der Konstablerwache waren die Pfälzer klar in der Überzahl. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Fußball nach Bornheim fährt, hat übrigens keinen Grund zur Klage. Die U-Bahn-Station Johanna-Tesch-Platz liegt direkt vor dem Volksbank Stadion, von dort aus sind es nur noch wenige Meter bis zu den Bier- und Würstchenbuden vor der Südtribüne. Bedenkt man zudem, dass ein Stehplatz beim FSV nur zehn Euro kostet, alleine die im Eintrittspreis inbegriffene Fahrt mit dem RMV von Offenbach aber schon mit 9,10 Euro zu Buche schlagen würde, ist der Stadionbesuch praktisch gratis.

Doch genug von der höheren Mathematik. Es mach durchaus Spaß, zum Fußball nach Bornheim zu fahren. Das Stadion mit nur 12.000 Plätzen ist klein und eng, die Zuschauer sind sehr nahe am Geschehen. Wären die Stehplätze überdacht, könnte man nahezu von optimalen Bedingungen sprechen. Noch dazu ist die Rindswurst absolut bundesligatauglich. Der FSV-Anhang ist zurückhaltend, von Dauergesängen ist nichts zu hören. Dass die sporadischen Anfeuerungsrufe des Heimpublikums gestern über weite Strecken des Spiels kaum zu vernehmen waren, war dem Kräfteverhältnis auf den Tribünen geschuldet.

Der 1. FC Kaiserslautern ging als klarer Favorit in die Begegnung. Der Tabellenzweite will zurück in die Bundesliga, während man sich auf Seiten der Gastgeber schon glücklich schätzt, nach einer durchwachsenen Hinrunde und zuletzt zwei Siegen in Folge im Mittelfeld der Liga angekommen zu sein.

Im Verlauf der 90 Minuten war davon jedoch wenig zu spüren. Der FSV war von Beginn an spielbestimmend und hätte schon zur Halbzeit in Führung liegen müssen. Von den Pfälzern hingegen war kaum etwas zu sehen, von Torgefahr konnte keine Rede sein. Dennoch dauerte es bis zur 71. Minute, ehe Vincenzo Grifo einen wunderbar gezirkelten Freistoß zum ersten Tor des Nachmittags im Lauterer Gehäuse versenkte.

Wer jetzt mit einem Aufbäumen des Aufstiegsanwärters rechnete, sah sich getäuscht. Obwohl der FSV nach einer Gelb-Roten Karte gegen Aoudia nur zwei Minuten nach dem Führungstreffer nur noch zu zehnt spielte, waren die Gastgeber weiterhin die bessere Mannschaft. Das 2:0 durch Dedic zwei Minuten vor dem Ende war dann die logische Konsequenz eines starken Auftritts der Hausherren.

Mit Nürnberg, Leipzig und Kaiserslautern hat der FSV jetzt hintereinander drei große Namen der Liga geschlagen und ist auf dem achten Tabellenplatz vorgerückt. Vielleicht gelingt den Bornheimern ja in zwei Wochen gegen Darmstadt 98 ein weiterer Sieg. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen.

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FSV Frankfurt - 1. FC Kaiserslautern 2:0
Sonntag, 22. Februar 2015, 13.30 Uhr
Frankfurter Volksbank Stadion, 10.153 Zuschauer

Torschützen: 1:0 Grifo (71.), 2:0 Dedic (88.)










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