13. September 2014

SVN Zweibrücken - Kickers Offenbach 0:3

Eigentlich könnte ich mir getrost einen Zweitwohnsitz irgendwo im Grenzgebiet zwischen der Westpfalz und dem Saarland zulegen. Nach Pirmasens und Elversberg ging die Fahrt heute bereits zum dritten Mal in der noch jungen Saison in Richtung Südwesten, und die Spiele in Saarbrücken und Homburg stehen auch noch auf dem Kalender.

Kurz vor Kaiserslautern überholte ich erst den feuerroten Mannschaftsbus der Kickers, dann durfte ich auf den letzten 30 Kilometern ab Landstuhl wieder einmal die landschaftlichen Schönheiten der Regionalliga mit ihren satten Wiesen, erntereifen Feldern, grasenden Kühen und kleinen, verwunschenen Tälern genießen.

In Zweibrücken zunächst einmal ganz ungewohnter Luxus: Der Gästeparkplatz liegt direkt neben dem Eingang, mehr Komfort wird wohl auch VIP's kaum geboten. Im Gegensatz zur lieblichen Landschaft der Umgebung, straht das Westpfalzstadion selbst allerdings eher den Charme einer Schulturnhalle aus den 1970er Jahren aus. Man muß innerlich schon sehr gefestigt sein, um dem von einer Laufbahn eingefaßten Sportplatz mit einer einzigen Tribüne etwas Schönes abzugewinnen. Die Sicherheitskontrollen am Eingang waren dafür um so gründlicher. Vielleicht wäre es keine schlechte Idee gewesen, einige der zahlreichen Securitykräfte zum Reinigen der Schalensitze abzustellen, die nach dem Regen der letzten Tage einer Seelandschaft glichen. Am Ende wollten ganze 689 Zuschauer die Begegnung im Westpfalzstadion miterleben, von denen sicher weit mehr als 500 aus Offenbach angereist waren. Im weiten Rund war es streckenweise so still, dass man sogar die Rufe der Spieler verstehen konnte, was sicher nicht nur für mich eine ganz neue Erfahrung war.

Der OFC war mit seiner eindrucksvollen Serie von vier Pflichtspielsiegen in Folge als Favorit zum Tabellenvorletzten nach Zweibrücken gereist und wurde dieser Rolle auch von Beginn an gerecht. Im Laufe der ersten Halbzeit hatten die Kickers schon drei klare Chancen, bevor Markus Müller unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff zur Führung abstaubte. In den zweiten 45 Minuten wurde dann deutlich, warum sich die Gastgeber im Tabellenkeller befinden, denn sie hatten dem OFC praktisch nichts mehr entgegenzusetzen. Alexandros Theodosiadis und erneut Markus Müller entschieden die Begegnung mit ihren Treffern bereits in der ersten Viertelstunde zugunsten der Kickers, die am Ende auch höher hätten gewinnen können.

Durch diesen ungefährdeten Auswärtssieg etabliert sich der OFC weiter in der Spitzengruppe der Regionalliga Südwest. Der Rückstand auf Spitzenreiter Saarbrücken beträgt lediglich drei Punkte, wobei die Kickers noch immer eine Begegnung weniger ausgetragen haben.

Mit diesem Spiel verabschiedet sich der Blog Rot & Weiß bis Anfang Oktober nach Portugal, in den kommenden Wochen wird Benfica Lissabon hier das Hauptthema sein. Die aktuelle Verfassung unserer Mannschaft gibt Anlaß zur Hoffnung, dass es mir nicht wieder so ergeht, wie noch vor einem Jahr. Damals flog ich nach dem Heimsieg gegen Mainz 05 völlig entspannt nach Lissabon. Der OFC lag nach teilweise begeisternden Vorstellungen auf dem dritten Tabellenplatz. Was folgte, war eine Serie, die uns allen noch in schlechter Erinnerung ist.

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SVN Zweibrücken - Kickers Offenbach 0:3
Samstag, 13. September 2014, 14 Uhr
Westpfalzstadion, 689 Zuschauer

Mannschaftsaufstellung: Daniel Endres - Denis Mangafic (82. Robin Scheu), Giuliano Modica, Dennis Schulte, Alexandros Teheodosiadis - Klaus Gjasula -  Martin Röser, Matthias Schwarz, Fabian Bäcker (78. Sascha Korb), Christian Cappek (78. Mohammed Tahiri) - Markus Müller

Torschützen: 0:1 Müller (44.), 0:2 Theodosiadis (51.), 0:3 Müller (62.)










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