17. September 2014

Benfica - Zenit St. Petersburg 0:2

Erster Ferientag in Portugal und gleich der erste Auftritt von Benfica in der diesjährigen Champions League. Direkt nach der Auslosung der Gruppenphase hatte ich hier im Blog über die Ausgeglichenheit der Gruppe C sinniert, in der sich mit Benfica, Zenit St. Petersburg, dem AS Monaco und Bayer Leverkusen voraussichtlich vier Mannschaften auf Augenhöhe begegnen würden.

Dass bei Zenit die drei ehemaligen Benficaprofis Ezequiel Garay, Javi García und Axel Witsel sowie gute alte Bekannte aus der portugiesischen Liga wie Danny, Hulk oder Trainer André Villas-Boas unter Vertrag stehen, verlieh dem Spiel in Lissabon dazu noch einen ganz besonderen Reiz.

Von Ausgeglichenheit konnte gestern im Estádio da Luz allerdings kaum die Rede sein. Zenit zeigte von Beginn an, mit wieviel Qualität der Kader in den letzten Jahren verstärkt wurde. Bereits nach fünf Minuten erzielte Hulk nach einem tollen Steilpass den Führungstreffer, und als eine Viertelstunde später Benficas Torhüter Artur für eine Notbremse die rote Karte sah, war eigentlich bereits entschieden, wer an diesem Abend den Platz als Sieger verlassen würde. Nur zwei Minuten später besorgte Axel Witsel nach einem Eckball per Kopf das zweite Tor der Gäste, die das Geschehen bis zur Halbzeit fast nach Belieben bestimmten, während Benficas Spiel von vielen Ballverlusten im Mittelfeld geprägt war.

Erst nachdem Zenit nach einer Stunde die Zügel etwas schleifen liess, fanden die Adler besser in die Begegnung und kamen ihrerseits zu drei guten Möglichkeiten, die aber allesamt vergeben wurden. Erneut wurde deutlich, dass der portugiesische Meister seine Probleme im Sturm hat, besonders nachdem als Reaktion auf den Platzverweis von Artur der neu verpflichtete Angreifer Talisca ausgewechselt wurde, der noch am vergangenen Freitag beim Auswärtsspiel in Setúbal drei Tore erzielt hatte.

Leider war das Estádio da Luz gestern wieder einmal nur etwa zur Hälfte gefüllt. Dass selbst ein mit Spitzenspielern gespicktes Ensemble wie Zenit St. Petersburg an einem milden Spätsommerabend nicht mehr Fans anlockt, ist ein weiterer Beleg für die sich seit Jahren verschlimmernde Zuschauerkrise beim portugiesischen Rekordmeister. An den Eintrittspreisen kann es nicht liegen, denn die rund 250.000 Vereinsmitglieder konnten schon ab für 30 Euro Pakete für die drei Heimspiele in der Königsklasse kaufen.

Diejenigen Benfiquistas, die dennoch ins Stadion gekommen waren, feierten ihre Spieler während der Schlussminuten mit Standing Ovations. Eine feine Geste gegenüber einer Mannschaft, der es gestern nicht an Einsatzwillen mangelte. Benfica fehlte nach dem Aderlass in der vergangenen Sommerpause schlichtweg die Qualität, um für den russichen Meister ein Gegner auf Augenhöhe zu sein.

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S.L. Benfica - Zenit St. Petersburg 0:2
Dienstag, 16. September 2014, 19.45 Uhr
Estádio da Luz,  35.294 Zuschauer

Mannschaftsaufstellung: Artur,  Maxi Pereira, Luisão, Jardel, Eliseu, Enzo Pérez, Samaris (75. André Almeida), Salvio, Nico Gaitan, Lima (74. Eliseu), Talisca (20. Paulo Lopes)

Torschützen: 0:1 Hulk (5.), 0:2 Witsel (22.)

Platzverweis: Artur (20.)

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