5. August 2014

Nur 2.963 Dauerkarten

Heute am späten Nachmittag ereilte uns die Hiobsbotschaft: Der OFC hat bis zum Tag vor der Heimpremiere gegen die SpVgg Neckarelz erst 2.963 Dauerkarten verkauft. Das sind rund 500 weniger als in der Vorsaison, auch wenn in den kommenden Tagen noch das eine oder andere Saisonticket dazu kommen wird. Soweit die Fakten.

Auf Facebook entbrannte unmittelbar eine sehr emotionale Debatte. Viel war da von Enttäuschung zu lesen, und dass echte Fans selbstredend eine Dauerkarte kaufen. Nun gehöre ich auch zu denjenigen, denen Kickers Offenbach am Herzen liegt. Gerade deshalb möchte ich versuchen, diese Diskussion ein wenig zu versachlichen.

Denn was ist eigentlich passiert? Der OFC hat es bis dato im zweiten Jahr der Viertklassigkeit geschafft, rund 3.000 Dauerkarten zu verkaufen. Unterstellen wir einmal, dass es Rot-Weiss Essen und Alemannia Aachen gelungen ist, noch mehr Saisontickets zu verkaufen. Dem zufolge stünde der OFC an dritter Stelle unter 90 Regionalligisten. Nun bringt es wenig, immer nach anderen zu schielen, im Guten wie im Schlechten. Aber wo ist denn bitte unser Problem? Jeder, der es mit den Kickers hält, sollte stolz auf diese Zahl sein, sollte stolz darauf sein, dass sein Verein noch immer so viele Anhänger mobilisiert.

Kickers Offenbach hat mit minimalen finanziellen und personellen Ressourcen eine bemerkenswerte Werbekampagne auf die Beine gestellt, auf die mit Sicherheit manch anderer Verein neidvoll schaut. Dass für diese Initiative das Ziel #4000Dauerkarten ausgegeben wurde, auch wenn dies von Anfang an unrealistisch war, ist mehr als schlüssig. Was hätten wir alle gesagt, hätte die Botschaft ganz unromantisch #3000Dauerkarten gelautet? Auch logistisch war alles bestens organisiert. Noch nie war es so schnell und unkompliziert möglich, ein Saisonticket in den Händen zu halten. Wer das nicht glaubt, möge sich in den Fanforen anderer Klubs umsehen.

Da Rot-Weiss Essen immer wieder als positives Beispiel genannt wird, möchte ich an dieser Stelle auch erwähnen, dass auf der Geschäftsstelle an der an der Hafenstraße 25 Personen arbeiten. Am Waldemar-Klein-Platz erledigen David Fischer und Mara Dittrich diesen Job. Nochmals, der Blick auf andere bringt uns nicht weiter. Aber ohne dieses Engagement sähen die Zahlen ganz anders aus. Auch darauf sollten wir stolz sein.

Eins noch zum Schluß: Ich mag das Gerede von "guten" und "schlechten" Fans nicht mehr hören. Jeder, der ein Spiel auf dem Bieberer Berg sehen will, und sei es nur ein oder zwei Mal pro Saison, ist mir persönlich herzlich willkommen. Nur weil ich eine Dauerkarte besitze, bin ich noch lange kein "besserer" Fan. Wer einmal kommt, kommt vielleicht auch wieder. Nur zusamme schaffe mers.

1 Kommentar:

  1. Hallo Markus,

    mein dritte Versuch hier ein Kommentar zu hinterlassen ;) Hoffentlich lässt es Google dieses Mal zu.

    Ich hatte diese Diskussion auch bereits mehrfach, sowohl in Facebook als auch in den Fanforen wurde immer wieder kritisiert, dass die #4000er Marke zu hoch ist. Jedoch sehe ich es ähnlich wie du, es ist besser an seine Ziele ambitioniert zu setzen, statt es erst gar nicht zu probieren.

    In einem Umfeld wo unzählige Vereine über den Kickers spielen, der OFC nur Mittelmaß gezeigt und immer noch an den Folgen der Insolvenz zu knappern hat, ist diese Zahl wirklich beachtlich.

    Immerhin konnte man wieder 3000 Dk verkaufen und damit nur 1000 weniger wie RW Essen (dessen Einwohnerzahl 3x so hoch ist). Der OFC hat mit dieser Kampagne gezeigt, dass er noch lebt und das er auch seine Fans zählen kann. Jeder DK ist ein Bekenntnis und gibt Planungssicherheit. Doch jeder "Tagesfan" ist ebenso wichtig, denn dieser bringt die "Bonusgelder", die der OFC dringend benötigt.

    Jeder der in diesen Tagen Flagge für den OFC zeigt, hat ein Herz für die Offenbacher Kickers und ist wie jeder andere auch ein "guter" Fan!

    In diesem Sinne - Nur zusamme schaffe mers!

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