16. Juli 2014

Gästeblog: Stahlwerk

Nicht nur auf dem Bieberer Berg wird gegen den Ball getreten und darüber geschrieben. Im "Gästeblog" habe ich während der Ligapause einige Fußball-Blogger vorgestellt, die abseits der kommerziellen Medien eine sehr persönliche Sichtweise auf die Ereignisse rund um die Fußballplätze dieser Republik haben.

Da am Samstag bereits das erste Pflichtspiel der Kickers in der neuen Saison auf dem Kalender steht, schließt der Gästeblog jetzt bis zur Winterpause seine Pforten. Als letzten Gast in diesem Sommer begrüße ich Nicky Kassner, der sich in seinem Stahlwerk intensiv mit Borussia Neunkirchen beschäftigt.

Nicky, in deinem Blog dreht sich alles um Borussia Neunkirchen. Wie bist Du Fan der Borussen geworden?
Ich bin ja ein Zugezogener, wohne erst seit Mitte 1999 im Saarland. Noch im November des selben Jahres habe ich mein erstes Spiel im Ellenfeld gesehen. Es war eigentlich eine ganz bewußte Entscheidung, weil mich die anderen Verein irgendwie nicht interessierten. Fußball gab es aber schon vorher in meinem Leben und insofern musste die Lücke irgendwie geschlossen werden. Das Stadion war dann gleich Liebe auf den ersten Blick, die Kurve nur von ca. 20 Fans bevölkert, aber die wirkten irgendwie schwer symphatisch, auch und gerade bei der Geschichte dieses Vereins. Das Spiel an einem trüben Nachmittag gegen Tholey endete 1:1 und Borussia hatte einen Fan mehr.

Fan zu sein ist eine Sache, aber regelmäßig über einen Verein zu schreiben macht nicht nur Freude, sondern auch ziemlich viel Arbeit. Wie entstand die Idee zu deinem Blog, was motiviert dich weiterzumachen?
Die Idee war eigentlich wie so oft bei mir eine fixe. Auch wenn Borussia als Oberligist noch verhältnismäßig oft in regionalen Medien erscheint, bezieht sich dennoch das Meiste auf Spielberichte. Zu wenig, wenn man sich regelmässig informieren will. Aus diesem Gedanken heraus ging es dann sofort los, allerdings mit meinem ersten Blog "schwarz-auf-weiss". Das war noch der Versuch aktuell zu sein, nah dran am Geschehen, aber sowas funktioniert wohl nur in Gedanken. Letztlich gab es dann einige Turbulenzen zwischen den Vereinsverantwortlichen und mir und ich hab' den Blog frustriert dicht gemacht. Allerdings habe ich sofort den Stahlwerk Blog ins Leben gerufen, denn ganz so einfach wollte ich dann doch nicht die Segel streichen. Seitdem gehts thematisch immer fleissig bunt und chaotisch durch die schwarz-weisse Welt. Das macht nicht immer Spaß und wie Du sagst auch viel Arbeit, aber hin und wieder kommt Feedback das einem zeigt, dass andere das durchaus zu schätzen wissen. Das motiviert einen dann doch wieder und zum anderen hilft das schreiben durchaus auch um den eigenen Horizont zu erweitern.

Gibt es bestimmte Themen, die Dir besonders am Herzen liegen?
Zweifelsfrei die Geschichte des eigenen Vereins, gerade die Jüngeren kennen diese nur äußerst rudimentär. Mir selbst bietet sie immer wieder neue Einblicke und für die Älteren sind es meist schöne Erinnerungen an "bessere" Zeiten. Thematisch dreht es sich bei mir halt fast ausschließlich um Borussia. Manchmal finde ich das selbst schade, aber oft stelle ich auch fest, meiner Leser wollen gar nichts anderes. Trotzdem hoffe ich, dass ich in Zukunft etwas mehr Abwechslung auf dem Blog habe, zumindest habe ich mir das mal vorgenommen, aber wirkliche Überlegungen gibt es da noch nicht. Ich will das auf mich zukommen lassen.

Journalisten träumen vom ultimativen "Scoop", aber auch Blogger freuen sich über Feedback. Welche Beiträge in deinem Blog hatte bislang die größte Resonanz?
Ganz klar Interviews oder sehr kritische Texte zum Verein.

Welche Blogs liest Du selbst gerne, wenn Du nicht gerade mit deinem Stahlwerk-Blog beschäftigt bist?
Leider habe ich dafür grundsätzlich zu wenig Zeit, zumal ich viele für sehr lesenswert halte. Der Neuste ist sicherlich deiner, ansonsten lese ich hauptsächlich Blogs, die irgendwie nur selten Erwähnung finden wie z. B. Stellungsfehler über Rot-Weiß Erfurt. Spielberichte, aber mit taktischem Verständniss geschrieben, finde ich immer gut. Ellenfeldstraße natürlich, das FCSBlog recht häufig, Porteños aus Kreuzlingen ist ebenfalls Pflicht, ansonsten noch viele andere aber meist sporadisch. Ich lese halt auch gerne noch viele andere Sachen fern des Fußballs, auch in gedruckter Form. Podcasts erfreuen sich bei mir auch immer höherer Beliebtheit, hier empfehle ich ebenfalls den Übersteiger und das Textilvergehen von Union Berlin.

Was verbindest Du mit Kickers Offenbach? Du kannst ruhig ehrlich sein...
Kennst du das Buch "Anti-Sozial-Front"? Das war meine erste Berührung mit den Kickers. Danach folgte ein Arbeitskollege der Kickers-Fan war und etwas später meine ersten Besuche auf dem Bieberer Berg Mitte/Ende der Neunziger. Unglaubliche Stimmung mit offiziellem Pyroumgang und Gänsehautgarantie. Seitdem verfolge ich die Kickers aus der Entfernung. Das letzte Mal auf war ich 2003 da, an einem Freitagabend im Gästeblock. Suat Türker trug damals noch das schwarz-weisse-Trikot. Sicherlich eines meiner absoluten Highlightspiele mit der Borussia. Der OFC ist für mich ein absoluter Traditionsverein, mit unfassbar leidensfähigem Publikum, und mit dem "Erwin" besitzt der OFC auch ein herausragendes Fanzine.


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