2. März 2014

KSV Baunatal - Kickers Offenbach 1:1

"Zu Gast bei Freunden" müsste die Überschrift zu diesem Beitrag eigentlich lauten. Denn obwohl der OFC nur einen Punkt beim Tabellenvorletzten aus Baunatal holte, wurde dieser Nachmittag für mich zu einem echten Erlebnis. Doch der Reihe nach: Seit einer kleinen Recherche für einen Artikel vor Saisonbeginn habe ich Kontakt zu Michael Freimuth, der sich um die Aktivitäten der Nordhessen in den sozialen Netzen kümmert. Also war es naheliegend, sich anläßlich des Spiels in Baunatal auch persönlich kennen zu lernen.

Womit ich allerdings nicht rechnete, war die Freundlichkeit, mit der mich Michael und viele andere Verantwortliche des Vereins empfingen. Ich bekam nicht nur Zutritt zu vielen Räumlichkeiten des Parkstadions, sondern durfte anschließend auch noch die Begegnung vom Spielfeldrand aus verfolgen. Ein in meiner über 40jährigen "Fankarriere" bislang einmaliger Blick hinter die Kulissen, für den ich mich nochmals ganz herzlich bei Michael Freimuth und dem KSV Baunatal bedanke. Ich drücke dem Verein, der mit einem Etat von gerade einmal 350.000 Euro um den Klassenerhalt in der Regionalliga kämpft, seit gestern jedenfalls beide Daumen, das die nicht ganz einfache "Mission Nichtabstieg" doch noch ein gutes Ende findet und wir uns in der kommenden Spielzeit wieder begegnen.

An Kickers Offenbach sollte die Mission jedenfalls nicht scheitern, denn vier ihrer insgesamt nur zehn Ligapunkte holten die Nordhessen bislang gegen den OFC. Nach dem überraschenden Auswärtssieg in der Hinrunde auf dem Bieberer Berg trotzte der KSV den Kickers gestern ein Unentschieden ab, nach dem es lange Zeit nicht aussah. Rico Schmitt hatte sein Team so offensiv wie selten aufgestellt. Neben Benjamin Pintol und Christian Cappek stand erstmals auch Neuzugang Markus Müller in der Anfangsformation. Vor 1.200 Zuschauern, von denen etwa die Hälfte aus Offenbach angereist war, dauerte es dann auch nur etwa zehn Minuten bis Pintol zur ersten Chance der Begegnung kam, dabei aber am Baunataler Keeper scheiterte. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit war der OFC klarer Chef im Ring und kam zu zwei weiteren Torgelegenheiten, ging aber trotzdem mit einem torlosen Unentschieden in die Pause.

Auch in der zweiten Hälfte ließen die Kickers zunächst zwei weitere Chancen liegen und benötigten letzten Endes einen von Cappek verwandelten Foulelfmeter, um nach knapp einer Stunde endlich in Führung zu gehen. Dieser Führungstreffer bedeutete gleichzeitig einen gewissen Bruch im Spiel. Baunatal tat jetzt deutlich mehr, kam in der Schlußphase zu zwei guten Möglichkeiten und erzielte schließlich vier Minuten vor dem Ende doch noch den Ausgleichstreffer.

So gab es nach dem Schlußpfiff einige lange Gesichter bei den Kickers, denen man aber eigentlich nur die mangelnde Chancenverwertung vorwerfen kann, denn spielerisch war die Vorstellung völlig in Ordnung. Unser Trainer Rico Schmitt gratulierte in der abschließenden Pressekonferenz seinen Kollegen aus Baunatal sehr fair zu einem letztlich nicht unverdienten Punktgewinn und ich machte mich nach einem ganz besonderen Spieltag auf die 190 Kilometer lange Heimfahrt nach Offenbach, wo am kommenden Samstag der Schlager gegen Waldhof auf dem Programm steht, zu dem der OFC 8.000 bis 9.000 Zuschauer erwartet.

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KSV Baunatal - Kickers Offenbach 1:1
Samstag, 1. März 2014, 14 Uhr
Parkstadion, 1.200 Zuschauer

Mannschaftsaufsstellung: Daniel Endres - Stefano Maier, Marcel Wilke, Giuliano Modica, Dennis Schulte - Jan Biggel (67. Kevin Wittke), Matthias Schwarz (87. Mohammed Tahiri), Benjamin Pintol, Fabian Bäcker - Christian Cappek (74. Sascha Korb), Markus Müller

Torschützen: 0:1 Cappek (54. FE), 1:1 Borgardt (86.)






Kommentare:

  1. Hallo Markus,

    toller Bericht. Ich fand Baunatal auch sehr nett! Die Kontrollen und auch Parkmöglichkeiten waren wirklich klasse! Die Wurst und auch Getränke waren bezahlbar und lecker. So muss das sein. Sportlich gesehen war es leider eher eine sehr bittere Enttäuschung. Da ging einfach viel zu wenig. Da kann und muss ich von unserem Team einfach mehr erwarten.

    Da ich hoffe möglichst schnell aus dieser Amateurliga aufzusteigen, kann Baunatal gerne die Klasse halten. Auf Dauer wünsche ich mir dann aber doch andere Gegner ;)

    Viele Grüße

    Christian

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    1. Vielen Dank!

      Es gibt in der Regionalliga einige sehr nette Gastgeber, und die Stadionwurst ist in aller Regel deutlich besser als in den großen Arenen, die von Caterern versorgt werden.

      Was die sportliche Einschätzung angeht, hast Du natürlich völlig recht. Wir hätten die drei Punkte mitnehmen müssen. Ich fürchte allerdings, das wir uns noch eine Zeit lang in der Regionalliga tummeln werden und im nächsten Jahr nicht mehr nach Baunatal kommen, weil für die der Klassenerhalt doch ziemlich schwer wird.

      Bis morgen auf der WKT,

      Markus

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