19. Februar 2014

Vorschau: 1899 Hoffenheim ll

Bald hat das Warten ein Ende. Es ist eine kleine Ewigkeit her, seit die Kickers zum letzten Heimspiel auf Biebers Höhen baten. Noch dazu habe ich die Begegnung gegen Koblenz Anfang Dezember 2013 versäumt, weil ich just an jenem Wochenende zu Besuch in Lissabon war. Somit stand ich zuletzt am 22. November im Block 3 des schönsten Stadions der Republik. Genau drei Monate ohne "Feeling Bieberer Berg" waren eine echte Belastungsprobe.

Auch wenn der Ball ein Vierteljahr lang nicht rollte, hat sich doch einiges am Waldemar-Klein-Platz getan. Mit Markus Müller von Wormatia Worms steht nun ein zusätzlicher Stürmer in Offenbach unter Vertrag. Und mit Alfred Kaminski wurde schließlich im Januar ein "Technischer Direktor Sport" mit Sitz und Stimme im Präsidium verpflichtet, der sich zunächst lediglich um die Nachwuchsarbeit im eingetragenen Verein kümmern soll.

Wie man den Medien entnehmen konnte, waren die Verantwortlichen der GmbH nicht gerade begeistert vom offensichtlichen Alleingang des Vereinspräsidiums um Claus-Arwed Lauprecht, so dass Kaminski in der GmbH wohl erst nach Abschluss des Insolvenzverfahrens Entscheidungsbefugnisse erhalten wird. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Kompetenzstreitigkeiten nicht negativ aufs Gesamtklima am Bieberer Berg auswirken, und Kaminski gemeinsam mit Trainer Rico Schmitt mittelfristig ein erfolgreiches Gespann bilden kann.

Die Verpflichtung Kaminskis steht im Zusammenhang mit der geheimnisumwitterten "Agenda 2018" des neuen Präsidiums, über deren Inhalt bislang nur wenig bekannt ist. Angestrebt wird nach Angaben von Vizepräsident Peter Roth eine höhere Zertifizierung des Nachwuchsleistungszentrums durch den DFB im kommenden Jahr. Hierfür sind einige Investitionen in die Infrastruktur des Leistungszentrums erforderlich, damit die Kickers künftig jährlich 160.000 Euro statt der bislang ausgezahlten 50.000 Euro vom Verband
erhalten.

Ein wenig Fußball wurde in den letzten Wochen auch schon wieder gespielt. In insgesamt acht Testspielen gab es für die Kickers gegen Gegner unterschiedlichen Kalibers drei Siege, zwei Unentschieden und drei Niederlagen. Welche Rückschlüsse daraus auf die Verfassung der Mannschaft gezogen können, vermag wohl nur Übungsleiter Schmitt zu beurteilen. Das erste Pflichtspiel im neuen Jahr verspricht deshalb auch unter diesem Gesichtspunkt spannend zu werden.

Bei der Begegnung an diesem Samstag treffen zudem zwei direkte Tabellennachbarn aufeinander. Kickers Offenbach liegt mit 25 Punkten aus 19 Spielen auf Rang 12, genau einen Punkt und einen Platz besser als der nächste Heimgegner. Es wäre nur zu schön, könnte der OFC an die begeisternde Leistung im Hinspiel im August 2013 anknüpfen, als die U23 von 1899 Hoffenheim gegen eine souverän aufspielende Kickerself praktisch chancenlos war. Die "positive Unruhe", die Rico Schmitt in dieser Woche bei seiner Mannschaft festgestellt hat, verspüre ich jedenfalls auch.

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Kickers Offenbach - 1899 Hoffenheim II
Samstag, 22. Februar 2014, 14 Uhr
Sparda-Bank-Hessen-Stadion

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