23. Dezember 2013

Mehr Schatten als Licht

Noch etwas mehr als eine Woche, dann ist 2013 Geschichte. Allenthalben wird Bilanz gezogen und der eine oder andere Ausblick gewagt, da will ich natürlich keine Ausnahme sein. Die Anhänger von Kickers Offenbach und Benfica Lissabon blicken auf zwölf Monate mit deutlich mehr Schatten als Licht zurück. Aus fußballerischer Sicht werde ich dem zur Neige gehenden Jahr deshalb keine Träne nachweinen.

Kickers Offenbach


Nach Insolvenz und Zwangsabstieg, den Turbulenzen in der Vereinsführung sowie der sportlichen Achterbahnfahrt in der Hinrunde der Regionalliga, gaben die Ergebnisse der letzten Spiele des zu Ende gehenden Jahres Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Auch wenn sicher nicht alle noch ausstehenden Heimspiele der Saison mit 3:0 oder 4:0 gewonnen werden, scheint die junge Mannschaft von Trainer Rico Schmitt doch zumindest das Schlimmste überstanden zu haben. Ich bin relativ zuversichtlich, dass es dem OFC gelingen wird, nicht in den unmittelbaren Abstiegskampf verwickelt zu werden. Aktuell sind die Kickers mit sechs Punkten Vorsprung auf den ersten potentiellen Abstiegsplatz Tabellenzwölfter. Eine Platzierung um Rang 10 wäre eine feine Sache, mehr kann und darf man von dem so kurzfristig zusammengestellten Kader in dieser Spielzeit nicht erwarten.

Fast noch wichtiger als das Geschehen auf dem Platz ist natürlich die weitere wirtschaftliche Entwicklung auf Biebers Höhen. Hier bleibt mir als Außenstehendem nur zu hoffen, das der Insolvenzplan für die GmbH bald in trockenen Tüchern ist und es tatsächlich gelingt, eine Insolvenz des Vereins mit ihren unabsehbaren Folgen zu verhindern.

Falls es die Verantwortlichen schaffen, die Kickers in den kommenden Monaten finanziell in ruhigeres Fahrwasser zu steuern, könnte die sportliche Leitung wesentlich früher mit der Kaderplanung für die kommende Spielzeit beginnen, als dies in der laufenden Saison möglich war. Denn obwohl der OFC natürlich auch künftig keine Spitzengehälter zahlen kann, sollte es mit gutem Scouting und der Strahlkraft des Bieberer Bergs gelingen, neue Spieler mit echtem Entwicklungspotential nach Offenbach zu locken, um in der Saison 2014/15 zumindest einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel ausgeben zu können. Einen Aufstieg bereits in der nächsten Spielzeit halte ich in jeder Hinsicht für unrealistisch.

Benfica Lissabon


Verglichen mit den Sorgen und Nöten der Offenbacher Kickers hat Benfica natürlich echte Luxusprobleme. Lange sah es ganz danach aus, als könnte die Spielzeit 2012/13 zu einem einzigartigen Triumphzug des portugiesischen Rekordmeisters werden, bis der bereits seit 2009 von Jorge Jesus betreuten Mannschaft im Mai tatsächlich das Kunststück gelang, innerhalb von nur zwei Wochen drei Titel zu verspielen. So blieb am Ende nur die Erkenntnis, das Benfica mit Trainer Jesus trotz des höchsten Etats der Vereinsgeschichte praktisch keine Titel gewinnen kann.

Der Eindruck, den die Adler bislang in der neuen Spielzeit hinterlassen, betätigt meine Befürchtungen vor Saisonbeginn. Die von den Pleiten der Vorsaison verunsicherte Mannschaft ohne wirkliche Spielphilosophie ist zwar gut genug, um in der portugiesischen Meisterschaft wenn auch glanzlos vorne mitzuspielen. Nach bislang 14 Spieltagen liegt Benfica gemeinsam mit seinen Erzrivalen Sporting und FC Porto mit 33 Punkten an der Tabellenspitze, der Vorsprung des Trios auf den Viertplatzierten Estoril beträgt bereits neun Punkte.

Doch als es in der Champions League in einer relativ leichten Gruppe mit Paris Saint-Germain, Olympiakos Piräus und dem RSC Anderlecht darum ging, die Qualifikation für das Achtelfinale zu garantieren, scheiterte Benfica wie schon in der Vorsaison und tritt nun 2014 wieder nur in der Europa League an. Dort wartet in der Zwischenrunde Ende Februar mit PAOK Saloniki ein weiterer Verein aus Griechenland auf die Adler. Sollte Benfica diese Hürde nehmen, könnte es im Achtelfinale zu einer Begegnung mit den Tottenham Hotspurs kommen.

Bereits zuvor stehen aber zwei Schlüsselspiele der portugiesischen Meisterschaft auf dem Kalender. Am 12. Januar ist der FC Porto zu Gast im Estádio da Luz und dann wird sich zeigen, ob Jorge Jesus diesmal die taktischen Mittel findet um die Nordportugiesen zu schlagen, die sich aktuell bei weitem nicht in der Form vergangener Jahre präsentieren. Nur vier Wochen später empfängt Benfica dann seinen Nachbarn Sporting zum Lissabonner Stadtderby, so das wir wohl schon Mitte Februar in etwa wissen, wohin die Reise in der Meisterschaft führt. Ich persönlich erwarte nicht, das meine Adler noch einen Pokal in den Händen halten werden, solange "JJ" unser Trainer ist, der mit einem Salär von jährlich vier Millionen Euro zu den bestbezahlten Übungsleitern der Fußballwelt zählt. Es würde mich aber sehr freuen, eines Besseren belehrt zu werden.

Frohe Weihnachten & ein gutes neues Jahr


Das soll es für dieses Jahr im Blog "Rot & Weiß" gewesen sein. Ihnen und Euch wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und einen grandiosen Start in ein in jeder Hinsicht erfolgreiches neues Jahr!

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