9. Oktober 2013

Vorschau: KSV Hessen Kassel

Mit dem KSV Hessen Kassel stellt sich am kommenden Montag auf dem Bieberer Berg ein Gegner vor, der im bisherigen Saisonverlauf weit hinter den Erwartungen zurück geblieben ist. Vor Beginn der Spielzeit wurde der Vorjahresmeister von 14 Trainern der Regionalliga Süd als Topfavorit genannt.

Aktuell belegen die Löwen jedoch mit nur einem Zähler mehr als der OFC einen enttäuschenden neunten Tabellenplatz. Vorläufiger Tiefpunkt einer bislang durchwachsenen Saison war die 0:4-Heimniederlage gegen die U23 von 1899 Hoffenheim am 2. Oktober.

Eine derbe Klatsche, die die Verantwortlichen der Nordhessen zu einer bemerkenswerten Aktion veranlasste: Noch vor Spielende wurde den 1.200 Zuschauern im Auestadion vom Stadionsprecher die Rückerstattung des Eintrittspreises angeboten.

Dass es am Montag überhaupt zu der Begegnung Offenbach gegen Kassel kommt, ist dem fragwürdigen Modus der Regionalliga geschuldet, der nicht einmal dem jeweiligen Meister den direkten Aufstieg in die Dritte Liga garantiert. So beendete der Kasseler Sportverein die vergangene Spielzeit zwar mit fünf Punkten Vorsprung als souveräner Tabellenführer, verpasste aber anschließend durch zwei Niederlagen in den Relegationsspielen gegen Holstein Kiel trotzdem noch den Sprung in die Drittklassigkeit.

Seine sportlich besten Zeiten erlebte das Gründungsmitglied der Regionalliga Süd zwischen 1963 und 1990, als der Verein insgesamt 19 Spielzeiten in der Zweiten Liga verbrachte. 1964 scheiterten die Löwen erst in der Aufstiegsrunde, und in den 1980er Jahren belegten die Nordhessen insgesamt viermal den vierten Tabellenplatz. Seit dem letzten Abstieg 1990 gelang dem Verein jedoch nie wieder die Rückkehr in die Zweitklassigkeit. Vielmehr war das folgende Jahrzehnt von erheblichen Finanzsorgen geprägt, die 1993 zum Konkurs des 1945 gegründeten Hauptvereins und der Ausgliederung der Fußballabteilung als FC Hessen Kassel führte. Dieser musste seinerseits in der Saison 1997/98 nach 20 Spieltagen Konkurs beantragen und startete in der darauf folgenden Spielzeit als neu gegründeter KSV Hessen Kassel in der achtklassigen Kreisliga A.

Von der Kreisliga A schaffte der KSV in den folgenden vier Jahren den Durchmarsch in die Vierte Liga. Seit der Saison 2008/09 spielt Kassel in der Regionalliga Südwest und belegte dort bis auf eine Ausnahme regelmäßig Spitzenpositionen, ohne dass seither eine Rückkehr in die Dritte Liga gelang.

Die Bilanz der bisherigen 24 Partien gegen den OFC ist mit neun Siegen der Kickers, fünf Unentschieden und zehn Erfolgen des KSV fast ausgeglichen. Auf dem Bieberer Berg trafen beide Teams zuletzt am 17. August 1994 aufeinander. Vor 3.200 Zuschauer konnten die Offenbacher die Begegnung der drittklassigen Regionalliga Süd durch Tore von Goran Aleksic, Paul Koutsoliakos und Markus Koch mit 3:1 für sich entscheiden.

Das kommende Spiel beider Vereine findet am Montagabend unter Flutlicht statt, da der Sender Sport1 die Begegnung live im Fernsehen überträgt. Es ist zu befürchten, dass dies zu einem weiteren Zuschauerschwund im Sparda-Bank-Hessen-Stadion führt, nachdem bereits nur noch 5.152 Kickers-Fans das letzte Heimspiel gegen den FC Homburg verfolgen wollten.

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Kickers Offenbach - KSV Hessen Kassel
Montag, 14. Oktober 2013, 20.15 Uhr
Sparda-Bank-Hessen-Stadion

Homepage des KSV Hessen Kassel

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