18. September 2013

Benfica - RSC Anderlecht 2:0

Zum Auftakt der Champions League kam es gestern in der portugiesischen Hauptstadt zu einer Neuauflage der beiden Endspiele des UEFA-Cups von 1983. Vor 30 Jahren holte der RSC Anderlecht durch einen 1:0-Heimsieg und ein 1:1 im Estádio da Luz den UEFA-Pokal nach Belgien. 

Mit zwei Titeln im Europapokal der Pokalsieger 1976 und 1978 sowie dem Erfolg im UEFA-Cup blicken die Brüsseler Vorstädter auf eine ähnlich erfolgreiche internationale Geschichte zurück wie Benfica, das in den 1960er Jahren zweimal den Europapokal der Landesmeister gewann und bislang insgesamt neun Mal in Endspielen europäischer Wettbewerbe stand. Zum Start in die Königsklasse trafen also zwei klangvolle Namen aufeinander, die zudem mit jeweils 32 Titeln Rekordmeister ihrer Länder sind. 

Die Ausgangslage für Benfica war klar: In einer Gruppe mit Favorit Paris Saint-Germain müssen die Heimspiele gegen Anderlecht und Olympiakos Piräus in jedem Fall gewonnen werden, um die Chancen auf ein Weiterkommen zu wahren.

Entsprechend offensiv begann Benfica die Partie und wurde schon früh mit dem Führungstreffer belohnt. Filip Djuricic, einer der zahlreichen serbischen Neuzugänge, nutzte bereits nach vier Minuten einen Fehler des belgischen Keepers, der einen Distanzschuss von Enzo Pérez nach vorne abprallen ließ. Der RSC Anderlecht enttäuschte in der ersten Halbzeit auf ganzer Linie und erspielte sich keine einzige Torchance. Es ist nur schwer vorstellbar, dass Benfica in der Gruppenphase der Champions League auf einen noch schwächeren Gegner treffen wird. So fiel das 2:0 Benficas nach einer halben Stunde fast zwangsläufig. Im Stile eines Klassestürmers drehte sich Innenverteidiger Luisão im Strafraum der Belgier um die eigene Achse und erzielte den zweiten Treffer des Abends.

Wer nun glaubte, Benfica würde die schwache Darbietung des Gegners zu einem eindrucksvollen Auftaktsieg nutzen, sah sich leider enttäuscht. In der zweiten Hälfte passte sich das Team von Trainer Jesus dem Niveau des belgischen Meisters an und kam nun selbst kaum noch zu Gelegenheiten. Auch von den Rängen gab es leider keine nennenswerte Unterstützung: Nicht einmal 30.000 Zuschauer verloren sich im weiten Rund des Estádio da Luz, und wer gekommen war sah offensichtlich keinen Anlass, die eigene Mannschaft anzufeuern. Ich habe hier im Blog bereits vor einigen Wochen über die dürftigen Zuschauerzahlen in den portugiesischen Stadien geschrieben. Dass aber beim mitgliederstärksten Verein der Welt an einem wunderbaren Sommerabend nur noch so wenige Fans den Weg ins Stadion finden, ist nicht nur bedauerlich sondern eigentlich unerklärlich.

So bleibt als positives Fazit, dass Benfica mit einem Sieg in die Königsklasse gestartet ist und die ersten drei Punkte auf dem Konto verbuchen konnte. In zwei Wochen wartet im Pariser Prinzenpark mit der Millionentruppe von PSG ein neues Schwergewicht des europäischen Fußballs auf die Adler.

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S.L. Benfica - RSC Anderlecht 2:0
Dienstag, 17. September 2013, 19.45 Uhr
Estádio da Luz, 29.393 Zuschauer

Mannschaftsaufsstellung:  Artur - André Almeida, Luisão, Garay, Siqueira - Fejsa, Enzo Pérez (Ola John, 69.), Matic - Djuricic (Maxi Pereira, 75.), Cardozo (Lima, 87.), Markovic

Torschützen: 1:0 Djuricic (4.), 2:0 Luisão (30.)


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