16. September 2013

Benfica - Paços de Ferreira 3:1

Noch immer Samstag, 14. September 2013. Wie die Leser des vorherigen Beitrags wissen, landet der Lufthansa-Flug aus Frankfurt kurz vor 16 Uhr Ortszeit in Lissabon. In nur zwei Stunden ist Anpfiff im Estádio da Luz. Ich bin zwar schon ziemlich oft zum Fußball in die portugiesische Hauptstadt geflogen, aber so eng wie heute war der Zeitplan noch nie.

Direkt vom Flughafen, der praktischer Weise ebenso wie Benficas Heimstätte an der zweiten Ringstraße liegt, geht es mit dem Taxi zum Stadion. Meine Frau, die mit einer unerschöpflicher Geduld für die Fußball-Leidenschaft ihres Gatten gesegnet ist, bringt derweil allein unser Gepäck nach hause in den Stadtteil Campo de Ourique. Da ich das Spiel heute ohne Begleitung besuche, habe ich mir einen Platz im ersten Rang der noblen "Porta 18" gegönnt, in der auch die Räumlichkeiten des Vereinspräsidenten untergebracht sind. Am Empfang vorbei geht es mit der Rolltreppe hinauf zu meinem gepolsterten Sitz mit Armlehnen. Ein wunderbarer Ferienbeginn.

Benfica ist sehr holprig in die neue Spielzeit gestartet. Zu Saisonbeginn setzte es auf der Ferieninsel Madeira gleich eine Niederlage gegen Marítimo. Es folgte ein mühsamer Heimsieg in letzter Sekunde gegen Gil Vicente und ein Unentschieden im Derby bei Sporting Lissabon. So beträgt der Rückstand auf den ewigen Rivalen FC Porto nach drei Spieltagen bereits fünf Punkte.

Noch schlechter begann die Saison für Benficas Gegner Paços de Ferreira. Der Verein aus dem Norden wurde in der vergangenen Meisterschaft völlig überraschend dritter und bestritt die Qualifikation zur Champions League, in der es aber gegen Zenit St. Petersburg nichts zu holen gab. Auch in der heimischen Liga ZON Sagres kassierte Paços zum Auftakt drei Niederlagen, so dass die Mannschaft von Trainer Costinha schon reichlich angeschlagen nach Lissabon reiste.

Anders als daheim im bereits herbstlichen Offenbach, sind wir in Portugal noch mitten im Sommer: Bei Spielbeginn um 18.15 Uhr zeigt das Thermometer 29 Grad. Fast ohne in Ballbesitz gewesen zu sein, gelingt Benfica nach nur fünf Minuten der Führungstreffer durch Enzo Pérez, der Balsam für das strapazierte Nervenkostüm von Spielern und Fans ist. In der Folge dominiert das Team von Trainer Jorge Jesus das Geschehen, ohne dabei aber an die teilweise großartigen Leistungen der vergangenen Saison anzuknüpfen. 

Von den zahlreichen Neuzugängen stehen von Beginn an nur Siqueira und der neue serbische Wunderstürmer Lazar Markovic auf dem Feld, der aber die gesamten 90 Minuten über sehr diskret aufspielt und nur gelegentlich seine überragenden technischen Fähigkeiten andeutet. Höhepunkt des Spiels ist das 2:0 für Benfica nach 23 Minuten, das dem argentinischen Nationalspieler Ezequiel Garay nach einer wunderbar einstudierten Freistoßvariante gelingt, die alleine schon das Eintrittsgeld wert war. Mit diesem beruhigenden Vorsprung geht es in die Pause.

Fünf Minuten nach Wiederanpfiff dann eine Schrecksekunde für die knapp 35.000 Benfiquistas im Estádio da Luz, als Rúben Ribeiro mit dem ersten Saisontreffer von Paços de Ferreira überhaupt der Anschluß gelingt. Doch nur 120 Sekunden später stellt erneut Garay den alten Abstand wieder her. In der letzten halben Stunde beschränkt sich Benfica größtenteils darauf, das Ergebnis zu verwalten und Kräfte für die kommenden Partie der Champions League am Dienstag gegen den RSC Anderlecht zu sparen. Zwar vergibt Lima noch eine hundertprozentige Chance zum 4:1, aber auch so kommt Benfica zum letztlich ungefährdeten zweiten Saisonsieg.

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S.L. Benfica - Paços de Ferreira 3:1
Samstag, 14. September 2013, 18.15 Uhr
Estádio da Luz, 34.575 Zuschauer

Mannschaftsaufsstellung:  Artur - Maxi Perreira, Luisão, Garay, Siqueira - Enzo Pérez, Matic, Rúben Amorim, Markovic - Lima, Cardozo

Torschützen: 1:0 Enzo Pérez (5.), 2:0 Garay (23.), 2:1 Rúben Ribeiro (50.), 3:1 Garay (52.)

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