21. Juli 2013

Kiggäääs uff'm Wilhelmsplatz I

Wolkenloser Himmel und 31 Grad im Schatten. So sommerlich entspannt präsentierte sich der Wilhelmsplatz in Offenbach zum heutigen Kickers-Tag. Sommerlich entspannt war auch die Stimmung unter den Fans, die trotz tropischer Temperaturen in die Innenstadt kamen, um sich auf die neue Saison in der Regionalliga Südwest einzustimmen.

Allenthalben war Aufbruchstimmung zu spüren. Fast so, als ob es nie einen Lizenzentzug oder eine Insolvenz gegeben hätte. Rund um dem Platz waren Stände des Vereins, des Fan-Museums und einiger Fan-Clubs aufgebaut, die Gastronomen konnten sich nicht über mangelnden Getränkeabsatz beklagen. Auf einer kleinen Bühne wurden die Spieler und Betreuer vorgestellt.

Interessantester Programmpunkt war ein Interview mit Insolvenzverwalter Andreas Kleinschmidt und Kickers-Geschäftsführer David Fischer. Beide blickten auf die turbulenten letzten Monate zurück und wagten einen Ausblick auf die neue Saison. Eines ist sicher: Trotz der positiven Stimmung rund um das neue Reagionalliga-Team wartet in den kommenden Monaten noch viel Arbeit auf die Verantwortlichen. So unterstrich Andreas Kleinschmidt, daß es noch vieler Gespräche mit den Gläubigern bedarf, bis der Insolvenzplan voraussichtlich im Oktober unter Dach und Fach sein wird.

Niemand vermag derzeit das Leistungsvermögen der Mannschaft einzuschätzen, deren Altersdurchschnitt bei sehr jungen 22,5 Jahren liegt. Torhüter Daniel Endres ist mit 28 der Methusalem, nur wenige Spieler standen bereits in der zurückliegenden Spielzeit auf dem Bieberer Berg unter Vertrag.

Entsprechend verhalten und realistisch äußerte sich David Fischer zur sportlichen Perspektive in der kommenden Saison. Da aktuell niemand in der Lage ist die Qualität der Regionalliga einzuschätzen, müsse man die ersten Spiele abwarten bevor eine Standortbestimmung erfolgen kann. Von konkreten Tabellenplätzen zu sprechen sei schlichtweg verfrüht.

Insolvenzverwalter Kleinschmidt baut darauf, daß Trainer Rico Schmitt aus dem bunt zusammengewürfelten Kader eine Mannschaft formt, die den Anhängern wieder Spaß macht. Er setzt auf hungrige Spieler in einer jungen Truppe, die ihr Engagement beim OFC als Sprungbrett verstehen.

Alle Erwartungen übertroffen hat bislang der Dauerkartenverkauf. Bereits 2.300 Kickers-Fans sicherten sich ein Saisonticket. Andreas Kleinschmidt betonte, das es voraussichtlich trotzdem keine weiteren Investitionen in die Mannschaft geben werde. Man wolle die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen, in der das Geld zu häufig bereits ausgegeben wurde, bevor es auf dem Konto eingegangen war.

Sowohl die Zahlen aus dem bisherigen Dauerkartenverkauf als auch die Reaktionen der Zuhörer auf die Erklärungen von Fischer und Kleinschmidt sind ein klarer Beleg dafür, das der größte Teil der Kickers-Anhänger bereit ist, den Weg der Konsolidierung mitzugehen. Wohl selten zuvor wurden die Äußerungen eines Insolvenzverwalters mit so viel Applaus bedacht wie heute in Offenbach.

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