11. Mai 2013

Saisonende

Der 28. Juli 2012 ist ein warmer Sommertag im frisch erbauten Sparda-Bank-Hessen-Stadion. Aber als der Schlusspfiff zur Heimspiel-Premiere des OFC in der neuen Saison der Dritten Liga gegen den VfB Stuttgart II ertönt, hängen nach der 1:3 Niederlage bereits dunkle Wolken am Kickers-Himmel. Und diese werden sich während der gesamten Saison nicht mehr verziehen. Vier grandiose Auftritte im Pokal sind nur kurzzeitig wärmende Sonnenstrahlen in einer ansonsten trüben Spielzeit.

Lediglich acht von 19 Heimspielen kann der OFC gewinnen. Spätestens nach dem trostlosen Auftritt gegen Halle am 1. Dezember sind die Treusten der Treuen auf dem Bieberer Berg unter sich. Der selbsternannte Aufstiegskandidat kämpft gegen den Abstieg. Trainer Arie van Lent muss im Februar 2013 gehen, neuer Übungsleiter wird Rico Schmitt.

Präsident Dieter Müller und der umstrittene Geschäftsführer Thomas Kalt stellen ihre Ämter zur Verfügung. In der ersten Kampfabstimmung seit 1958 wird Dr. Frank Ruhl auf der Jahreshauptversammlung im September 2012 zum neuen Präsidenten gekürt. Nach der Wahl wachsen die Verbindlichkeiten der Kickers quasi über Nacht von 4,7 auf 9,1 Millionen Euro. Das hässliche Wort "Insolvenz" schwebt fortan über Biebers Höhen. Tatsächlich wird diese wohl nur durch die unerwartet hohen Einnahmen aus dem Pokal verhindert. Zudem gibt es vom DFB zwei Punkte Abzug, als Strafe für Verstöße im Rahmen des wirtschaftlichen Zulassungsverfahrens.

Im letzten Heimspiel der Saison schafften die Kickers heute mit dem Sieg gegen Wehen den sportlichen Klassenerhalt. Ob der Verbleib in der Dritten Liga auch wirtschaftlich gesichert werden kann ist noch völlig offen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen