23. Dezember 2013

Mehr Schatten als Licht

Noch etwas mehr als eine Woche, dann ist 2013 Geschichte. Allenthalben wird Bilanz gezogen und der eine oder andere Ausblick gewagt, da will ich natürlich keine Ausnahme sein. Die Anhänger von Kickers Offenbach und Benfica Lissabon blicken auf zwölf Monate mit deutlich mehr Schatten als Licht zurück. Aus fußballerischer Sicht werde ich dem zur Neige gehenden Jahr deshalb keine Träne nachweinen.

Kickers Offenbach


Nach Insolvenz und Zwangsabstieg, den Turbulenzen in der Vereinsführung sowie der sportlichen Achterbahnfahrt in der Hinrunde der Regionalliga, gaben die Ergebnisse der letzten Spiele des zu Ende gehenden Jahres Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Auch wenn sicher nicht alle noch ausstehenden Heimspiele der Saison mit 3:0 oder 4:0 gewonnen werden, scheint die junge Mannschaft von Trainer Rico Schmitt doch zumindest das Schlimmste überstanden zu haben. Ich bin relativ zuversichtlich, dass es dem OFC gelingen wird, nicht in den unmittelbaren Abstiegskampf verwickelt zu werden. Aktuell sind die Kickers mit sechs Punkten Vorsprung auf den ersten potentiellen Abstiegsplatz Tabellenzwölfter. Eine Platzierung um Rang 10 wäre eine feine Sache, mehr kann und darf man von dem so kurzfristig zusammengestellten Kader in dieser Spielzeit nicht erwarten.

11. Dezember 2013

Benfica - Paris Saint-Germain 2:1

Die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag in der Gruppenphase der Champions League war klar. Benfica musste Paris Saint-Germain schlagen und gleichzeitig darauf hoffen, das Olympiakos Piräus kein Sieg gegen den bereits als Gruppenletzten feststehenden RSC Anderlecht gelingt. Eine Konstellation, die ein Überwintern Benficas in der Königsklasse sehr unwahrscheinlich machte. 

Das Estádio da Luz war am gestrigen Abend mit 30.089 Fans nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Neben der schwierigen Ausgangslage dürften die Tatsache, das die bereits als Gruppensieger feststehende Mannschaft aus Paris ohne ihren Megastar Zlatan Ibrahimovic angereist war, sowie die gesalzenen Eintrittspreise (35 bis 125 Euro für Nichtmitglieder) weitere Gründe für das geringe Zuschauerinteresse gewesen sein.

Immerhin stand mit Edinson Cavani ein weiterer Superstar für PSG auf dem Platz, der seine Elf mit einem Abstauber in der 37. Minute prompt in Führung brachte. Bis dahin hatte Benfica das Geschehen bestimmt und war bereits in den ersten zehn Minuten der Begegnung zu zwei Großchancen gekommen, die vom französischen Keeper glänzend vereitelt wurden. Kurz vor dem Halbzeitpfiff fiel dann durch einen von Lima verwandelten Foulelfmeter doch noch der Ausgleich für die Adler.

7. Dezember 2013

Benfica - FC Arouca 2:2

Nachdem sich der FC Porto am vergangenen Wochenende die erste Niederlage in der Meisterschaft seit fast zwei Jahren erlaubt hatte, lag Benfica vor dem Spiel gegen Aufsteiger Arouca erstmals in dieser Saison gemeinsam mit dem Stadtrivalen Sporting an der Tabellenspitze.

Die Begegnung gegen den Tabellenletzten aus einer nordportugiesischen Kleinstadt mit gerade einmal 3.200 Einwohnern sollte die Adler eigentlich vor keine all zu grossen Probleme stellen, die gerade errungene Tabellenspitze zu verteidigen. Zu gross waren einfach die Unterschiede zwischen beiden Teams, die vor dem 12. Spieltag bereits 18 Punkte trennte.

Doch es sollte an diesem kalten Freitagabend in der portugiesischen Hauptstadt alles ganz anders kommen. Trotz 68% Ballbesitz und zahlreicher Torchancen bedurfte es am Ende eines umstrittenen Foulelfmeters kurz vor Spielende, damit Benfica zumindest einen Punkt im Estádio da Luz behalten konnte. Die Gäste nutzten ihrerseits zwei ihrer seltenen Ausflüge in den Strafraum der Adler eiskalt aus, um zweimal in Führung zu gehen.

28. November 2013

Zuschauermagnet OFC

Zugegeben, die folgende Tabelle ist reine Willkür. Trotzdem lohnt es sich, nach Abschluss der Hinrunde in der Regionalliga auch einen Blick auf die Zuschauerzahlen in der Zweiten und Dritten Liga zu werfen, und mit denen der Offenbacher Kickers zu vergleichen.

Das der OFC der Verein mit den meisten Zuschauern in seiner Liga ist, versteht sich eigentlich schon fast von selbst. 6.258 Fans verfolgten bislang im Schnitt die Begegnungen auf dem Bieberer Berg. Der SV Waldhof kam als Zweiter gerade einmal auf durchschnittlich 3.690 Zuschauer, und das auch nur, weil fast 10.000 Besucher das Heimspiel der Mannheimer gegen die Kickers sehen wollten. 

Aber sage und schreibe 14 höherklassige Vereine begrüßten bis dato ebenfalls weniger Zuschauer als der OFC, dem man nicht gerade vorwerfen kann, seine Fans in dieser Spielzeit mit berauschenden Vorstellungen quasi zum Stadionbesuch gezwungen zu haben.

Der Bieberer Berg lebt. Für Offenbacher Verhältnisse zwar eher schlecht als recht, aber er lebt. Bevor wir uns jetzt in Gedankenspielen ergehen, was auf Biebers Höhen möglich wäre, würde unser Verein in der Zweiten Bundesliga antreten, hier die Zahlen. Sie sprechen für sich.

23. November 2013

Kickers Offenbach - SC Pfullendorf 3:0

Die Hinrunde der Regionalliga Südwest ist gespielt. Was vom heutigen Abend bleibt, ist der erste Erfolg nach acht Punktspielen, und noch dazu der höchste Saisonsieg der Kickers überhaupt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Der höchste Saisonsieg einer Mannschaft, der gegen jegliche Logik ein Traumstart in eine unbekannte Liga gelang, und die nur kurze Zeit darauf sehr unsanft auf den harten Boden der Realität zurück geholt wurde. Drei Tore gegen einen schwachen Gast, der, bei allem gebotenen Respekt, von jedem halbwegs starken Team aus dem Stadion geschossen worden wäre. 

Der Gästeblock blieb heute gänzlich leer. Die Anhänger des SC Pfullendorf verzichteten darauf, ihren Verein in der Fremde zu unterstützen, wohl wissend, dass sich die weite Anreise nicht lohnen würde. Selbst gegen einen nach wie vor unsicher und oftmals überhastet agierenden OFC kam der Tabellenletzte nicht zu einer einzigen nennenswerten Torgelegenheit. Die Pfullendorfer hatten noch nicht die Offenbacher Spielhälfte betreten, da stand es nach einem kapitalen Fehler des Gästekeepers schon 1:0. Eine unerwartet frühe Führung durch Fabian Bäcker, die den Kickers aber nicht die erhoffte Sicherheit verlieh.

20. November 2013

Vorschau: SC Pfullendorf

Mit dem SC Pfullendorf stellt sich am Freitag die Mannschaft mit der weitesten Anreise auf dem Bieberer Berg vor. Immerhin 340 Kilometer trennen den nördlich des Bodensees gelegenen Ort von Offenbach, eine für die Dimensionen der Regionalliga Südwest gigantische Entfernung.

Der SC Pfullendorf ist ein Kind der Regionalliga, der er seit 2002 ununterbrochen sowohl in deren Version als dritt- wie auch als vierthöchste Spielklasse des deutschen Fußballs angehört.

Neben der Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga 1999/2000, in der es aber nur zum dritten Platz hinter LR Ahlen und Union Berlin reichte, war der bisher größte sportliche Erfolg des Sportclubs ein 2:1 gegen den Erstligisten Arminia Bielefeld in der Auftaktrunde des DFB-Pokals 2006/07. In der darauf folgenden Pokalbegnung unterlag Pfullendorf dann in der heimischen ALNO-Arena dem OFC mit 0:2. Vor 3.600 Zuschauern erzielten Régis Dorn und Thomas Wörle die Treffer der Kickers, die seinerzeit von dem vor kurzem leider so früh verstorbenen Trainer Wolfgang Frank betreut wurden.

17. November 2013

Kickers Offenbach - KSV Hessen Kassel 2:1

Die Offenbacher Kickers stehen im Halbfinale des Hessenpokals und empfangen dort im März 2014 den SV Wehen Wiesbaden. Soweit die gute Nachricht. Die Art und Weise, auf die der Sieg gegen Hessen Kassel gestern zustande kam, verheißt aber für den Abstiegskampf in den kommenden Spielen der Regionalliga nichts wirklich Gutes.

Zum zweiten Mal innerhalb von nur fünf Wochen empfingen die Kickers den KSV Hessen Kassel, obwohl die Darbietung beider Mannschaften im Oktober beim damals anwesenden Publikum kaum das dringende Bedürfnis nach einer baldigen Wiederholung hinterlassen hatte. So wollten dann auch nur 3.110 Zuschauer die Neuauflage der von der Presse im Vorfeld als "Krisengipfel" apostrophierten Begegnung miterleben. Diese absolute Minuskulisse in dieser Saison auf dem Bieberer Berg dürfte in etwa das aktuelle Zuschauerpotential der Kickers wiederspiegeln, wenn die in der Euphorie des Neuanfangs verkauften Dauerkarten wie beim Pokalspiel gestern keine Gültigkeit haben.

10. November 2013

Vierzig Jahre Bieberer Berg

"Meine Heimat ist der Berg,
meine Sehnsucht sind die Kickers.
Ob in Rio, in Shanghai,
Kickers-Fans sind mit dabei."

Anders als heute, stellte sich für uns Kinder im Offenbach der frühen 1970er Jahre eigentlich nie die Frage, welchem Fußballverein wir unser Herz schenken sollten. Selbst die Europapokalsieger aus München oder die Fohlenelf aus Mönchengladbach waren nichts im Vergleich zu den Offenbacher Kickers. Denn schließlich spielte der OFC in einer Liga mit diesen internationalen Größen. So hießen meine Helden nicht Franz Beckenbauer, Gerd Müller oder Jupp Heynckes, sondern selbstverständlich Erwin Kostedde, Manfred Ritschel und Siggi Held. Nun hat es das Schicksal gefügt, dass man sich in meiner Familie für so manches begeistern konnte, aber sicherlich nicht für Fußball. Also musste sich schließlich ein Nachbar meiner erbarmen, damit ich im zarten Alter von acht Jahren endlich zum ersten Mal Biebers Höhen erklimmen durfte.

4. November 2013

Neverkusen Podcast 65

Die aktuelle Folge des Neverkusen Podcasts steht ganz im Zeichen der Trauerarbeit. Meine Bayer-Freunde Eric und Tom forschten zunächst ausführlich nach den Gründen für die überraschende Niederlage der Werkself am vergangenen Samstag in Braunschweig. Im zweiten Teil der Sendung durfte ich dann ein wenig Mitleid erregen und die aktuelle sportliche wie wirtschaftliche Misere der Offenbacher Kickers schildern.

Am Ende blieb uns noch Zeit für einen Abstecher nach Portugal, um die bislang durchwachsene Saison von Benfica Lissabon fachmännisch zu analysieren.

Keine lustigen Themen also, doch dank der Rubrik "Beers of the World" erklomm die Stimmung in der Gesprächsrunde rasch unerwartete Höhen. Zumindest weiß man seit gestern auf allen fünf Kontinenten wie man das wunderbare Schlappeseppel Landbier ausspricht, das eine so wertvolle Hilfe bei der Bewältigung des einen oder anderen Punktverlusts sein kann. In diesem Sinne: Bayer & der OFC!

Wer mag, kann die Sendung wie immer direkt auf der Homepage des Neverkusen Podcast hören, oder die Folge kostenlos im iTunes-Store runterladen.

2. November 2013

Kickers Offenbach - Eintracht Trier 1:1

Die Erfahrung, dass das Leben auch für ältere Semester wie mich noch immer Überraschungen bereit hält, hat etwas ungemein tröstliches. So durfte ich das Sparda-Bank-Hessen-Stadion gestern wieder einmal heiteren Gemüts verlassen, denn auch nach 40 Jahren Bieberer Berg gibt es dort noch immer Spiele zu bestaunen, die jenseits meiner Vorstellungskraft liegen.

Der Tabellenführer aus Trier war mit dem festen Vorsatz angereist, der Offenbacher Negativserie mit nur einem Punkt aus den letzten sechs Spielen ein Ende zu bereiten. Bereits nach 24 Minuten wurde Mohammed Tahiri direkt vor der Waldemar-Klein-Tribüne derart rüde gefoult, dass dem Schiedsrichter gar keine andere Wahl blieb, als zum ersten Mal an diesem Abend die rote Karte zu zücken. Die Kickers konnten somit mehr als eine Stunde lang in Überzahl spielen, genierten sich aber bis zum Pausenpfiff ganz offensichtlich, das Gastgeschenk auch anzunehmen.

30. Oktober 2013

Vorschau: Eintracht Trier

Mit Eintracht Trier stellt sich am Freitagabend bereits der zweite aktuelle Tabellenführer der laufenden Saison auf dem Bieberer Berg vor. 29 Punkte und nur eine Niederlage aus 14 Begegnungen lautet die bisherige Erfolgsbilanz, mit der sich die Rheinland-Pfälzer neben der SG Sonnenhof Großaspach immer mehr als Aufstiegskandidat positionieren, während die Kickers auf den 13. Tabellenplatz abgerutscht sind und nur noch über zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge verfügen.

Bislang erfolgreichster Torjäger des Spitzenreiters mit sieben Treffern ist pikanterweise der Niederländer Sylvano Comvalius, der sich im Sommer der Eintracht anschloss, nachdem er zuvor im Probetraining in Offenbach durchgefallen war.

27. Oktober 2013

SpVgg Neckarelz - Kickers Offenbach 3:1

Hatte ich mich am Donnerstag hier im Blog noch auf die Begegnung in Neckarelz gefreut, machten mir die lokalen Behörden nur wenige Stunden später einen Strich durch die Rechnung. Nach einer Ortsbegehung wurde die Zustimmung zur Austragung des "Risikospiels" im Elzstadion verweigert. Das eine solche Entscheidung erst zwei Tage vor der Partie getroffen wird, gehört wohl auch zum Charme der Regionalliga. Bedauerlich, denn so konnte ich dem Elzstadion nun doch keinen Besuch abstatten.

Statt dessen führte der Weg zum zweiten Mal innerhalb von nur acht Wochen zur comtech Arena in Aspach. Noch bedauerlicher war diese Entscheidung für die SpVgg Neckarelz, die durch die kurzfristige Spielverlegung vor einige logistische Probleme gestellt wurde. Zudem büßte der Aufsteiger seinen Heimvorteil ein, der die Neckarelzer in bislang fünf Begegnungen zu vier Siegen und einem Unentschieden getragen hatte.

An einem wunderschönen Herbsttag ging es also wieder auf die A6 in Richtung Süden. Unterwegs überholte ich erst den Mannschaftsbus des HSV auf seiner Fahrt zum Sonntagsspiel in Freiburg, wenig später dann auch das bescheidener anmutende Reisegefährt der Kickers.

Die Württembergischen Weinstraße empfing die Fans aus Offenbach in gewohnter Idylle, herbstfarbene Rebstöcke im warmen Sonnenlicht rundeten die romantische Szenerie perfekt ab. Das Loblied auf die lokale Rote Wurst habe ich ja bereits anlässlich des Spiels gegen Großaspach gesungen. Leider sollte an diesem Samstag die Stadionwurst der einzige Höhepunkt des Nachmittags bleiben.

24. Oktober 2013

Vor dem Spiel in Neckarelz

Ich habe hier im Blog schon mehrfach über den Charme der Regionalliga Südwest philosophiert. Kurze Wege zu den Auswärtsspielen, günstige Eintrittspreise, leckere Stadionwurst und vor allem natürlich der Respekt, mit dem an vielen Orten dem jeweiligen Gegner begegnet wird.

Der nachfolgende Beitrag ist am Montag auf der Homepage der SpVgg Neckarelz erschienen. Er ist hier auf die Passagen reduziert, die den OFC betreffen und bedarf keines weiteren Kommentars. Ich freue mich jedenfalls schon jetzt darauf, übermorgen Gast in Neckarelz sein zu dürfen.

Beitrag von Präsident Dr. Thomas Ulmer

Liebe Zuschauerinnen, liebe Zuschauer, heute erwartet uns ein besonderer Leckerbissen im Elzstadion. Wir spielen gegen Kickers Offenbach, einen der großen Traditionsvereine der deutschen Fußballgeschichte. Namen wie Erwin Kostedde, Sigfried Held, Josef Hickersberger als Spieler und Gyula Lóránt oder Otto Rehhagel als Trainer verbinden sich mit dem OFC, der bei der Gründung und Neubesetzung der Bundesliga aus nicht nachvollziehbaren Gründen vergessen wurde und so in der neugeschaffenen Regionalliga Süd um Punkte spielen musste. 1968 klappte dann der Aufstieg in die Erste Liga. Ein Wechselbad der Gefühle und Platzierungen begleitete von nun an Offenbach, der Bieberer Berg war aber immer eine Festung. Denkwürdige Spiele wie ein Kantersieg gegen die Bayern 1974 hat jeder Fußballfan auf dem Schirm.

Heute ist der OFC nun in Neckarelz angekommen, um gegen uns um Punkte in der Regionalliga Südwest zu kämpfen. Das erfüllt uns, die wir sicher einer der Underdogs der Liga sind, mit Stolz. Wir freuen uns auf dieses Spiel, und wir heißen den OFC mit all seinen Fans, seinen Begleitern, Trainern, Spielern und Betreuern recht herzlich im Elzstadion willkommen. Ein Fußballfest wartet auf uns.

Für heute wünscht Ihnen / Euch ein schönes Spiel

Ihr / Euer DOC

Dieses Grußwort erscheint am 26. Oktober 2013 im Stadionheft der SpVgg Neckarelz.

15. Oktober 2013

Kickers Offenbach - KSV Hessen Kassel 0:0

Inzwischen entwickele ich eine erstaunliche Routine darin, Heimspiele ohne Torerfolg der Kickers zu beschreiben. Nach sieben Partien auf dem Bieberer Berg ist die Trefferquote doch sehr übersichtlich: in gerade einmal drei Spielen brandete Torjubel im Stadion auf, insgesamt nur fünf Mal beförderte die Truppe von Rico Schmitt bislang das Runde ins Eckige. Wie schon in der letzten Spielzeit will es einfach nicht gelingen, das neue Sparda-Bank-Hessen-Stadion zu einer Festung zu machen. 

Um so erfreulicher, dass die Fans ihrem OFC auch nach vier Niederlagen in Serie unvermindert die Treue halten. 6.002 Zuschauer an einem regnerischen Montagabend, und das trotz Liveübertragung der Begegnung auf Sport1, ist eine für die Regionalliga mehr als bemerkenswerte Zahl.

Auch die Fans im Block 2 wollte den Erwartungen des übertragenden TV-Senders gerecht werden und hüllten die Waldemar-Klein-Tribüne beim Einlauf der Mannschaften nach langen Monaten wieder einmal  in Nebelschwaden. Diskutieren sollte man allerdings bei Gelegenheit darüber, ob rosafarbene Rauchwolken tatsächlich dazu angetan sind, den Gegner schon vor Spielbeginn in Angst und Schrecken zu versetzen.

11. Oktober 2013

Autorenlesung mit Martin Curi

Der aus Bayern stammende Anthropologe Martin Curi lebt seit elf Jahren im brasilianischen Rio de Janeiro, wo er auch mit einer Arbeit über Fußballfans promovierte. In seinem Blog "Brasilien - Im Land des Fußballs" schreibt er regelmäßig sowohl über Fußball als auch über gesellschaftspolitisch relevante Themen im Gastgeberland der nächsten Weltmeisterschaft. 

Martin Curi hat in Deutschland bereits zwei Bücher im Verlag Die Werkstatt veröffentlicht: "Friedenreich - Das vergessene Fußballgenie", eine Biographie Arthur Friedenreichs, der als Sohn eines deutschen Einwanderers und einer schwarzen Brasilianerin im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zu den besten Fußballspielern der Welt zählte. Im Mai diesen Jahres erschien zudem das Buch "Brasilien - Land des Fußballs", das auf 350 Seiten anhand des Nationalsports die jüngere Geschichte und Entwicklung Brasiliens bis in die heutige Zeit beschreibt. Eine wertvolle Lektüre für all diejenigen, die sich vor Beginn der WM näher mit dem Land des Rekordweltmeisters beschäftigen möchten.

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse kam der Autor gestern zu einer Lesung in den Offenbacher Fanladen in der Luisenstraße. Für Martin Curi war die Veranstaltung praktisch ein Heimspiel, da er der Fanszene des OFC über Antje Hagel und Volker Goll seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden ist.

9. Oktober 2013

Vorschau: KSV Hessen Kassel

Mit dem KSV Hessen Kassel stellt sich am kommenden Montag auf dem Bieberer Berg ein Gegner vor, der im bisherigen Saisonverlauf weit hinter den Erwartungen zurück geblieben ist. Vor Beginn der Spielzeit wurde der Vorjahresmeister von 14 Trainern der Regionalliga Süd als Topfavorit genannt.

Aktuell belegen die Löwen jedoch mit nur einem Zähler mehr als der OFC einen enttäuschenden neunten Tabellenplatz. Vorläufiger Tiefpunkt einer bislang durchwachsenen Saison war die 0:4-Heimniederlage gegen die U23 von 1899 Hoffenheim am 2. Oktober.

Eine derbe Klatsche, die die Verantwortlichen der Nordhessen zu einer bemerkenswerten Aktion veranlasste: Noch vor Spielende wurde den 1.200 Zuschauern im Auestadion vom Stadionsprecher die Rückerstattung des Eintrittspreises angeboten.

7. Oktober 2013

Bestandsaufnahme

"After the rain comes sun.
After the sun comes rain again."

Als ich mich Mitte September für drei Wochen nach Portugal verabschiedete, waren die Kickers mit 16 Punkten aus acht Spielen stolzer Tabellendritter. In den beiden letzten Begegnungen vor meiner Abreise wurden die Spitzenreiter aus Großaspach und Mainz in teilweise eindrucksvoller Manier geschlagen, der Abstand zur Tabellenspitze betrug nur noch zwei Punkte. Vier Spieltage später bin ich zwar sichtbar gebräunter, allein der OFC hat noch immer 16 Punkte auf dem Konto und ist auf den zehnten Platz zurück gefallen, der Vorsprung auf die Abstiegsränge beträgt gerade noch vier magere Pünktchen.

Was ist also in der Zwischenzeit passiert? Kann ich nicht mal mehr ein paar Tage am Strand liegen, ohne das daheim gleich alles drunter und drüber geht?

2. Oktober 2013

Benficas Museum Cosme Damião

Im Juli eröffnete Benfica nach nur 15 Monaten Bauzeit sein Museum Cosme Damião, benannt nach der wichtigsten Persönlichkeit in den Gründungsjahren des Vereins. So mache ich mich an diesem sehr regnerischen und sehr stürmischen Dienstagvormittag auf den Weg, um dem direkt neben dem Estádio da Luz gelegenen Museum einen ersten Besuch abzustatten.

Das Szenarium ist gespenstisch: Die breiten, um das Stadion führenden Wege sind menschenleer, Sturmböen peitschen den Regen gegen die nackten Betonwände der "Kathedrale". In Benficas "Megastore" kaufe ich meine Eintrittskarte und betrete wenig später reichlich durchnässt die neue Kultstätte des mitgliederstärksten Sportklubs der Welt.

Mich erwartet ein Ambiente, das die Gründerväter Benficas bei ihrer ersten Zusammenkunft am 28. Februar 1904 in der Apotheke des Senhor Franco im Stadtteil Belém so sicher noch nicht vor Augen hatten. Auf 4.000 Quadratmetern feiert der Verein sich und seine Geschichte. Sämtliche Ausstellungsräume sind in tiefes Schwarz getaucht, fast nur die Ausstellungsvitrinen und großformatige, größtenteils interaktive Bildschirme erhellen die Szenerie.

29. September 2013

Benfica - Belenenses 1:1

In der Woche vor dem kleinen Lissaboner Stadtderby zwischen Benfica und Belenenses standen die Trainer beider Klubs im Zentrum der Aufmerksamkeit. Am Donnerstag musste Mitchell van der Gaag, der erst 41 Jahre alte Coach der Gastmannschaft, wegen eines chronischen Herzleidens von seinem Amt zurück treten.

Benficas Jorge Jesus beherrschte die Schlagzeilen seit dem Auswärtsspiel am vergangenen Samstag in Guimarães, das sein Team knapp mit 0:1 für sich entscheiden konnte. Nach Spielende stürmten Fans von Benfica auf den Platz und wurden von der Polizei zurückgedrängt. Es kam zu einem Gerangel, in dessen Verlauf der Trainer vor laufenden TV-Kameras wiederholt einen Polizisten geschlagen haben soll. Jetzt warten auf Jesus ein Verfahren vor dem Sportgericht sowie eine Zivilklage.

Überhaupt entwickelt sich der Coach immer mehr zum Hauptproblem des Rekordmeisters, der nach dem gestrigen Unentschieden mit fünf Punkten Rückstand auf den FC Porto nur den 5. Tabellenplatz belegt. Gegen die mit sehr bescheidenen Mitteln agierende Mannschaft von Belenenses zeigten die Adler trotz der frühen Führung durch Cardozo nach einer Viertelstunde einen erschreckenden Mangel an spielerischen Ideen. Planvoll vorgetragene Spielzüge waren wie schon in den beiden Begegnungen zuvor Mangelware.

25. September 2013

Vorschau: FC 08 Homburg

Wie der OFC gehört auch der FC 08 Homburg zur illustren Gruppe jener Viertligisten, die auf ruhmreiche Zeiten in der Bundesliga zurückblicken können. Drei Spielzeiten verbrachte das Gründungsmitglied der Regionalliga Süd in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre im Oberhaus des deutschen Fußballs, und sorgte dort für Empörung unter den Moralwächtern des DFB.

Stein des Anstoßes war ein Sponsorenvertrag für die Saison 1987/88. Gegen Zahlung von 200.000 DM zierte in dieser Spielzeit Werbung für "London"-Kondome die Trikots der Homburger. Auf Geheiß von Gerhard Mayer-Vorfelder mussten die Saarländer das anrüchige Logo überkleben, bis das Frankfurter Landgericht befand, dass Kondomwerbung nicht gegen Moral und Anstand im Vaterland verstößt.

19. September 2013

Vorschau: SVN Zweibrücken

Mit dem SVN Zweibrücken ist am Samstag ein für die Kickers bislang völlig unbekannter Gegner zu Gast in Offenbach. Die Zuschauer auf dem Berg werden Zeugen einer historischen Partie, da sich beide Klubs erstmals in einem Pflichtspiel gegenüber stehen.

Der 1929 gegründete Verein aus einem Zweibrücker Ortsteil hieß bis 2009 SV Niederauerbach, bevor er vor vier Jahren in SVN 1929 Zweibrücken umbenannt wurde. In der Saison 2006/07 schafften die Pfälzer mit dem Aufstieg in die Oberliga erstmalig den Sprung in die fünfthöchste Spielklasse. Der größte sportliche Erfolg gelang ihnen im vergangenen Jahr mit dem Aufstieg in die Regionalliga Südwest, an der der Verein als Aufsteiger zum ersten Mal teilnimmt.

18. September 2013

Benfica - RSC Anderlecht 2:0

Zum Auftakt der Champions League kam es gestern in der portugiesischen Hauptstadt zu einer Neuauflage der beiden Endspiele des UEFA-Cups von 1983. Vor 30 Jahren holte der RSC Anderlecht durch einen 1:0-Heimsieg und ein 1:1 im Estádio da Luz den UEFA-Pokal nach Belgien. 

Mit zwei Titeln im Europapokal der Pokalsieger 1976 und 1978 sowie dem Erfolg im UEFA-Cup blicken die Brüsseler Vorstädter auf eine ähnlich erfolgreiche internationale Geschichte zurück wie Benfica, das in den 1960er Jahren zweimal den Europapokal der Landesmeister gewann und bislang insgesamt neun Mal in Endspielen europäischer Wettbewerbe stand. Zum Start in die Königsklasse trafen also zwei klangvolle Namen aufeinander, die zudem mit jeweils 32 Titeln Rekordmeister ihrer Länder sind. 

Die Ausgangslage für Benfica war klar: In einer Gruppe mit Favorit Paris Saint-Germain müssen die Heimspiele gegen Anderlecht und Olympiakos Piräus in jedem Fall gewonnen werden, um die Chancen auf ein Weiterkommen zu wahren.

16. September 2013

Benfica - Paços de Ferreira 3:1

Noch immer Samstag, 14. September 2013. Wie die Leser des vorherigen Beitrags wissen, landet der Lufthansa-Flug aus Frankfurt kurz vor 16 Uhr Ortszeit in Lissabon. In nur zwei Stunden ist Anpfiff im Estádio da Luz. Ich bin zwar schon ziemlich oft zum Fußball in die portugiesische Hauptstadt geflogen, aber so eng wie heute war der Zeitplan noch nie.

Direkt vom Flughafen, der praktischer Weise ebenso wie Benficas Heimstätte an der zweiten Ringstraße liegt, geht es mit dem Taxi zum Stadion. Meine Frau, die mit einer unerschöpflicher Geduld für die Fußball-Leidenschaft ihres Gatten gesegnet ist, bringt derweil allein unser Gepäck nach hause in den Stadtteil Campo de Ourique. Da ich das Spiel heute ohne Begleitung besuche, habe ich mir einen Platz im ersten Rang der noblen "Porta 18" gegönnt, in der auch die Räumlichkeiten des Vereinspräsidenten untergebracht sind. Am Empfang vorbei geht es mit der Rolltreppe hinauf zu meinem gepolsterten Sitz mit Armlehnen. Ein wunderbarer Ferienbeginn.

Benfica ist sehr holprig in die neue Spielzeit gestartet. Zu Saisonbeginn setzte es auf der Ferieninsel Madeira gleich eine Niederlage gegen Marítimo. Es folgte ein mühsamer Heimsieg in letzter Sekunde gegen Gil Vicente und ein Unentschieden im Derby bei Sporting Lissabon. So beträgt der Rückstand auf den ewigen Rivalen FC Porto nach drei Spieltagen bereits fünf Punkte.

15. September 2013

Eintracht Frankfurt ll - Kickers Offenbach 3:1

Samstag, 14. September 2013. Kurz nach 14 Uhr startet der Lufthansa-Flug rund 45 Minuten später als geplant von Frankfurt nach Lissabon. Gottseidank keine noch größere Verspätung, obwohl das erst für den nächsten Beitrag von Bedeutung sein wird.

Jetzt sitze ich im Flieger und kämpfe mit meinen Gefühlen. In vier Stunden bin ich endlich wieder im Estádio da Luz, um Benfica im Heimspiel gegen Paços de Ferreira zu unterstützen. Ganz nebenbei freue ich mich auf 20 Tage in Portugal: Ich werde gute Freunde wiedersehen, viele alkoholische Getränke zu mir nehmen, leckeres Essen genießen, am Strand liegen und drei Spiele von Benfica besuchen. Perfekt!

8. September 2013

Kickers Offenbach - FSV Mainz 05 II 2:1

Wer vor der englischen Woche die Vorhersage wagte, der OFC würde nicht nur den SSV Ulm sondern auch die beiden Spitzenteams aus Großaspach und Mainz schlagen und stünde neun Tage später mit einer maximalen Ausbeute von drei Siegen auf dem dritten Tabellenplatz, wurde allenfalls als unverbesserlicher Optimist belächelt.

Neun Tage später verwandelte sich dieses Lächeln in ausgelassenen Jubel, denn die Kickers stehen nach drei Siegen innerhalb einer Woche tatsächlich völlig verdient auf Platz drei der Regionalliga. Gegen den Spitzenreiter aus Mainz bestätigte die Mannschaft von Rico Schmitt gestern den überzeugenden Auftritt unter der Woche in Großaspach.

Dabei deutete zu Spielbeginn nicht viel auf einen Sieg der Kickers hin. Mit dem Selbstbewusstsein eines Tabellenführers beherrschte der FSV das Geschehen in der ersten Viertelstunde und demonstrierte sein spielerisches Potential.

6. September 2013

Vorschau: FSV Mainz 05 ll

Wenn Kickers Offenbach am morgigen Samstag die U23 des FSV Mainz zum Heimspiel auf dem Bieberer Berg empfängt, steht dies Sinnbildlich für die unterschiedliche Entwicklung, die beide Vereine in den letzten Jahrzehnten genommen haben.

Während der OFC bis in die 1980er Jahre regelmäßig in der ersten oder zweiten Bundesliga spielte, konnten sich die Mainzer bei Einführung der Bundesliga 1963 lediglich für die drittklassige Regionalliga Südwest qualifizieren. Dort begrüßten die Domstädter 1966 im Heimspiel gegen den FC Homburg gerade einmal 79 Zuschauer zum bis heute am schlechtesten besuchten Ligaspiel der Nachkriegszeit.

Erst 1974 schaffte der Klub aus der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz den Sprung in die zweithöchste Spielklasse. Nur zwei Jahre später verzichtete Mainz als erster deutscher Profiverein aus wirtschaftlichen Gründen freiwillig auf die Zweitligalizenz und trat bis 1988 in der Oberliga Südwest an, bevor die Rückkehr in die Zweite Bundesliga gelang. Dort behaupteten sich die 05er mit nur einem Jahr Unterbrechung bis 2004, ehe Trainer Jürgen Klopp mit dem selbsternannten Fastnachtsverein ins Oberhaus des deutschen Fußballs aufstieg.

5. September 2013

SG Sonnenhof Großaspach - Kickers Offenbach 0:2

Die Regionalliga trägt ungemein zur Vervollkommnung meiner Geographiekenntnisse bei. Ohne das Auswärtsspiel bei der SG Sonnenhof Großaspach hätte ich wohl nie in die Gemeinde Aspach gefunden, obwohl diese mit ihren 8.015 Einwohnern im Vergleich zu Hoffenheim schon fast Metropolen-Charakter hat. So machten wir uns an einem sonnigen Mittwochnachmittag auf die 187 Kilometer lange Reise in die württembergische Provinz.

Nach nur sieben Spieltagen kenne ich bereits einige gute Gründe, diese Regionalliga Südwest zu mögen. Großaspach gehört seit gestern unbedingt dazu. In vielerlei Hinsicht war das spätsommerliche Ambiente dort ein Gegenentwurf zur traurigen Partie in Mannheim. Die letzte Wegstrecke von der Autobahn bis nach Aspach führt vorbei an sanft geschwungenen Wiesen voller Apfelbäume und kleinen Ortschaften mit malerischen Fachwerkhäusern. Im Auto kam langsam ein Hauch von Urlaubsstimmung auf. In Aspach angekommen, erreichten wir das Stadion vom friedvoll am Waldrand gelegenen Gästeparkplatz aus in weniger als fünf Minuten Gehweg.

31. August 2013

Kickers Offenbach - SSV Ulm 1:0

Das Warten hat ein Ende. Vor der Partie gegen den SSV Ulm hatte eine Lokalzeitung bereits damit begonnen, die torlosen Minuten des OFC zu zählen. 211 standen beim Anpfiff auf der Uhr, doch gestern sollten nur noch 21 weitere Minuten hinzukommen, dann zappelte der Ball wieder im gegnerischen Netz. Großer Jubel auf den Rängen, endlich war der Bann gebrochen. Denn als Giuliano Modica per Kopf den ersten Heimtreffer der Kickers in dieser Saison erzielte, hätte das Resultat gut und gerne schon 3:0 lauten können. 

Zu den inzwischen zur Genüge diskutierten Problemen im Abschluss kam im Spiel gegen Ulm auch noch eine ordentliche Portion Pech hinzu. Bereits nach drei Minuten setzte Marcel Wilke den Ball an die Latte, Benjamin Pintol machte ihm das Kunststück eine halbe Stunde später nach. Nach wie vor müssen die Kickers einen kräftezehrend hohen Aufwand betreiben, um sich selbst zu belohnen. Dies ist regelmäßig in der zweiten Halbzeit spürbar, wenn die Kraft und damit auch die Konzentration nachlässt.

28. August 2013

Vorschau: SSV Ulm 1846 Fußball

Die Geschichte des SSV Ulm 1846 ist die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang eines Fußballvereins. Toni Turek, die Hoeneß-Brüder Dieter und Uli, Fritz Walter, Thomas Tuchel, Mario Gómez und Ralf Rangnick. All diese großen Namen standen im Laufe ihrer Karriere in Ulm unter Vertrag. Zur Ulmer Geschichte gehörten aber auch immer wieder finanzielle Unregelmäßigkeiten und der zweimalige Gang zum Insolvenzrichter.

In den 1980er und 1990er Jahren war der Schwimm- und Sportverein eine klassische Fahrstuhlmannschaft, die zwischen der zweiten und dritten Spielklasse pendelte. In diese Zeit fallen auch fast alle der bisherigen 14 Begegnungen mit dem OFC. In der Saison 1984/85 stiegen beide Klubs gemeinsam aus der Zweiten Bundesliga ab, um sich ein Jahr später in der Aufstiegsrunde wieder zu treffen. Dort hatten die Ulmer das bessere Ende für sich und kehrten in die Zweite Liga zurück, während die Kickers drittklassig blieben.

In Offenbach trafen beide Vereine zuletzt am 29. August 1997 in der Regionalliga Süd aufeinander, die seinerzeit noch die Dritte Liga des deutschen Fußballs war. 15.000 Zuschauer verfolgten die Begegnung auf dem Bieberer Berg, in der Fritz Walter die Gäste nach 63 Minuten in Führung brachte. Islam Ispir (65.) und Oliver Roth (88.) erzielten die Offenbacher Treffer zum 2:1-Endstand.

26. August 2013

SV Waldhof - Kickers Offenbach 1:0

Mannheim ist keine Stadt, in der man sich als Fan der Offenbacher Kickers gerne ein Fußballspiel ansieht. So fuhr ich zum ersten Mal seit langer Zeit mit einem mulmigen Gefühl zu einem Auswärtsspiel.

Trotz Dauerregens empfing uns die Universitätsstadt ganz in Grün: Polizei in Kampfmontur, wohin man blickte. Am Ende sollten 1.300 Polizisten, zwei Wasserwerfer und ein Hubschrauber nicht ausreichen, um die Offenbacher Anhänger auf dem Rückweg zum Hauptbahnhof vor Angriffen zu schützen. Von den Ausschreitungen nach Spielende erfuhr ich erst aus dem Internet, weil wir das Stadion entgegen unserer sonstigen Gewohnheit direkt nach dem Schlusspfiff verlassen haben, um so schnell wie möglich zum Auto zu kommen. Völlig unverständlich ist mir, warum es gerade in Mannheim keine separaten Parkplätze für Fans der Gastmannschaft gibt, die selbst in so friedlichen Orten wie Koblenz selbstverständlich sind. Da auch kein gesonderter Weg vom Parkplatz zum Gästeblock existiert, wurde schon der Gang zum Stadion zu einem Spießrutenlauf.

23. August 2013

Leere Ränge in Portugal

Vielleicht nicht alles, aber bemerkenswert viel dreht sich in Portugal um den Fußball. Täglich von Montag bis Sonntag erscheinen in dem kleinen Land am Westrand Europas drei Zeitungen, die sich fast ausschließlich mit Fußball beschäftigen. Sie gehören zu den auflagenstärksten Tageszeitungen des Landes. Wer mit Portugiesen ins Gespräch kommen möchte, findet über das Thema "Futebol" in aller Regel einen dankbaren und sehr mitteilsamen Gesprächspartner.

Fußballikonen wie José Mourinho oder Cristiano Ronaldo genießen in Portugal den Status nationaler Heiligtümer, ihre Konterfeis sind in den entlegensten Winkeln des Landes zu finden. Dazu ist Portugals Hauptstadt Lissabon die Heimat des größten Fußballvereins der Welt. Mit rund 224.000 Mitgliedern wurde Benfica ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen.

Ein glückliches Land möchte man meinen, das sich zur EM 2004 wider jede wirtschaftliche Vernunft zehn nagelneue Stadien geleistet hat, die den Arenen in Deutschland hinsichtlich Modernität und Komfort in nichts nachstehen. Ein Land also, dessen fußballverrückte Einwohner Woche für Woche fröhlich in die Stadien der heimischen Liga strömen müssten.

Doch die Besucherzahlen vom ersten Spieltag der Liga ZON Sagres am vergangenen Wochenende zeichnen ein ganz anderes Bild. Gerade 64.257 Zuschauer verfolgten die acht Spiele der ersten portugiesischen Liga, davon allein 29.629 das Spiel von Sporting Lissabon gegen Aufsteiger Arouca.

18. August 2013

Kickers Offenbach - KSV Baunatal 0:3

Eigentlich war alles angerichtet zur Fortsetzung des Offenbacher Sommermärchens. Auch gestern lachte die Sonne über dem Bieberer Berg, der sich schon früh mit bestens gelaunten Fans füllte. Überall auf den Rängen herrschte Vorfreude auf das Spiel. Was konnte schon passieren? Zu überzeugend waren die bisherigen Vorstellungen der Kickers, zu unterlegen schien der Gegner, der mit null Punkten und 1:9 Toren aus den ersten drei Spielen im Gepäck anreiste.

Dazu durfte ich das Spiel aus einer ungewohnten Perspektive verfolgen. Auf Einladung eines bekannten Offenbacher Gastronomen (nochmals vielen Dank!) trafen wir uns schon zwei Stunden vor dem Anpfiff im angenehm klimatisierten VIP-Raum der Haupttribüne. Statt wie üblich für Worscht und Äppler anzustehen, ließ ich mir Maultaschen und Kartoffelsalat mit einem frisch gezapften Bier schmecken, und genoss dabei den Ausblick auf meinen Stammplatz im Block 3.

14. August 2013

Vorschau: KSV Baunatal

Nächster Gast auf dem Berg ist am kommenden Samstag der KSV Baunatal. Unter älteren OFC-Fans werden bei dieser Begegnung Erinnerungen an längst vergangene Zweitligazeiten in den 1970er Jahren wach.

Der Kultur- und Sportverein ist mit 6.000 Mitgliedern und über 40 Sportarten der größte Sportklub in Nordhessen und zählt immerhin drei Mal mehr Mitglieder als der OFC. Das sind stolze Zahlen für einen Verein aus einer Stadt mit 28.000 Einwohnern in direkter Nachbarschaft zu Kassel.

Offiziell gegründet im Jahr 1892, entstand der KSV Baunatal unter seinem heutigen Namen erst 1964 durch eine Fusion der Vereine KSV Altenritte und KSV Altenbauna. Die Heimspiele werden im 1979 errichteten Parkstadion ausgetragen, das Platz für 8.500 Fans bietet.

Seine sportliche Glanzzeit erlebte der KSV von 1976 bis 1979, als die Nordhessen gemeinsam mit dem OFC drei Jahre lang der Zweiten Bundesliga angehörten. Von den damaligen sechs Partien zwischen beiden Vereinen konnte die Kickers fünf für sich entscheiden, der KSV ging nur ein Mal als Sieger vom Platz.

13. August 2013

Benfica nach dem "Triple des Grauens"

Würden Fußballspiele nach 80 Minuten enden, hätte Benfica Lissabon in der vergangenen Saison eine der erfolgreichsten Spielzeiten seiner ruhmreichen Vereinsgeschichte gefeiert. Bis zum 11. Mai 2013 waren der Gewinn der portugiesischen Meisterschaft, der Europa League und des nationalen Pokals in greifbarer Nähe. Doch in den folgenden zwei Wochen zerstoben alle Titelhoffnungen, am Ende blieb dem portugiesischen Rekordmeister nur das "Triple des Grauens".

Als ungeschlagener Tabellenführer trat Benfica am vorletzten Spieltag der portugiesischen "Liga ZON Sagres" mit zwei Punkten Vorsprung beim direkten Verfolger FC Porto an. Schon ein Unentschieden hätte den 33. Meistertitel praktisch garantiert. Doch Kelvins Treffer zum 2:1-Sieg Portos in der 91. Minute versetzte die Adler aus Lissabon in einen Schockzustand. Das Bild des geschlagen neben seinem jubelnden Kollegen aus Porto knienden Trainers Jorge Jesus sollte zum Symbol für eine ganz Saison werden.

11. August 2013

Transparent - Football, Culture & Politics

Ein Transparent ist eine feine Sache. Man kann es als Zaunfahne im Stadion aufhängen um seinen Fußballverein zu unterstützen, oder es auf einer Demonstration vor sich hertragen, um seine Meinung kundzutun. Und natürlich sind wir in Zeiten von NSA und Prism alle ziemlich transparent, ob es uns gefällt oder nicht.

"Transparent" ist ein klug gewählter Name für ein Magazin, das sich mit Fußball und Fankultur beschäftigt, oder mit "Football, Culture & Politics". Um es vorweg zu nehmen: Nicht nur der Name, auch der Inhalt ist klug. Für 3,90 Euro, das ist nur wenig mehr als ein Bier auf dem Bieberer Berg kostet, bietet die aktuelle Ausgabe 66 Seiten voller Geschichten, Reportagen und Interviews abseits der üblichen Berichterstattung zum Thema Fußball.

Beim ersten Durchblättern fällt ins Auge, dass Offenbach gut im Heft vertreten ist. Gleich auf Seite 6 findet sich ein Hinweis zum Blog StayHungryOF, der eine noch kleine, aber sehr feine Sammlung von Fotos unserer heimischen Fußballsubkultur zeigt. Weiter hinten geht es in einem vierseitigen Interview mit Antje Hagel von der Erwin-Redaktion um das 20-jährige Bestehen des "Bündnis Antifaschistischer Fußball-Fans" (BAFF).

9. August 2013

1899 Hoffenheim II - Kickers Offenbach 0:2

Die große Hitze der vergangenen Wochen hat sich gelegt, gestern zeigte das Thermometer nur noch fußballfreundliche 24 Grad. Trotz des ungünstigen Termins an einem Donnerstag abend sollten sich 1.500 Anhänger der Offenbacher Kickers auf den Weg ins Kraichgau machen, um ihren OFC im Auswärtsspiel gegen die U23 von 1899 Hoffenheim zu unterstützen.

Beste Voraussetzungen also für einen netten Fußballabend, zumindest bis zur Mittagszeit. Dann schlug die nächste Bombe in die gerade wieder halbwegs befriedete Welt der Kickers ein: "OFC-Geschäftsstelle wird durchsucht" musste ich bei Twitter lesen.

Am Vormittag hatten Presseberichten zufolge Beamte der Steuerfahndung die Geschäftsstelle der GmbH sowie die Privatwohnungen von Geschäftsführer David Fischer und dessen Vorgängern Thomas Kalt und Jörg Hambückers durchsucht. Unterlagen und Laptops sollen dabei sichergestellt worden sein. Es ging, wie sollte es anders sein, wieder einmal um die wundersame Schuldenvermehrung von 4,7 auf 9,1 Millionen Euro und die damit verbundene Selbstanzeige von Ex-Geschäftsführer Kalt.

Nichts war es also mit den besten Voraussetzungen für ein schönes Auswärtsspiel. Auf den rund 130 Kilometern bis Hoffenheim konnte sich der geneigte Kickers-Fan nicht mehr ausschließlich mit den mahnenden Worten von Trainer Rico Schmitt beschäftigen, der gestern vor dem Gegner und dem Alltag in der Regionalliga gewarnt hatte. Statt dessen durften wir uns mal wieder Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft des Vereins machen. 

7. August 2013

The Football Pink Magazine, Issue 1

Seit heute ist die erste Ausgabe von "The Football Pink Magazine" als Download bei Amazon erhältlich. Wer sich nicht davon abschrecken lässt, dass ich zu den Autoren zähle und auch die beiden Fotostrecken aus meiner Kamera stammen, kann das Magazin zum Preis von 0,99 GBP im Kindle-Shop runterladen. Und noch ein Bonbon für alle Kickers-Fans: Das Titelfoto entstand im vergangenen Jahr auf dem Bieberer Berg.

Zum Download bei Amazon

Product Description
The Football Pink magazine is a new quarterly collection of engrossing stories, opinions and musings from around the world of football. Written by a fine group of contributors, The Football Pink delves into the colourful history and personal experiences of 'The Beautiful Game', giving the reader the opportunity to immerse themselves in every fascinating article. If you like your football to come from a different perspective, then this is the magazine for you. Enjoy!

6. August 2013

Rekordkulissen in der Regionalliga

Nachdem am vergangenen Samstag 7.502 Zuschauer den Saisonauftakt der Offenbacher Kickers auf dem Bieberer Berg verfolgten, kam gestern auf Twitter die Frage nach den bisherigen Rekordkulissen bei Spielen der Regionalliga auf. Die Antwort ist nicht ganz einfach, da die Bezeichnung Regionalliga im Laufe der Jahrzehnte für unterschiedliche Spielklassen verwendet wurde.

Seit Gründung der Bundesliga 1963 war die Regionalliga bis 1974 die zweithöchste Spielklasse, die in fünf Staffeln (Nord, West, Südwest, Süd und Berlin) ausgespielt wurde. Der OFC wurde in dieser Zeit drei Mal Meister der Regionalliga Süd (1967, 1970 und 1972) und schaffte anschließend über die Aufstiegsrunde jeweils den Sprung in die Bundesliga.

Zwischen 1994 und 2008 diente die Regionalliga als Bezeichnung der dritthöchsten deutschen Liga, die bis zum Jahr 2000 in drei Staffeln (Nord/Nordost, West/Südwest und Süd) aufgeteilt war. Die Kickers traten zwei Jahre lang in der Regionalliga Süd an, bevor sie 1999 über die Relegationsrunde der drei Vizemeister für ein Jahr in die 2. Bundesliga zurückkehrten.

3. August 2013

Kickers Offenbach - Wormatia Worms 0:0

"Sommermärchen". Nur dieses in den letzten Jahren so oft bemühte Wort beschreibt die Stimmung, die heute vor Spielbeginn am Bieberer Berg herrschte. Als ich eine Stunde vor dem Anpfiff am Stadion ankomme, wimmelt es am Waldemar-Klein-Platz bereits vor erwartungsfrohen Fans. Gestern hatte der OFC mitgeteilt, das mehr als 3.100 Dauerkarten verkauft wurden.

Trotzdem bildeten sich an den Kassenhäuschen lange Schlangen. Nach dem Auswärtssieg in Koblenz hatte ich für das Spiel gegen Wormatia Worms optimistisch auf 6.000 Fans getippt. Am Ende verfolgten sage und schreibe 7.502 Zuschauer das erste Heimspiel der Kickers in der Regionalliga Südwest. Zur Erinnerung: In der vergangenen Spielzeit kamen nur zu drei Begegnungen mehr Zuschauer auf den Berg. Und damals spielte der OFC noch eine Klasse höher.

Der Kickers-Anhang hat die junge Mannschaft und die Regionalliga angenommen und bildete einen Rahmen, der für die Spielklasse einmalig sein dürfte. Im Gegensatz zu den Fans war die Organisation rund um das Spiel leider tatsächlich nur viertklassig. Offensichtlich wurden die Verantwortlichen vom großen Zuschauerandrang überrascht, das Spiel musste mit Verspätung angepfiffen werden, damit alle Fans noch rechtzeitig zum Anpfiff ins Stadion kamen. 

31. Juli 2013

Vorschau: Wormatia Worms

Nach 83 Tagen Pause geht es am Samstag auf dem Bieberer Berg endlich wieder um Ligapunkte. Mit Wormatia Worms erwarten die Kickers gleich einen der Topfavoriten auf die Meisterschaft in der Regionalliga. Bei einer Umfrage unter den Trainern aller Südwestligisten kurz vor Saisonbeginn wurden die Wormaten neben der SG Sonnenhof Großaspach von zehn Übungsleitern als Titelanwärter genannt. Lediglich Hessen Kassel wurde mit 14 Stimmen noch stärker eingeschätzt.

Wormatia Worms tritt mit einer gegenüber der Vorsaison auf vielen Positionen erneuerten Mannschaft in Offenbach an. Seine Ambitionen unterstrich der Verein in der vergangenen Woche mit der Verpflichtung des 34-jährigen Stürmers Srdan Baljak, der in der Vorsaison noch als Kapitän des MSV Duisburg in der Zweiten Bundesliga aktiv war.

27. Juli 2013

TuS Koblenz - Kickers Offenbach 0:2

Rund 2.500 Kickers-Fans machten sich am Freitagnachmittag auf den Weg zum "Blind Date" mit ihrer neuen Mannschaft in Koblenz. Wohl noch nie zuvor mussten sich das Offenbacher Publikum zu Saisonbeginn an so viele neue Gesichter im Trikot ihres Vereins gewöhnen.

Auf den 127 Kilometern bis Koblenz hatte ich genügend Muse, über das Potential unserer neuen Truppe zu sinnieren. 40 Jahre mit den Offenbacher Kickers haben mich in fußballerischer Hinsicht zu einem beinharten Pessimisten gemacht. So quälten mich bei aller Vorfreude auf die neue Spielzeit die schlimmsten Vorahnungen, dass die neue Kickers-Elf einfach noch nicht eingespielt sein kann, und deshalb zu Beginn der neuen Saison erstmal ein paar herbe Klatschen kassieren wird. Es sollte ganz anders kommen.

Koblenz empfing uns mit brütender Hitze und einem idyllischen Gästeparkplatz mit Blick auf das Rheinufer. Das Stadion Oberwerth ist "Old School" pur und dürfte schon wesentlich bessere Tage erlebt haben. Neben der überdachten Haupttribüne im Miniaturformat steht eine skurrile VIP-Konstruktion, von der aus die Koblenzer Prominenz das Spielgeschehen auf Strafraumhöhe verfolgen kann. Die angrenzende Hintertor-Tribüne ist gesperrt und mit Werbetafeln verbarrikadiert.

25. Juli 2013

Neverkusen Podcast 53

Spätestens seit dem "Annus Horribilis" 2002, in dem Bayer 04 Leverkusen innerhalb von nur zwei Wochen in der Bundesliga, dem DFB-Pokal und in der Champions League dreimal Silber holte, klebt an der Werkself das Image des ewigen Zweiten wie ein altes Kaugummi an einer Schuhsohle.

Die Begriffe "Vizekusen" und "Neverkusen" gehören seitdem zum festen Repertoire all jener Fußballfreunde, die es nicht so gut mit Leverkusen meinen. Doch rekordverdächtige acht Vizetitel zwischen 1997 und 2011 haben den leidgeprüften Klub und seine Fangemeinde zusammengeschweißt.

Bayer 04 hat Fans auf der ganzen Welt. Wer das nicht glaubt, sollte unbedingt den Neverkusen Podcast hören. Hier analysieren und diskutieren vier Leverkusen-Fans Woche für Woche alles, was die Menschen rund ums Bayer-Kreuz bewegt. Das alles in englischer Sprache, damit auch die Anhänger der Werkself in entlegenen Winkeln der Erde zu ihrem Recht kommen.

23. Juli 2013

Fans und Social Media im Südwesten

Nicht nur für Kickers Offenbach ist die Regionalliga Südwest ein unbekanntes Land. Auch mir als Fan fällt beim Betrachten des Spielplans immer wieder auf, wie wenig ich eigentlich über manche Klubs weiß. Natürlich sind Hessen Kassel, Eintracht Trier oder Waldhof Mannheim vertraute Namen. Aber wie steht es zum Beispiel mit den Vereinen aus Großaspach, Neckarelz oder Zweibrücken?

Um eine etwas bessere Vorstellung von den Klubs zu bekommen, habe ich die sonnigen Stunden der vergangenen Tage genutzt, um mir die durchschnittlichen Zuschauerzahlen der Vorsaison sowie die Aktivitäten auf Facebook und Twitter anzusehen. Nicht berücksichtigt habe ich die fünf in der Regionalliga vertretenen U23-Mannschaften, da Vereine mit Bundesliga-Teams eine wesentliche höhere Anziehungskraft in den sozialen Netzen haben, die nichts mit dem Alltag in der Vierten Liga zu tun hat.

Erstaunlich oder nicht, alle Klubs der Regionalliga Südwest beitreiben eine offizielle Seite auf Facebook. Auch auf Twitter sind die Vereine allesamt vertreten, selbst wenn hier nicht immer eindeutig feststellbar ist, ob der eine oder andere Account nicht von einem Fan gepflegt wird.

22. Juli 2013

Der Preis der Regionalliga

Der Start der Offenbacher Kickers in ihre erste Saison in der Regionalliga Südwest rückt immer näher. Heute war ich auf dem Bieberer Berg, um mir eine Eintrittskarte für das Auswärtsspiel der Kickers am Freitag bei TuS Koblenz zu kaufen. Und siehe da: Im Stadion Oberwerth gibt es Sitzplätze für 12 Euro.

Nicht schlecht, denke ich mir. Die Viertklassigkeit hat scheinbar auch Vorteile. Kürzere Anfahrten zu den Auswärtsbegegnungen und ganz offensichtlich auch preiswertere Tickets als in der Dritten Liga. Grund genug, dieser Frage einmal genauer nachzugehen und die Eintrittspreise der Regionalligisten zu vergleichen.

Natürlich ist ein solcher Vergleich nur mit Einschränkungen möglich. So sind sämtliche Plätze im Offenbacher Sparda-Bank-Hessen-Stadion überdacht, während in den meisten anderen Stadien keine überdachten Stehplätze existieren und auch die Sitzplätze häufig keinen Schutz vor Wind und Wetter bieten. Gesucht habe ich deshalb ausschließlich nach den jeweils günstigsten Steh- und  Sitzplätzen für Vollzahler.

21. Juli 2013

Kiggäääs uff'm Wilhelmsplatz I

Wolkenloser Himmel und 31 Grad im Schatten. So sommerlich entspannt präsentierte sich der Wilhelmsplatz in Offenbach zum heutigen Kickers-Tag. Sommerlich entspannt war auch die Stimmung unter den Fans, die trotz tropischer Temperaturen in die Innenstadt kamen, um sich auf die neue Saison in der Regionalliga Südwest einzustimmen.

Allenthalben war Aufbruchstimmung zu spüren. Fast so, als ob es nie einen Lizenzentzug oder eine Insolvenz gegeben hätte. Rund um dem Platz waren Stände des Vereins, des Fan-Museums und einiger Fan-Clubs aufgebaut, die Gastronomen konnten sich nicht über mangelnden Getränkeabsatz beklagen. Auf einer kleinen Bühne wurden die Spieler und Betreuer vorgestellt.

Interessantester Programmpunkt war ein Interview mit Insolvenzverwalter Andreas Kleinschmidt und Kickers-Geschäftsführer David Fischer. Beide blickten auf die turbulenten letzten Monate zurück und wagten einen Ausblick auf die neue Saison. Eines ist sicher: Trotz der positiven Stimmung rund um das neue Reagionalliga-Team wartet in den kommenden Monaten noch viel Arbeit auf die Verantwortlichen. So unterstrich Andreas Kleinschmidt, daß es noch vieler Gespräche mit den Gläubigern bedarf, bis der Insolvenzplan voraussichtlich im Oktober unter Dach und Fach sein wird.

17. Juli 2013

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

An diesem Wochenende startet der FSV Frankfurt in seine sechste Zweitliga-Saison in Folge. Nur 1860 München spielt aktuell noch länger im Unterhaus der Bundesliga. Nachdem der Frankfurter Traditionsverein 1996 kurz vor dem Konkurs stand und bis 2007 neun Jahre in den Niederungen der Viertklassigkeit verbrachte, folgte in den beiden Jahren danach der direkte Durchmarsch in die Zweite Bundesliga.

Dort kämpfte der FSV in den ersten vier Spielzeiten regelmäßig gegen den Abstieg. Aber in der vergangenen Saison rückte zeitweise sogar der Aufstieg in die Erste Bundesliga in greifbare Nähe. Am Ende feierten die Bornheimer als Tabellen-Vierter die beste Platzierung in ihrer 114jährigen Vereinsgeschichte.

Doch wenn sich am Sonntag die Tore des Frankfurter Volksbank Stadions zum Spiel gegen den Karlsruher SC öffnen, werden sich voraussichtlich keine langen Schlangen vor den Kassenhäuschen bilden. Lediglich Karten für die Gästeblocks dürften sich einer gesteigerten Nachfrage durch die vom Wiederaufstieg euphorisierten Fans aus Karlsruhe erfreuen.

2. Juli 2013

Forrest Gumps Pralinenschachtel

"Mama always said life was like a box of chocolates.
You never know what you're gonna get." (Forrest Gump)

Wir können getrost davon ausgehen, das die Mutter von Forrest Gump im tiefsten Inneren ihres Herzens ein Fan der Offenbacher Kickers war. Wie sonst sollte sie zu der Erkenntnis gelangt sein, dass das Leben wie eine Schachtel voller Pralinen ist. Man weiß nie, was man bekommt. Denn nichts anderes sind die Kickers knapp vier Wochen vor dem Start der Regionalliga Südwest: Eine Schachtel voller Pralinen, die sich unter einem gut geschlossenem Deckel verbergen. Niemand weiß, was am Ende darunter zum Vorschein kommt.

Mehr als 30 Spieler nahmen zum Trainingsauftakt am 18. Juni an der großen Casting-Show teil, die der Verein nach der Insolvenz zur Sichtung neuer Spieler veranstaltete. Zur besseren Identifizierung wurden sie allesamt mit Namensschildern aus Krepp-Papier ausgestattet. Acht von ihnen wurden bereits vier Tage später wieder aussortiert. Anfängliche Gerüchte, wonach sich auch Neymar ohne Wissen seiner Berater unter die Bewerber geschlichen hatte, erwiesen sich als falsch. Er unterschrieb dann doch lieber beim FC Barcelona.

28. Juni 2013

Spielplan der Regionalliga Südwest

Jetzt ist er also da, der Spielplan für die neue Saison in der Regionalliga Südwest.

Tapfer habe ich in den vergangenen Monaten die Tragödie ertragen, die rund um die Offenbacher Kickers zur Aufführung kommt. Da war die trostlose letzte Spielzeit. Der Lizenzentzug. Die Insolvenz. Die Eskapaden des Präsidiums. Ein Neuanfang in der Vierten Liga, befreit von finanziellen Altlasten. Irgendwie leuchtet das schon ein.

Heute aber lese ich es schwarz auf weiß. Unsere Gegner heißen in der nächsten Saison SpVgg Neckarelz, SG Sonnenhof Großaspach, SVN Zweibrücken. Nichts gegen diese Klubs, aber das hätte ich nicht wirklich wieder gebraucht. Ich erinnere mich noch gut, wie einsam es manchmal auf Biebers Höhen war, als die Kickers Mitte der 1990er Jahre in der Oberliga spielten.

Klar, der OFC wird gegen Hessen Kassel, Waldhof Mannheim oder Eintracht Trier antreten. Da bebt der Berg dann hoffentlich wieder ein bisschen. Trotzdem musste ich beim Betrachten des Fahrplans für die neue Spielzeit erstmal kräftig schlucken.

Aber es hilft ja nichts. Ab Montag werden die neuen Dauerkarten verkauft. Am 3. August stehe ich dann wieder auf der Waldemar-Klein-Tribüne, zum ersten Heimspiel gegen Wormatia Worms.

27. Juni 2013

Ich und Pep Guardiola

Guardiola? Pep Guardiola? Der Name kommt Dir irgendwie bekannt vor? Etwa der Fußballtrainer? Ja, genau den meine ich. Wahrscheinlich hast Du in den letzten Tagen von ihm gehört, vielleicht sogar in der Zeitung über ihn gelesen. Oder war es doch im Fernsehen?

Josep Guardiola ist in diesen Tagen überall, man kann ihm nicht entkommen. Höchste Zeit also, daß auch ich von ihm erzähle. Denn ich bin ihm schon vor 12 Jahren begegnet, dem Pep Guardiola.

Am Vormittag des 23. Juni 2001 komme ich zum ersten Mal nach Barcelona. In die Stadt, über die ich schon so viel gelesen habe. Von der ich ein ziemlich genaues Bild habe, obwohl ich noch nie dort war. Ich bin gut vorbereitet. Gaudí, die Sagrada Familia, La Pedrera, der Parc Güell. Die Museen von Miró und Picasso. Bars und Restaurants. Das alles will ich sehen und erleben. Später. Jetzt aber geht es vom Flughafen ins Hotel. Und danach direkt zum Camp Nou. Die Metro-Verbindung von unserer Herberge zum Stadion habe ich bereits zuhause in Offenbach rausgesucht. Gut vorbereitet eben.

So betrete ich nur knapp drei Stunden nach der Landung das Museum des ruhmreichen FC Barcelona. Mit feuchten Händen. Alles ist beeindruckend, alles ist aufregend. Die stolzen Katalanen haben tatsächlich jede Erinnerung an den Verräter Luís Figo aus ihren heiligen Hallen gebannt. Nicht auf einem einzigen Foto ist der ehemalige Starspieler noch zu sehen. Dann der absolute Höhepunkt. Wir entdecken ein Plakat, das ein Freundschaftsspiel Barcelonas gegen Kickers Offenbach ankündigt. Am 25. Dezember 1952.

10. Juni 2013

Abschied von der 3. Liga

2012/13 war die erste Saison im neu erbauten Stadion am Bieberer Berg. Mit dem Lizenzentzug am vergangenem Freitag steht jetzt leider fest, dass es vorerst auch die letzte Spielzeit der Offenbacher Kickers in der 3. Liga und im DFB-Pokal war. Zum Abschied ein Bilderbogen von den Heimspielen der vergangenen Saison.