28. August 2016

Benfica mit 13. Auswärtssieg in Folge

Zum Ende des Ferienmonats August stand für Benfica gestern der Trip nach Madeira auf dem Programm. Die Atlantikinsel vor der Westküste Afrikas ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel und Heimat von Cristiano Ronaldo, mit Marítimo und Nacional spielen dort gleich zwei Erstligisten.

Der Clube Desportivo Nacional gehört sicher nicht zu den Supermächten im Land des amtierenden Europameisters, bestreitet aber seine immerhin 18. Spielzeit in der ersten Liga. Im Schatten des auf der Insel deutlich populäreren Lokalrivalen Marítimo qualifizierten sich die Schwarz-Weißen bislang fünfmal für die Teilnahme am UFEA-Pokal bzw. der Europa League. Die Vorsaison beendete Nacional als Tabellenelfter im gesicherten Mittelfeld.

Auch in dieser Woche beherrschte wieder der Transfermarkt die Schlagzeilen. Die schon vor Wochen als praktisch sicher vermeldete Verpflichtung des portugiesischen Nationalspielers Rafa Silva entwickelt sich zur unendlichen Geschichte. Inzwischen kursieren Gerüchte, der 23-jährige könnte in letzter Sekunde doch noch dem FC Porto sein Ja-Wort geben.

Der brasilianische Stürmer Talisca, dessen Wechsel zu den Wolverhampton Wanderers an der nicht erteilten Arbeitsgenehmigung in England scheiterte, wird für 2 Millionen Euro zunächst ein Jahr an Besiktas Istanbul ausgeliehen. Die Türken haben danach die Option, die Leihe um ein weiteres Jahr zu verlängern oder Talisca für 25 Millionen zu verpflichten. Am Donnerstag bestimmte das Losglück, dass Talisca gleich am ersten Spieltag der Champions League bei seinem alten Arbeitgeber antreten darf. In der Gruppe C der Königsklasse sind die Gegner der Adler neben Besiktas der SSC Neapel und Dynamo Kiew.

27. August 2016

Blackout in Wetzlar



Freitagnachmittag, brütend heißes Sommerwetter. Zum Auftakt des Wochenendes eine eben so kurze wie sentimentale Reise nach Mittelhessen. Gerade einmal 75 Kilometer sind es bis in die neue Heimat von "unserem" Markus Müller, der seit diesem Sommer beim Verein mit den 30 Buchstaben gegen den Ball tritt.

Wie bei Freitagsspielen üblich, traf sich unsere kleine Reisegesellschaft schon früh auf dem Wilhelmsplatz, um bei einem kalten Äppler in Erinnerungen an die Heldentaten vom Montagabend zu schwelgen. Nach dem Pokaldrama ging es für die Kickers gestern gegen den SC Teutonia Watzenborn-Steinberg darum, das Punktekonto auf minus Eins zu stellen. Es herrschte seltene Einigkeit, dass die Mission gelingen könnte.

23. August 2016

Pokalsieger der Herzen

Dass es gestern nicht leicht würde, stand schon früh fest. Ein Montag, der sich nicht entscheiden kann, ob er lieber Sommer oder Herbst sein möchte, stellt den geneigten Stadionbesucher vor schwere Entscheidungen.

Beseelt von dem Wunsch, an diesem für die finanzielle Zukunft des OFC nicht unwichtigen Abend ein kleiner Teil der roten Wand zu sein, entschied ich mich für ein rotes Kickers-Sweatshirt. Eine Entscheidung, die modisch akzeptabel war, mit der ich mich klimatechnisch aber ins Abseits stellte.

Auf der sonnenüberfluteten Waldemar-Klein-Tribüne war es dann aber nicht nur die völlig missratene Wahl meiner Kleidung, die mich ins Schwitzen bringen sollte. Zur Aufführung auf Biebers Höhen kam ein Pokalabend, der es in sich hatte.

Dabei hätte es zunächst kaum schlimmer kommen können für den Underdog aus der Regionalliga. Schon nach drei Minuten ging Hannover 96 in Führung, und nachdem der Zweitligist Mitte der ersten Hälfte auf 0:2 erhöhte, gab ich kleinmütig keinen Pfifferling mehr auf meinen OFC.

22. August 2016

Alles beim Alten bei Benfica

Zweiter Spieltag in der portugiesischen Liga, erstes Heimspiel für die Adler aus Lissabon.

Die Gäste aus dem nur 50 Kilometer südöstlich der Hauptstadt gelegenen Setúbal gehören zu den traditionsreichen Vereinen des Landes. Dreimal - 1965, 1968 und 2005 - gewann der Vitória Futebol Clube den portugiesischen Pokal, dazu im Jahr 2008 den Ligapokal. Berühmtester Anhänger ist José Mourinho, der in seiner Jugend selbst für Vitória spielte.

Satte 173 Pflichtspiele bestritten die beiden Klubs bislang gegeneinander. Dabei ging Benfica 117 Mal als Sieger vom Platz, Vitória gewann 30 Partien.

Noch eindrucksvoller ist die Bilanz der Adler vor heimischem Publikum. Von 85 Spielen konnte Benfica 71 für sich entscheiden und verlor nur fünf. Besonders übel erwischte es die Gäste am 7. Februar 1954: 9:0 lautete das Ergebnis seinerzeit, obwohl es zur Halbzeit erst 1:0 gestanden hatte. Sturmlegende José Águas allein steuerte vier Treffer zum Schützenfest bei.

In der Vorsaison entging Setúbal als Tabellenfünfzehnter nur knapp dem Abstieg. Zum Auftakt in die neue Spielzeit am vergangenen Sonntag schlug der 1910 gegründete Verein aber Belenenses vor 3.300 Zuschauern im Estádio do Bomfim mit 2:0 und trat mit frischem Selbstbewusstsein die kurze Reise zum Rekordmeister an.

19. August 2016

Neverkusen Podcast 121

Bald startet auch die Bundesliga in ihre neue Spielzeit. Grund genug für den Neverkusen Podcast, schon heute einen Ausblick auf all das zu wagen, was die Fans von ihrer Werkself erwarten dürfen.

Im zweiten Teil der Sendung geht es ab Minute 53 um Kickers Offenbach und die Situation rund um den Waldemar-Klein-Platz nach der Insolvenzanmeldung.

Im Neverkusen Podcast, dem einzigen englischsprachigen Podcast über Bayer 04 Leverkusen, kümmern sich vier Fans der Werkself aus drei Kontinenten gemeinsam mit wechselnden Gästen um all das, was die Menschen rund ums Bayer-Kreuz und darüber hinaus bewegt.

Wer mag, kann die Sendung auf der Homepage des Neverkusen Podcast hören oder kostenlos im iTunes-Store herunterladen.

18. August 2016

Die Vereine mit den meisten Mitgliedern




Im  dritten und letzten Teil des Zahlenreigens heute die Rangliste der mitgliederstärksten Vereine. Die im Ranking vertretenen Klubs stammen aus Brasilien (5), Deutschland (4), Portugal (3), Argentinien (2), England (2), Italien (2) und Spanien (2).

Einsam an der Spitze zieht der FC Bayern seine Kreise, gefolgt von Benfica und dem FC Barcelona. Aus der brasilianischen Metropole São Paulo kommen gleich drei Vereine, dazu je zwei aus Buenos Aires, Porto Alegre und Lissabon.

17. August 2016

Die Vereine mit den meisten Zuschauern 2015/16



Nach den besucherstärksten Ligen schauen wir heute auf die Klubs, die in der zurückliegenden Spielzeit die meisten Fans in ihre Stadien lockten.

Wie schon bei den Ligen, spielt auch hier die Musik hauptsächlich in Deutschland und England. In die Top 15 schafften es sieben Vereine aus der Bundesliga und vier aus der Premier League, dazu kommen zwei Vertreter aus der spanischen La Liga. CF Monterrey aus Mexiko und der portugiesische Meister Benfica komplettieren die Liste der globalen Publikumsmagneten.

Bemerkenswert, dass mit dem VfB Stuttgart und Newcastle United zwei Absteiger den Sprung ins Ranking geschafft haben. Sportlicher Erfolg ist also nicht immer eine Voraussetzung für volle Ränge. Fast noch bemerkenswerter, dass kein Klub aus der italienischen Serie A auf der Bestenliste zu finden ist.

16. August 2016

Die Ligen mit den meisten Zuschauern 2015/16




Wie schon in den Jahren zuvor begrüßte die Bundesliga auch in der Saison 2015/16 weltweit die mit Abstand meisten Fans in ihren Stadien, gefolgt von der Premier League und der spanischen La Liga. Auch die zweiten Spielklassen in Deutschland, England und Spanien zählen zu den 25 zuschauerstärksten Ligen rund um den Globus.

Auf den ersten zehn Plätzen sind drei Meisterschaften außerhalb Europas zu finden: die chinesische Super League, die mexikanische Liga MX sowie die nordamerikanische MLS. Ungebrochen ist die Popularität der heimischen Liga in den Niederlanden. Die Eredivisie belegt im rein europäischen Vergleich einen beachtlichen sechsten Platz und liegt weltweit auf Rang neun.

14. August 2016

Benfica startet mit Auswärtssieg

Immer mal wieder bin ich gefragt worden, ob ich nicht auch über die Spiele von Benfica schreiben könnte, die ich nicht im Stadion sehe.

Tatsächlich gibt es nur wenige Infos über die Adler aus Lissabon auf deutsch. Ich werde deshalb in dieser Saison versuchen, alle Begegnungen von Benfica hier im Blog zu begleiten. Wie gewohnt soll es dabei nicht nur um das Spiel selbst gehen, sondern auch um das "drumherum".

Gleich zum Saisonstart kam es in der portugiesischen Liga NOS gestern zu einer Begegnung zwischen David und Goliath.

Auf der einen Seite das mitten in der Weinregion Dão gelegene Tondela. Keine 5.000 Einwohner zählt die kleine Ortschaft im Zentrum des Landes. Zum ersten Mal überhaupt schaffte der Clube Desportivo de Tondela 2012 den Aufstieg in die zweite Liga. Im vergangenen Jahr glückte dem rund tausend Mitglieder zählenden Klub dann sogar der Sprung in die höchste Spielklasse. Dort sicherte sich Tondela am letzten Spieltag den Klassenerhalt und startet  somit in die zweite Saison in der Liga NOS.

Auf der anderen Seite Benfica aus der Hauptstadt Lissabon, mit rund 160.000 Mitgliedern nicht nur der bedeutendste Verein des Landes, sondern einer der größten Fußballklubs weltweit. Auch andere Zahlen verdeutlichen die tiefe Kluft, die beide Konkurrenten voneinander trennt. 38.255 Follower hat CD Tondela auf Facebook, bei Benfica sind es 3,5 Millionen. Der Kader des Clube Desportivo bringt es auf einen Marktwert von 11 Millionen Euro, die Mannschaft des Rekordmeisters wird auf 193 Millionen taxiert.

13. August 2016

Neuzugänge treffen vor Minuskulisse

Jetzt rollt der Ball also wieder auf dem Bieberer Berg. Zuletzt ging es hier am 14. Mai um Ligapunkte, das ist immerhin drei Monate her. Das Heimspiel gegen Astoria Walldorf versprach zudem eine echte Standortbestimmung, nachdem der Auftritt in Worms vor einer Woche wegen der zwei Platzverweise nur wenig aussagekräftig war.

Passend zur derzeitigen Großwetterlage beim OFC hingen gestern Abend dunkle Wolken am Himmel über Offenbach. Doch Freitagabend ist bekanntlich Kickerszeit, das hat sich auch bei den Neuzugängen im Kader des OFC herumgesprochen. Mit Gaul, Sawada, Firat und Neofytos standen immerhin vier von Beginn an auf dem Feld.

10. August 2016

Frohe Kunde

Die frohe Kunde kam gestern per E-Mail. Der Wettanbieter bwin hat die 30 besten Fußball-Blogs in Deutschland und Österreich gekürt, und dabei hat es auch mein Blog Rot & Weiß auf die Liste der Gewinner geschafft.

Nun sind solche Auszeichnungen natürlich immer subjektiv. Was den Einen begeistert, entlockt dem Anderen allenfalls ein müdes Lächeln. Weil aber mein Blog kein kommerzielles Projekt ist, besteht mein Lohn aus dem Interesse meiner Leser, und eben auch aus einer solchen Anerkennung, über die ich mich deshalb sehr freue.

Auf der Liste von bwin vertreten sind gute Freunde und alte Bekannte, wie etwa Im Schatten der Tribüne aus Essen, Nur der FCM aus Magdeburg, Schwarz und Blau aus Paderborn oder der Zebrastreifenblog aus Duisburg. Einige der Blogs habe ich euch hier unter der Rubrik "Gästeblog" bereits vorgestellt.

In jedem Fall lohnt es sich, ein wenig in der Liste der 30 besten Fußball-Blogs zu stöbern. Bestimmt entdeckt ihr dabei für euch noch die eine oder andere lesenswerte Seite.

6. August 2016

Farbenfroher Auftakt in Worms

Ganz ehrlich, meine Vorfreude auf eine neue Spielzeit war schon mal größer. Zu behaupten, ich hätte voller Ungeduld auf den Auftakt in Worms gewartet, wäre jedenfalls gelogen.

So viel war in der spielfreien Zeit über die wirtschaftlichen wie sportlichen Probleme der Kickers zu lesen, dass ich auf Beiträge im Blog verzichtet habe. Doch jetzt ist die Sommerpause vorbei. Gehen wir die Sache also tapfer an.

Schon beim späten Mittagessen gestern auf dem Wilhelmsplatz in Offenbach kreisten die Gespräche wieder um all die Themen, die eigentlich keiner mehr hören mag. Immerhin, seit diesem Montag sind die Kickers jetzt ein bisschen insolvent und haben mit Dr. Andreas Kleinschmidt einen "starken vorläufigen Insolvenzverwalter". Man muss ihm für diese Aufgabe viel Mut wünschen, denn auf den Fachanwalt wartet eine Menge Arbeit.

Ein Blick in den Bereich "Business-News" auf der Homepage der Kickers zeigt, wo der Schuh drückt: Der letzte neue Sponsor wurde am 7. Januar präsentiert, eine Woche später musste Geschäftsführer David Fischer seinen Hut nehmen. Seitdem sind sieben Monate ins Land gegangen. Statt dessen sollen die Fans durch die Erhöhung der Eintrittspreise, den Besuch von Benefizspielen und immer neue Spendenaktionen dringend benötigtes Geld in die Kasse bringen.

3. August 2016

Das sind die Neuen bei Benfica

Am Samstag bestreitet Benfica im portugiesischen Supercup gegen Sporting Braga sein erstes Pflichtspiel der neuen Saison. Wie in jeder Sommerpause hat sich auch diesmal das Transferkarussell fröhlich gedreht.

Mit Nico Gaitán (Atlético Madrid) und Renato Sanches (Bayern München) haben zwei Schlüsselspieler das Estádio da Luz verlassen. Für die beiden Spieler kassierte Benfica über 60 Millionen Euro Ablöse. Zudem wurden wieder etliche Spieler an andere Vereine ausgeliehen, darunter der deutsche U20-Nationalspieler Hany Mukhtar (Bröndby IF) sowie der serbische Internationale Filip Duricic (Sampdoria Genua).

Dem gegenüber stehen bislang acht Neuverpflichtungen, für die Benfica rund 20 Millionen Euro investierte. Bis zum Ende der Transferperiode dürfte es noch weitere Veränderungen im Kader geben, der aktuell 33 Spieler stark ist. So gibt es mehrere zahlungskräftige Interessenten für die beiden Abwehrleute Jardel und Victor Lindelöf. Auch Mittelfeldspieler Andreas Samaris sowie die Stürmer Mehdi Carcela und Talsica könnten vor dem Absprung stehen. Mit jeweils acht Spielern bilden die Portugiesen und Brasilianer derzeit die stärksten "Fraktionen" im Kader von Trainer Rui Vitória, gefolgt von vier Argentiniern und drei Serben.

23. Juli 2016

Federn lassen für den Erfolg

In diesen Tagen bietet das Estádio da Luz einen ungewohnten Anblick. Dort, wo normalerweise ein imposanter Adler von der Fassade auf die Besucher des Stadions herabblickt, herrscht derzeit gähnende Leere. Vergangene Woche wurde Benficas Wappentier demontiert und wird nun etwa einen Monat lang restauriert. Dafür wurde eigens neben dem Stadion ein Schutzdach errichtet, unter dem der Adler jetzt wieder aufpoliert wird.

Die 1985 von Soares Branco geschaffene Skulptur hat mit 15 Metern Breite und sechs Metern Höhe nicht nur majestätische Dimensionen, sie ist noch dazu ein echtes Schwergewicht. Stolze drei Tonnen bringt der aus 325 Bronze- und Eisenteilen bestehende Adler auf die Waage, unter dessen mächtigen Klauen der Leitspruch des Rekordmeisters verewigt ist: "E Pluribus Unum" (Aus vielen, einer).

Anlässlich der Restaurierungsarbeiten wurde eine nette Anekdote um die Entstehung des Bronzeadlers bekannt, den sein Erschaffer Soares Branco ursprünglich mit 13 Schwanzfedern ausstatten wollte. Nachdem Benfica aber im August 1985 zwei Vorbereitungsspiele hintereinander verloren hatte, intervenierte Vítor Barros, der auf Vereinsseite für das Projekt verantwortlich war. Für den Funktionär stand fest, dass nur die Unglückszahl 13 schuld an den jüngsten Misserfolgen sein konnte. Der stolze Adler wurde deshalb kurzerhand ein wenig gerupft und nahm seinen Platz an der Fassade des Estádio da Luz schließlich nur noch mit zwölf Schwanzfedern ein.

21. Juli 2016

Im Vorzimmer der Königsklasse

Während sich die Stars des europäischen Fußballs noch von den Strapazen der EM erholen, hat in der Champions League längst die neue Saison begonnen. Beim Turnier in Frankreich war Ende Juni gerade das Achtelfinale gespielt, als auch schon wieder die Qualifikation zur Königsklasse startete. Eine achtwöchige Knochenmühle mit vier K.o.-Runden, an deren Ende zehn der insgesamt 58 beteiligten Teams ein Ticket für die Gruppenphase winkt.

In den Rückspielen der 2. Runde mussten in dieser Woche bereits illustre Namen wie Celtic Glasgow, Roter Stern Belgrad oder Ferencváros Budapest ihre Chancen wahren, in dieser Spielzeit auf der ganz großen europäischen Bühne auftreten zu dürfen.

In Dudelange standen sich gestern zwei Klubs gegenüber, die wir im kommenden Mai wahrscheinlich nicht im Finale von Cardiff wiedersehen werden. Trotzdem zeigt die Partie zwischen dem luxemburgischen Meister F91 Diddeleng und FK Qarabağ aus Aserbaidschan sehr schön die Gigantomanie einer Champions League, die pro Spielzeit nicht nur Gesamteinnahmen von mehr als 1,5 Milliarden Euro generiert. Schon in der Qualifikation sind gewaltige Distanzen zurückzulegen: 3.536 Kilometer Luftlinie trennen die beiden Klubs, die im beschaulichen Dudelange aufeinander trafen, das von seinen 20.000 Einwohnern Diddeleng genannt wird. Im Vergleich zu den Gästen aus Aserbaidschan lag das Stade Jos Nosbaum für uns also praktisch um die Ecke.

13. Juni 2016

Helmut - Das EM-Fanzine

Von Sommmerpause kann in diesem Jahr keine Rede sein. Denn während die Ligapause sonst für mich eine ruhige Zeit mit wenigen Blogbeiträgen bedeutet, ist in diesem Sommer alles anders. Ich freue mich jedenfalls, erstmals zum Redaktionsteam zu gehören, das während der EM das Fanzine "HELMUT" und die Webseite "Fanguide EM 2016" betreut.

Die EM 2016 ist bereits das vierte Turnier, bei dem eine druckfrische Ausgabe des Magazins vor Ort zu jedem Spiel der Nationalmannschaft am Stand der mobilen Fanbotschaft am Austragungsort erhältlich ist.

Im "HELMUT" beschäftige ich mich mit dem jeweils nächsten Gegner der deutschen Elf, stelle den Heimverein des Austragungsortes vor und fasse in der Chronik "Aus der Heimat" zusammen, was sich rund um das Turnier in Deutschland tut.

Alle, die wie ich nicht in Frankreich dabei sind, können das Magazin hier kostenlos herunterladen.

10. Juni 2016

Hörfehler - Blog Rot & Weiß

Vielleicht erinnert Ihr euch noch an den Blog Stahlwerk, der Borussia Neunkirchen durch viele Tiefen begleitet hat. Mittlerweile hat Autor Nicky Kaßner das Metier gewechselt. In seinem Podcast Hörfehler beschäftigt er sich jetzt mit Fußballhistorie und Subkultur.

Am Mittwoch durfte ich mit Nicky eine gute Stunde lang über die Regionalliga Südwest und Kickers Offenbach plaudern. Auch ein Abstecher nach Portugal konnte natürlich nicht fehlen, wir haben uns mit Benfica und den Besonderheiten des lusitanischen Fußballs beschäftigt.

Wer mag, kann die aktuelle Folge hier anhören oder herunterladen. Auch ein Blick ins Archiv lohnt sich. Zu entdecken gibt es unter anderem Episoden über Groundhopping, den 1. FC Saarbrücken oder West Ham United. 

2. Juni 2016

In der Fröttmaninger Heide

Ein wenig Ablenkung von all dem Trübsinn rund um den Waldemar-Klein-Platz kann nicht schaden, also schauen wir uns in diesem Sommer die eine oder andere ganz große Fußballbühne in Deutschland an.

Auf Dortmund vor zwei Wochen folgte gestern ein Ausflug Richtung Süden nach München, oder genauer gesagt nach Fröttmaning.

Zehn Kilometer vor den Toren der bayerischen Landeshauptstadt wurde dort fast auf den Tag genau vor elf Jahren die Allianz Arena eröffnet, in der der ruhmreiche FC Bayern und der etwas weniger gut betuchte Lokalrivale TSV 1860 ihre Heimspiele austragen.

Schon bei der Anfahrt bemerkt man unschwer die Vorteile, die ein Stadionneubau auf der grünen Wiese mit sich bringt, denn die Infrastruktur rund um die Arena ist gigantisch. Eine eigene U-Bahnstation, direkte Anbindung an die Autobahn, dazu insgesamt 11.000 Parkplätze mit separaten Zufahrten, das Szenario erinnert mehr an einen großen internationalen Flughafen als an einen Sportplatz.

Die aus nur 0,2 Millimeter dicken Folienkissen bestehende Aussenhülle der Arena ist auch - oder vielleicht gerade - an grauen Tagen ein echter Hingucker. Für die Stadionführungen gibt es vier "Meeting Points", ein dezenter Hinweis darauf, wie viele Besucher die Allianz Arena auch an spielfreien Tagen von innen sehen wollen. Im Stadion selbst dominiert die Farbe grau, nackte Betonwände und graue Schalensitze beherrschen die Szenerie, die dadurch jedoch sehr steril wirkt. Alles erschein ein wenig zu perfekt und zu gut geplant, das Auge findet nur wenig, an dem es wirklich hängen bleibt.

25. Mai 2016

Ein Verein mit 30 Buchstaben

SC Teutonia Watzenborn-Steinberg, ein Fußballverein mit 30 Buchstaben. Erstmals gehört habe ich vom Sportclub mit dem etwas sperrigen Namen, als die Teutonen in der vergangenen Saison zum heißen Kandidaten für den Aufstieg in die Regionalliga Süd avancierten. Nachdem Markus Müller gestern via Facebook seinen Wechsel nach Mittelhessen bekannt gegeben hat, ist es höchste Zeit, sich etwas näher mit dem Newcomer zu beschäftigen.

Watzenborn-Steinberg ist der größte Ortsteil einer Stadt namens Pohlheim und liegt sechs Kilometer südöstlich von Gießen. 7.782 Seelen leben hier, neben einem Dorfgemeinschaftshaus finden wir dort eine Sporthalle, zwei Schulen, mehrere Kindergärten und natürlich den Sportplatz "An der Neumühle". Nach Offenbach sind es über die A5 gerade einmal 64 Kilometer.

Zugegeben, das alles klingt nicht gerade nach der ganz großen Welt des Fußballs. Noch im Jahr 2009 jagte die erste Mannschaft der 1927 gegründeten Teutonia in der siebtklassigen Gruppenliga Gießen/Marburg dem runden Leder hinterher. Danach aber begab sich der Verein auf einen Marsch durch die Ligen, der ein wenig an die Erfolgsstory des TSV Steinbach erinnert. 2011 gelang zunächst der Aufstieg in die Verbandsliga Mitte. Vier Jahre später spielte die Teutonia erstmals in der Oberliga Hessen, die der Aufsteiger kräftig aufmischte. Als Hessenmeister glückte dem von Trainer Daniel Steuernagel betreuten Team in diesem Monat der direkte Durchmarsch in die Regionalliga Südwest.

24. Mai 2016

Die Hand Gottes

Philip Kerrs bereits im März erschienener neuer Fußballthriller "Die Hand Gottes" macht dort weiter, wo "Der Wintertransfer" aufgehört hat. Scott Manson ist mittlerweile Cheftrainer von London City und bereitet seine Mannschaft auf die neue Saison vor.

In der Qualifikation zur Champions League erwartet ihn und seine Mannen samt dem schwerreichen ukrainischen Klubeigentümer Viktor Sokolnikow mitten im griechischen Hochsommer nicht nur ein heißer Tanz gegen Olympiakos Piräus.

Als einer der Stars von London City während der Begegnung tot auf dem Platz zusammenbricht und die griechischen Behörden darauf hin das gesamte Team mit einem Ausreiseverbot belegen, macht sich Scott Manson erneut auf eigene Faust an die Lösung des Falls.

Auch Kerrs zweiter Fußballthriller gewährt wieder fiktive Einblicke hinter die Kulissen des Profisports, die womöglich gar nicht so weit von der Realität entfernt sind. Doch wo "Der Wintertransfer" vom Reiz des Neuen lebte und zügig Fahrt aufnahm, kommt "Die Hand Gottes" nur sehr langsam in Gang. Auf den ersten hundert Seiten passiert wenig bis nichts, auch danach wirkt die Handlung oft konstruiert, begnügen sich die Hauptdarsteller zu häufig mit Stereotypen und einer ordentlichen Portion Pathos.

Alles in allem ein Buch, das man natürlich in diesem Sommer am Strand lesen kann, aber nicht unbedingt muss. Warum der Thriller doch ein gutes Stück hinter seinem Vorgänger her hinkt, ist schwer zu sagen. Vielleicht liegt es ja an der raschen Abfolge, in der die beiden Bücher veröffentlicht wurden. Etwas mehr Zeit für Inspiration und Muse täten wohl selbst einem ausgewiesenen Könner wie Philip Kerr manchmal ganz gut. Für Oktober ist übrigens bereits sein dritter Fußballthriller angekündigt, der den Titel "Die falsche Neun" tragen wird.